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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1897,
her, beide Depressionen trennend, ein Maximum über der westlichen Nordsee
vor, das rasch an Umfang und Intensität zunahm und am 3. bis 5. ostwärts nach
der Ostsee fortsehritt; das Umgehen der vorher östlichen Winde nach NW auf der
Vorderseite dieses heranrückenden Maximumrückens und das Zurückspringen auf SE
auf seiner Rückseite führte, wie angegeben, grofßse Temperaturänderungen herbei,
Auf der Rückseite des Maximums entwickelte sich unter der Mitwirkung
mehrerer kleiner Minima bald wieder eine Depression, die am 5. bis 7. vom
Kanal her durch die südliche Nordsee und Nordwestdeutschland nach Oesterreich
wanderte, während sich das über der Ostsee lagernde Maximum weiter über
Skandinavien ausbreitete, so dafs die Küste wiederum von östlichen Winden
beherrscht wurde.
Diese hielten auch an den folgenden "Tagen an, nachdem das Maximum
am 7. mit einem Maximum über der Biscaya-See in Verbindung getreten war
und sich ein Rücken hohen Druckes hergestellt hatte, der zunächst SW—NE
gerichtet und über den Kanal nach Finnland hin gestreckt lag und sich dann
vom 7. bis 9. ostwärts verschob, wobei eine Drehung in mehr meridionale
Lage eintrat,
Unter dem Einflufs eines am 9. bis 12. über Nordskandinavien ostwärts
fortschreitenden Minimums, das seinen Wirkungskreis bis zur Küste ausdehnte,
gingen die Winde am 9, und 10. längs deren ganzen Ausdehnung nach SW
herum und frischten am 10. an der östlichen Ostsee mehrfach zu Sturm auf.
Kin am 13. und 14. vom Norwegischen Meere über Südschweden nach
Westrussland wanderndes Minimum rief an der Ostsee vielfach starke westliche
und im Osten stürmische westliche bis nordöstliche Winde hervor, in Wechsel-
wirkung mit hohem Luftdruck, der von Norden her über Skandinavien vordrang
und am 15. längs der Küste meist nordöstliche Winde herbeiführte.
Hoher Luftdruck breitete sich am 15., von SW und Westen her, über fast
ganz Europa aus und erhielt sich dann bis Monatsschlufs über dem Kontinent
und Südeuropa, vom 22. bis 26. die höchsten Barometerstände über Frankreich
aufweisend und nur zeitweise unter dem Einflufs von Depressionen etwas zurück-
gedrängt. Diese Tage, an denen in der zweiten Monatshälfte die Küste aus
dem Bereich hohen Luftdruckes heraustrat, und meist auch stürmische Winde
auftraten, waren der 16. und 17. für die Ostsee, als ein tiefes Minimum über
Lappland zog und einen Ausläufer südostwärts entsandte, der 21. für fast die ganze
Küste, als ein ebenso fortschreitendes Minimum einen Ausläufer südwärts nach
der Nordsee entsandte, der ostwärts nach der Ostsee fortschritt, der 24. für die
Ostsee unter nahe den gleichen Verhältnissen wie am 16. und 17., und der 25,
und 26. für die ganze Küste (Ostsee auch 27.), als eine Depression im Nord-
westen über dem Ocean lag, die am 25. ein Theilminimum über Mittelskandinavien
nach dem Rigaschen Busen und am 27. ein zweites vom Norwegischen Meere
über den Bottnischen Busen nach Westrussland entsandte.
Berichtigung.
In der Besprechung der Arbeit des Herrn Marine-Baumeisters Peck, Konstrukteur für das
Seezeichenwesen: „Organisation, Entwickelung, neuere Fortschritte und gegenwärtiger Stand des
französischen Leuchtfeuerwesens“, Annalen 1597, Heft II, S. 68 ff., soll es heifsen:
S. 69, Zeile 17 von unten, anstatt „der andere dagegen“; „der andere Dampfmotor
dagegen“.
S. 71, Zeile 19 von uben, anstatt „Luft“: „Licht“.
Diesem Heft liegt eine zu Seite 67, Heft II, dieses Jalrganges gehörige Textfigur bei,
Gedruckt und in Vertrieb bei E. S. Mittler & Sohn
Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei
Berlin SW, Kochstralse 68+—71.