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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Die Witterung au der dentschen Küste im Februar. 1897; 
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aus westlichen Richtungen auf, über den gröfseren Theil der Küste ausgebreitet 
einzig am 21. und 25. und dabei die Stärke 9 nur vereinzelt überschreitend. 
Die Morgentemperaturen lagen westlich von der ÖOder-Mündung bis zum 
)., weiter ostwärts bis zum 11., in Memel bis zum 13. unter den normalen 
Werthen und zeigten während dieser Kälteperiode ostwärts bis zur holsteinschen 
Küste geringfügige Schwankungen, meist nämlich ein durch kältere Morgen am 
3. bis 5. sowie mehrfach am 8. unterbrochenes Steigen, während von der mecklen- 
burgischen Küste ostwärts vielfach sehr erhebliche Schwankungen auftraten, 
bedingt durch die zeitweilige Unterbrechung der diese Epoche, wie angegeben, 
charakterisirenden östlichen Winde und deren definitive Ablösung durch Winde 
aus westlichen Richtungen bei Eintritt der wärmeren Witterung. Auf ganze 
Grade abgerundet, betrug die Aenderung der Morgentemperatur 10° und mehr 
vom 2. zum 3. in Neufahrwasser + 10°, vom 4. zum 5. in Wustrow — 12°, 
Swinemünde — 10°, vom 5. zum 6. in Neufahrwasser — 10°, vom 6. zum 7, in 
Neufahrwasser -}+- 10°, in Memel — 11°, vom 8. zum 9. in Neufahrwasser — 11°, 
vom 9. zum 10. in Wuetrow + 12°, in Swinemünde + 17°, in Rügenwaldermünde 
+ 15°, in Neufahrwasser + 10° und vom 10. zum 11, in Neufahrwasser + 11°. 
In ihrem weiteren Verlauf zeigten die Morgentemperaturen zunächst wenig 
Aenderung, bis am 15. und 16. vorübergehend kältere Morgen eintraten, wobei 
sich die Morgentemperatur vom 14. zum 15. in Memel um — 10° und vom 16. 
zum 17. in Swinemünde um — 11° änderte. Nun folgte vom 17. bis 26. ein 
langsames, fast stetiges allgemeines Steigen und schliefslich zu Ende des Monats 
wieder ein Sinken, wobei die Morgentemperaturen im Westen meist wieder unter 
die Normale fielen. Wenngleich die nach den Morgentemperaturen bemessene 
Dauer der milden Witterung vom 10. (Osten 11.) bis 27. (Osten 28.) mit Unter- 
brechung am 15. und 16. (Westen auch 18.) die Länge der Kälteperiode übertraf, 
so gab diese infolge der im Vergleich mit den erreichten Wärmegraden relativ 
weit niedrigeren Frosttemperaturen doch den Ausschlag für die Monatstemperatur, 
Die Veränderlichkeit der Temperatur von Tag zu Tag erreichte im Osten am 
Morgen außergewöhnlich grofse Werthe; während sie an der Nordsee unter 2'/2° 
blieb, betrug sie in Swinemünde 4,5° und in Neufahrwasser 4,6° im Monatsmittel. 
Niederschläge fielen meist in geringfügiger Menge; an weniger als der 
Hälfte der Signalstellen erreichte der Niederschlag als Höchstbetrag an einem 
Tage 5 mm, und nur ganz vereinzelt fielen mehr als 10 mm in 24 Stunden. Die 
Vertheilung der Niederschläge auf den Monat zeigt in der ersten Hälfte einen 
großen Gegensatz zwischen West und Ost; an der Nordsee und der westlichen 
Östsee, meist auch der mittleren Ostsee, fielen die Niederschläge wesentlich am 
5. bis 7., 8., 13., 19. bis 22, und 25., an der östlichen Ostsee am 2, bis 5., 10., 
13. bis 16., 21. bis 23., 25. und 26. 
Heiteres Wetter herrschte in gröfserer Verbreitung am häufigsten an der 
nördlichen Nordsee und der westlichen Ostsee, nämlich am 4., 5., 8., 10., 15., 
27. und 28., aufserdem am 3. an der westlichen Nordsee und am 5. bis 8. an 
der östlichen Ostsee. Nebel trat, über den gröfsten Theil der Küste ausgedehnt, 
auf am 1., 2., 17., 18., 20. bis 23., 26. und 28. sowie am 10. an der mittleren 
Ostsee, am 14. westlich von der Oder und am 19. an der Nordsee, Gewitter 
wurden nicht beobachtet. 
Stürmische Winde über einem gröfseren Gebiet herrschten am 10. aus 
SSE— SW und am 14. aus W -— NE, meist Stärke 8 bis 9, an der östlichen 
Ostsee, am 16. und 17. aus WSW—NW, meist Stärke. 8 bis 9, an der mittleren 
und östlichen Ostsee, am 21. bezw. in der folgenden Nacht aus W—NW, meist 
Stärke 8, an der Nordsee, der westlichen und mittleren Ostsee, am 24. aus 
W—NW, Stärke 8, an der östlichen Ostsee, am 25. bezw. in der folgenden Nacht 
an der ganzen Küste und im Osten noch am 26. aus SW—W, meist Stärke 8 bis 9, 
sowie am 27. an. der östlichen Ostsee aus WSW—NW, meist Stärke 8. 
Unter den zu Zeiten der Terminbeobachtungen bestimmten Windrichtungen 
überwogen an Häufigkeit bei Weitem die westlichen, zumal SW—W, seltener WNW. 
Zu Anfang des Monats lag westlich von Irland das Centrum einer Depression, 
die sich nach der Mitte des Kontinents hin ausbreitete und in Wechselwirkung 
mit relativ hohem Druck über Südosteuropa südöstliche leichte Winde für die 
Küste bedingte, Nachdem sich am 2. aus dem Ausläufer eine Theildepression 
entwickelt hatte und diese über Schlesien fortgeschritten war, drang von Norden
	        
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