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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

154 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1897. 
als kleine dunkelschwarze Flächen abheben, gut frei an B.B. haltend. An St. B. 
sind dann die vier Inseln nördlich der Dallmann-Einfahrt gut auszumachen, 
Für die Ansteuerung aus Ost ist für weitere Entfernungen auch der Hanse- 
mann-Berg eine gute Landmarke infolge seiner eigenthümlich geformten Spitze 
(s. Segelhandbuch, Vertonung, Seite 66). 
Für die Ansteuerung bei Nacht brennen, wenn das Einlaufen des Post- 
Jampfers erwartet wird, folgende Lichter: Ein weilses Licht bei dem Seezeichen 
und zwei weiße Lichter auf der Insel Belaio. 
Das erstere ist anzusteuern, bis die beiden weifßsen Lichter auf Belaio 
in Eins peilen, dann ist aufzudrehen und die beiden Lichter in Eins zu halten. 
Das Licht bei dem Seezeichen steht 20 m vom Strande entfernt, unmittelbar am 
Strande sind noch etwa 10m Wasser, 
Der Hafen. Der Hafen von Friedrich Wilhelms-Hafen besteht aus einer 
etwa 400 bis 600 m breiten Fahrstrafse, welche sich um die Schering- Halbinsel 
herumzieht und durch die Insel Belaio und das Festland abgeschlossen wird, 
sowie dem Becken, welches durch die vorgelagerte Ragetta-Insel gebildet wird. 
Das Fahrwasser in demselben ist vollkommen frei von Riffen und bietet überall 
guten Ankergrund. 
Die zeitweise trübe Färbung desselben rührt von den zahlreichen kleinen 
Flufßläufen her, die in den Hafen münden. 
Das Ankern ganz innen im Hafen ist nicht zu empfehlen, da derselbe gegen 
jeden Luftzug abgeschlossen ist und zur Regenzeit die ungesunden Dünste aus 
den Mangrove-Sümpfen in das Schiff dringen. Sonst kann überall geankert werden. 
Für solche Schiffe, die wenig zu verladen haben bezw. längere Zeit in 
Friedrich Wilhelms-Hafen bleiben wollen, ist der günstigste Ankerplatz zwischen 
Belaio- und Gragät-Insel. Die Wassertiefe beträgt zwar etwa 40 m, doch wird dieser 
Nachtheil dadurch aufgewogen, dafs stets Land- oder Seewinde dem Schiffe an- 
genehme Kühlung bringen. 
Schiffe-jeder Größe, die Ladung zu löschen haben oder Kohlen nehmen 
wollen, können bequem an die vor den Lagerhäusern befindliche Ladebrücke 
gehen. Für das Verholen der Schiffe ist eine Boje im Hafen ausgelegt. Die 
Wassertiefe zwischen Ladebrücke und der Insel beträgt eiwa 20 m, unmittelbar an 
den Pontons noch 9 m. 
Schiffsausrüstung. Japanische oder australische Kohlen sind jeder Zeit 
aus dem Lager der Neu-Guinea-Kompagnie erhältlich. 
Ebenso ist Frischwasser stets vorräthig und kann in eisernen Leichtern 
längsseits gebracht werden. 
Frisch- und Dauerproviant in nicht zu grofsen Mengen wird von der Neu- 
Guinea-Kompagnie jederzeit geliefert. 
Für kleinere Reparaturen an Maschinen- und Eisentheilen ist die Dampf- 
sägemühle mit den nöthigen Einrichtungen versehen. 
Wind, Wetter, Stromverhältnisse, Eingeborene. Der Wind ist 
je nach der Jahreszeit vorwiegend SE bezw. NW, wie im gröfsten Theil des 
ganzen Schutzgebietes, ohne jedoch in irgendwie ausgeprägter Weise als Südost- 
oder Nordwestmonsun aufzutreten. 
Nachts flaut derselbe meist ab, und es setzt eine leichte Landbriese ein. 
Das Wetter richtet sich nach den herrschenden Winden und ist durch die 
Nähe der hohen Gebirgszüge an der Astrolabe - Bai besonderen Einwirkungen 
ausgesetzt. 
Die Gezeiten machen sich nur wenig bemerkbar; die beobachtete gröfste 
Springfluthhöhe betrug 1,11 m. 
Im Allgemeinen setzt der längs der Küste nach NW zu laufende Küsten- 
strom ungeschwächt auch durch die Dallmann-Einfahrt mit einer Geschwindigkeit 
von zeitweise bis zu 1 Sm. 
Eingeborene wohnen nur noch auf den Inseln Ragetta und Siar, auf 
Letzterer befindet sich auch eine Missionsstation der rheinischen Missionsgesell- 
schaft Barmen. 
IL Prinz Heinrich-Hafen, 
Als nördliche Fortsetzung des Innenhafens von Friedrich Wilhelms-Hafen 
achliefest sich der Prinz Heinrich-Hafen an.
	        
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