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Annalen der Hydrographie nnd Maritimen Meteorologie, März 1897.
12. Sturmtage an der deutschen Küste,
Monat
Januar .
Februar. .
März
April .
Mai“. .
Juni. .
4
Juli. 2.
August 7
September .
Oktober. . .
November .
Dezember . .
'
r Westliche Ostsee
Nordsee (einschl. Rügen)
15. SW, 16. NY
8, NO. 15. SW, 16. NV.
830. NW, 31. NW
29, NW
5, SW, 7. NW, 12, NW,
I. SW
6, SW. 7.SW, 12. NW,
17. SW
99. NW
5. NW
23. SW, 24. NW
5. SW, 6. SW
24, NW SW
5. SW, 6, 8W. 14. NO
4. NO
Oestliche Ostsee
8. NO, 9. NO, 30. NW,
31. NW
5.SW, 6. NW, 10. SW,
12. NW, 13. NW, 44..NIF.
29, NW
7. SW, 12, SW/NW,
17. SW. 31. NO
8a. N 0. 13. NO
A NW
94. SW
14. NO
4. NO, 6. NW, 11. SW
Es berichten an den kursiv gedruckten Tagen wenigstens ein Drittel der Signalstellen der
Seewarte auf den einzelnen Küstenstrecken Windstärke 8 der Beaufort-Skala und darüber, an den
anderen Tagen wenigstens die Hälfte.
E. Herrmann.
Oel zur Wellenberuhigung.
Den „Comptes Rendus“ der französischen Akademie der Wissenschaften
entnehmen wir den Bericht des Führers des Postdampfers „Arecthuse“ der „Mes-
zageries maritimes“, Baretge, in Uebersetzung:
„Am 6. Dezember 1896 verliefs die „Arethuse“ unter meiner Führung
Pulo-Kondore auf der Reise näch Singapore bei bedecktem und böigenı Wetter,
starkem, allmählich zunehmendem Nordostwind und hoher See. Gegen Mittag
in einer Böe aus Nordosten bei ungeheurer See drohen die Seeen jeden Augen-
olick an Bord überzubrechen. Ich mufs lenzen, die See ist wild aufgeregt, ich
greife zum Oelen der See.
Zu diesem Zwecke liefs ich die Klosetbecken im Vor- und Hinterschiff mit
Werg füllen und Oel darüber giefsen. Die erhoffte Wirkung liefs nicht lange
auf sich warten. Die großen Seeen, welche wüthend auf unser Heck anstürmten,
wurden durch den Einflufs des Oels in drei Theile getheilt. Das Schiff wurde
durch eine hohe Dünung getragen; in wenigen Metern Entfernung zu beiden
Seiten brachen, weit höher als die Reling, die Kämme der mächtigen Seeen,
welche das Schiff an Steuerbord und an Backbord begleiteten, ohne sich je zu
nähern, und gleichsam eine Furche bildeten, in welcher das Schiff sich vorwärts
bewegte. Der Erfolg war vollständig, ich hatte nichts mehr zu fürchten, nur dem
Steuern mulßste sehr grofse Aufmerksamkeit zugewandt werden.
Ich mufste bis zum folgenden Morgen vor der See lenzen; die sehr dunkle
Nacht verhinderte mich, die schweren Seeen anlaufen zu sehen, ich wurde nur
durch den Wind, der jeweilig an Stärke zunahm, von ihrem Anlaufen und ihrer
Richtung benachrichtigt. Am 7. Dezember 7" a hatte die See etwas nach-
gelassen, ich setzte Kurs S11°0O. Auch auf diesem Kurs wirkte das Oel weiter,
die Seeen wurden 3 bis 4 m vom Schitf gebrochen und schlugen kraftlos gegen
die Schiffsseite. Trotzdem hielt ich es für gerathener, Süd zu steuern. Ich
wollte dadurch den Oelstreifen weiter vom Schiff ab verlegen, so dafs die Seeen
sich in gröfserer Entfernung von demselben brechen mulfsten, was auch that-
sächlich eintrat.
Ich hielt diesen Kurs bis Mitternacht. Da von diesem Augenblick ab die
See nachließ, obgleich der Wind noch sehr stark war, so glaubte ich in Lee der