110 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1897.
schläge werden weniger zahlreich, obwohl über dem gröfsten "Theil Kuropas der
Luftdruck auch über Deutschland selbst zunächst noch niedrig bleibt. Dies wird
durch den Umstand veranlafst, dafs Deutschland in den Bereich eines Windsystems
zelangt, welches südlich und östlich von ihm; gelegene Minima umgiebt; eine
nordöstliche Strömung führt daher Luft von niedriger Temperatur aus dem kalten
Nordosten Europas über Skandinavien uns zu. Das Wetter gestaltet sich auch
nicht wesentlich anders, als am 20. Dezember das Barometer über Europa meist
äber 760 mm steigt, da der höchste Luftdruck über Nordeuropa sich entwickelt
and östliche Winde vorherrschend bleiben. Theilweise strengere Nachtfröste
and nahe dem Gefrierpunkt, theils darunter, theils darüber liegende Temperaturen,
im Allgemeinen geringe und seltenere Niederschläge, meist bedeckter Himmel,
häufiger und ausgedehnter Nebel bestimmen so den Witterungscharakter Deutschlands
von der Mitte bis zum 24. Dezember.
Noch ferner bis zum Schlufs des Jahres bleibt zwar über Deutschland der
Luftdruck hoch, doch setzt am 25. Dezember eine westliche Luftströmung und
etwas wärmeres Wetter ein, da von Nordwesten her eine tiefere Depression über
Nordeuropa sich ausbreitet.
Nachtfröste zeigen sich in der letzten Woche des Jahres nur siellenweise
und, mit Ausnahme Ostdeutschlands, in geringer Stärke, die Temperatur liegt an
den meisten Orten um wenige Grade über dem Gefrierpunkt; der Himmel ist
meist bedeckt, Vom 26. Dezember bis Ende des Monats finden täglich in einzelnen
Theilen Deutschlands ergiebigere Niederschläge statt. Aufser in den höheren
Lagen gelangt unter diesen Verhältnissen eine irgendwie beträchtliche Schnee-
decke von einiger Dauer in diesem Monat Dezember nicht zur Entwickelune.
Mittel, Summen und Grenzwerthe der Witterungserscheinungen im Jahre 1896
für Deutschland.
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