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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Vetens: Ueber geographische Ortsbestimmung am Lande, 
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dadurch, dafs man die Steine in ein Gefäß mit Wasser eintauchen läfst, das in der 
Mitte des Gerüstes niedergesetzt wird. Zur Beobachtung von Sterndurchgängen 
durch eine der beiden Fadenebenen legt man sich ausgestreckt auf die Erde, den 
Kopf nahe an dem Wassergefäfs auf ein Kissen, die Körperachse nahezu in die 
Fadenebene, und zwar vom Zenith aus gesehen wenn möglich nach der Seite hin, 
wo der Stern die Fadenebene passirt. Die tieferen Sterne dagegen beobachtet man 
im Sitzen oder Stehen. Sie werden nur beobachtet, wenn man das Azimuth der 
Fadenebenen genau ermitteln will. Um die Fäden zu beleuchten, bedient man 
sich einer Sturmlaterne; diese muß in Bezug auf jede der beiden Fadenebenen 
immer in gleicher Weise aufgestellt werden, so dafs das Licht auf die Fäden 
immer von derselben Seite fällt. . 
Für die Beobachtung mufs sich Jeder nach eigener Erfahrung die geeignete 
Methode ausbilden, um den Augenblick so genau wie möglich zu ermitteln, wo 
sich der Stern in der Fadenebene befindet. Es wird sich dabei nützlich erweisen, 
das Auge in regelmäfsigem Sekundentempo so in kleine Schwankungen zu ver- 
setzen, dafs das entferntere und schwächer erscheinende Fadenstück bald auf der 
einen, bald auf der anderen Seite — und zwar in gleichen Entfernungen — vom 
näheren Fadenstück erblickt wird. Steht in den beiden äufsersten Stellungen 
der Stern ebenfalls in gleichen Entfernungen vom näheren Fadenstück, so befindet 
er sich im der Fadenebene. Die Uhrzeit, zu ‚welcher‘ dies der Fall ist, bildet 
das Ergebnifs der Beobachtung. 
Nun sei zunächst entweder die Breite allein oder die Zeit allein gesucht; 
dann hat man nur an einer Fadenebene zu beobachten, und zwar ist es das 
Wenigste, die Durchgangszeiten von zwei Sternen — an jeder Seite vom Zenith 
einen Stern —- zu beobachten. Man nehme bei diesem Mindestmafs von Beob- 
achtungenm Sterne, die in geringer Zenithdistanz die betreffende Fadenebene 
passiren. Die beobachteten Uhrzeiten werden zunächst unter Berücksichtigung 
des genähert bekannten Standes und Ganges verbessert und in Sternzeit des 
Beobachtungsortes verwandelt; wir bezeichnen sie in dieser Form mit 7, und 72. 
Mit den aus dem Jahrbuch zu entnehmenden Rectascensionen x, und «, ergeben 
sich alsdann die Stundenwinkel 
T.= Yı-—€, und N, = Mo— 4, 
Nun wollen wir zunächst den Fall betrachten, daß die Zeit genau genug 
bekannt ist, so dals die Werthe von %, und %, und also auch z, und 7, keine 
erhebliche Unsicherheit besitzen. Man sucht dann also die Breite o und hat an 
der nahezu von Osten nach Westen gerichteten Fadenebene zu beobachten. Man 
erhält dann © aus der Gleichung 
20 = sin 0, cos 9, sint, — sin d, cos d, sin t, 
SE cos 0, cos d, sin (t, — t.} 
Hierin bezeichnet t, und t, die in diesem Falle mit 7, und:z, identischen 
wahren Stundenwinkel und d, und d, die Deklinationen der beobachteten Sterne, 
die man dem Jahrbuche entnehmen kann. . 
Ist sodann die Breite bekannt, die Zeit gesucht, beobachtet man also zwei 
Sterne in der ungefähr von Süden nach Norden gerichteten Fadenebene, so bestimmt 
man zunächst die beiden Hülfsgröfßsen h und y aus den Formeln: 
h-cosy = sin d, cos S, cos r, — sin d, cos d, cos 7, ; 
h «sin y — sind. cos #., sin r. — sin 0. cos d, sin 7, 
wobei man den Index , auf den südlicheren Stern beziehen und h immer positiv 
nehmen möge. Dann wird die an den Werthen %, und 1%, gemeinsam an- 
zubringende Uhrkorrektion — in Sternzeit, und. zwar nach Bogenmafßs —, 40, 
aus der folgenden Gleichung gefunden: 
sin (y + 40) __ tg cos d, 5 ll 
Ist endlich gleichzeitig die Uhrkorrektion und die Breite zu suchen, so 
beobachtet man an jeder der beiden Fadenebenen zwei Sterne, also vom Zenith 
aus nach jeder der vier Himmelsrichtungen einen. Die Indices , und „ gelten 
für die eine Fadenebene, a» und , für die andere.
	        
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