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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Segelanweisung für Friedrich Wilhelms-Hafen etc. 
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Derselbe wird von Friedrich Wilhelms - Hafen durch die Insel Belaio 
getrennt. Es ist ein langgestreckter Hafen, der im Norden bis zur Siar-Insel reicht. 
- Im Westen wird er von dem Festland, im Osten von einer Reihe kleiner 
Inseln begrenzt. 
In den Hafen mündet der Gauta - Flufs. mit zwei Armen in der Südwest- 
ecke des Hafens bezw. !/2 Sm weiter nördlich. Beide sind nur mit flachgehenden 
Booten befahrbar. 
Im Uebrigen hat der Hafen infolge seiner Nähe zu Friedrich Wilhelms- 
Hafen und seiner abgeschlossenen ungesunden Lage gar keine Bedeutung. 
IL. Angriffs-Hafen. 
Ansteuerung. Die beste Ansteuerungsmarke für den Angriffshafen bildet 
auf gröfserer Entfernung der Bougainville-Berg. In seiner eigenthümlichen Form, 
„Kegel mit abgeflachter Spitze“ und nach See zu scheinbar in Terrassen abfallend, 
ist er besonders für Schiffe, die aus SO bezw. Osten kommen, nicht zu verkennen. 
Von Nord bezw. NO kommende Schiffe können auf näherer Entfernung 
leicht den Hartmann-Berg ausmachen, der sich durch seine kuppenförmige Spitze 
auszeichnet und südlich des Angriffshafens vorgelagert liegt. 
Für Schiffe, die von SO kommen und unter der Küste entlang steuern, 
zeigen die „Däumlinge“, zwei kleine Felsen mit Baumwuchs, die Annäherung an 
den .Angriffshafen am besten an. 
Das Einlaufen in den Hafen bietet keinerlei Schwierigkeiten, wenn man 
sich ungefähr in der Mitte der Einfahrt hält. Die auf beiden Seiten der Einfahrt 
vorspringenden Korallenriffe, die bei Niedrigwasser trocken fallen, sind nicht 
unter 2 Kabllg.. zu passiren. 
Der Hafen. Der Hafen ist vollkommen frei von Riffen und bietet im 
Allgemeinen einen recht geschützten Ankerplatz, wenn ein Schiff in einer der 
Ecken der Bucht ankert, wo die von Norden hineinstehende Dünung nur wenig 
Einflufs hat, 
Die Wassertiefen nehmen in auffallender Gleichmäfsigkeit nach der Süd- 
seite des Hafens zu ab. Iunerhalb der Einfahrt sind nirgends über 30 m Wasser 
mit gutem Ankergrunde. 
Der beste Ankerplatz ist während des Südostmonsuns in der Südostecke, 
während des Nordwestmonsuns in der Südwestecke des Hafens, wo etwa 400 m 
von Land noch 10 m Wasser vorhanden sind. 
Am Südstrande des Hafens stehen zwei je 1m hohe Steinpfeiler, von 
denen die Lage des westlichen durch astronomische Beobachtungen genau fest- 
gelegt worden ist zu 2° 40’ 45“ S-Br und 141° 18’ 4” O-Lg. 
Der zweite östliche Steinpfeiler giebt eine astronomisch festgelegte 
Richtungslinie nach dem zuvor erwähnten Pfeiler. Dieselbe beträgt N 108°40‘30”0, 
Frischwasser, jedoch nicht zum Trinken, kann aus zwei kleinen Flüssen, 
die auf der Südseite des Hafens münden, entnommen werden. An Lebensmitteln 
können Kokusnüsse allenfalls auch Jams und Taros von den Eingeborenen ein- 
getauscht werden. 
Letztere, die sich „Wancmos“ nennen, wohnen in der nach Westen zu 
anschliefsenden Friedrichsen - Bucht. Sie sind friedlich und harmlos und leben 
auch mit den Nachbarstänmen in gutem Einvernehmen. 
IV. Küste von Angriffs-Hafen bis zur Germania-Bucht. 
Der etwa 22 Sm lange Küstenstrich läuft, von Angriffs-Hafen beginnend, 
zunächst in der Hauptrichtung WNW und biegt dann bei der Robide-Huk etwas 
nach West zu um. 
Bis kurz vor der genannten Huk zieht sich ein etwa 1 bis 3 Sm breites 
vollkommen flaches Vorland hin, das aus Buschwald mit sumpfigem Untergrunde 
besteht. Unmittelbar an der See findet sich hier meist schmaler Sandstrand, an 
den sich nach See zu ein breites Korallenriff anschliefst, das bei Niedrigwasser 
trocken fällt. Hinter diesem flachen Vorland zieht ein niedriger Höhenzug in 
der Richtung der Küste bis zum Bougainville-Gebirge, das, etwa südlich von der 
Robide-Huk beginnend, seine Ausläufer bis zur Germania-Huk sendet.
	        
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