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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1897. 
Caleta Buena, Chile. 
Von Kapt. H. REHDER, Führer des Schiffes „Brilliant“. 
Am 20. Juni 1892 erhielten wir in Iquique die Order, nach Caleta Buena 
zu versegeln und dort die Ladung Steinkohlen zu löschen. Am folgenden 
Morgen gingen wir mit der einsetzenden Seebriese unter Segel und um 6 Uhr 
abends ankerten wir in der Bai von Caleta Buena auf einer Wassertiefe von 
18 m (10 Faden). Von unserem Ankerplatze peilte die Insel Mexillones 
vw. NW'ZW und die Südspitze der Bai von Caleta Buena SSW!/AW. Es ist 
dieses meiner Ansicht nach der beste Ankerplatz im Hafen. Die Landungsbrücke 
ist nur 1'/a Kablilg. entfernt und der aus grünlichem, mit Muscheln und Kies 
vermischtem Sande bestehende Grund hält gut, Das Schiff liegt dort sicher, 
doch mufßs es wegen der häufigen starken Fallwinde von den Bergen einen 
schweren Warpanker mit guter Täuketite nach hinten aushaben. Diese Fallwinde 
treten vorzugsweise in der zweiten Hälfte der Nacht auf. Während unseres 
Hierseins verloren zwei Schiffe durch diese heftigen Winde ihre Täuanker mit 
Kette. Die Ankerbojen waren, wie das häufig geschieht, gestohlen. Das Löschen 
und Laden geht sehr langsam, besonders deshalb, weil „Surfdays“ häufig sind. 
Der Ballast muß auf einer Wassertiefe von 25 Faden (45,7 m) über Bord geworfen 
und die Leichterfahrzeuge müssen mit dem Schiffsboote vom Schiffe nach dem 
Lande und zurück bugsirt werden. Proviant kann man hier zwar kaufen, der- 
selbe ist aber theuer. Grünwaaren kauft man von einem gröfseren Dampfer, der 
wöchentlich einmal von Iquique hier anläuft. Der Hauptverkehr zwischen 
Caleta Buena, Iquique und Pisagua wird durch Dampfbarkassen aufrecht erhalten, 
doch ist auch eine Eisenbahnverbindung dieser drei Plätze, vorhanden. Eine 
Reise von Caleta Buena nach einem der beiden anderen Plätze und zurück 
dauert mit der Bahn übrigens zwei Tage. Von Süden her nahe der Küste 
entlangsegelnd, nehme man sich in Acht, die Mexillones-Inseln im Norden von 
Caleta Buena, welche sich schon zeitig als Inseln darstellen, mit den Cololue- 
Inseln eben südlich von Caleta Buena, welche, nahe dem Lande liegend, sehr 
schwer als solche zu erkennen sind, zu verwechseln. Nur in der Peilung SO 
bieten die letzteren sich dem Auge als Inseln dar, in der Peilung SSÖ1/20 
fallen sie schon wieder mit der Küste zusammen. Auch sieht man den Ort 
Caleta Buena nicht eher, als bis er dwars ist. Der Ankerplatz von Caleta 
Buena ist ungefähr 5 Sm südöstlich von den Mexillones-Inseln, welche, wie schon 
bemerkt, immer zeitig genug ausgemacht werden können. Sie liegen ziemlich 
weit vom Lande ab und sind bedeutend höher als die Cololue-Inseln. 
Rückblick auf das Wetter in Deutschland im Jahre 1896. 
Dieser Rückblick auf das Wetter von Deutschland im vorangehenden Jahre 
hat gegen die früheren einige Veränderung dadurch erfahren, dafs außer dem 
Beobachtungsmaterial der Seewarte nicht nur die Monatsübersichten des Königlich 
Preufsischen Meteorologischen Instituts, sondern auch die entsprechenden Ver- 
öffentlichungen der anderen deutschen Institute und Centralstationen mit alleiniger 
Ausnahme des Königlich Sächsischen Metenrologischen Instituts bei der Bearbeitung 
benutzt worden sind. 
Der spätere Eingang einzelner dieser Berichte bringt allerdings eine Ver- 
zögerung im Erscheinen des Rückblickes mit sich; dies ist ein Nachtheil, dem 
der Vortheil einer möglichst gleichmäfsigen Berücksichtigung aller Gebiete des 
deutschen Reiches gegenübersteht. In dieser Hinsicht ist die Anzahl der in den 
Tabellen enthaltenen Stationen etwas vermehrt worden. Aufserdem ließlsen es 
die eigenartigen Windverhältnisse des Jahres 1896 zweckmäfsig erscheinen, die 
Häufigkeit der Windrichtungen nach den einzelnen Quadranten an Stelle der 
Zahlen für die Winde mit östlicher und westlicher Komponente zusammenzustellen, 
Da durch diese Aenderungen die Tabellen erheblich an Ausdehnung zugenommen 
haben, so ist von der Wiedergahe der Abweichungen vom mehrjährigen Mittel
	        
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