Rasche Reise eines Segelschiffes.
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lie gröfste Durchschnittsgeschwindigkeit während zweier aufeinander folgender
Etmale 11,0 Knoten, und zwar vom 29. his 31. Juli zwischen 130° und 150° O-Lg
in ungefär 49° S-Br. Der kleinste in einem Etmal erzielte Gewinn beträgt 29 Sm,
vom 19. bis 20. Juli zwischen etwa 88,3° O-Lg und 89,0° O-Lg in 42,2° S-Br.
Dieser langsame Fortschritt erstreckte sich nur über das eine Etmal, schon das
nächste brachte wieder günstigen Wind. Verhältnifsmäfsig langsam während eines
jängeren Zeitraumes ging die Fahrt zwischen 20° N-Br in 136,0° W-Lg und
40° N-Br in 138,7° W-Lg — im nördlichen Theile des Nordostpassatgebietes
und dem Grenzgebiet zwischen diesem und demjenigen der vorherrschenden
Westwinde —, woselbst vom 10. bis zum 25. September, ‚also in.15 Tagen, nur
eine Durchschnittsfahrt von 3,4 Knoten erreicht worden ist, von statten. Besonders
bemerkenswerth ist auch die erreichte verhältnilsmäfsig hohe südliche Breite im
Stillen Ocean von ungefähr 55°. .
Ansegelung des Hafens von Blyth”.an der Ostküste von England.
Von Kapt. W. REISING, Führer des Dampfers „Hochheimer“,
Nach dem englischen Segelhandbuch soll am Tage von dem höchsten der
beiden Leugchtthürme in Blyth eine blaue Flagge wehen, Dieselbe ist jetzt aber
nur noch mit Mühe von See aus zu erkennen, weil die außerhalb des Thurmes
neu erbauten „Kohlendrops“ fast ebenso hoch sind als dieser. Eine sehr gute
Landmarke zur Ansegelung von Blyth ist die etwa 2 Sm S'/2W vom äußeren
Ende des Wellenbrechers auf ungefähr 55° 5’ N-Br und .1° 28’ W-Lg liegende
Glashütte. mit ihren drei hohen, zuckerhutförmigen, weit nach See sichtbaren
Oefen. Nachdem man diese Glashütte auf einem Abstande von 1 Sm in die
Peilung West gebracht hat, führt der Kurs NzW!4W gerade in die Einfahrt
zwischen den beiden hölzernen Molenköpfen von Blyth. Von Norden kommend,
führt der auf die Glashütte gerichtete Südsüdwestkurs gut klar von den Sow-
and Pigs- sowie von den Seaton - Klippen. Von Süden kommend, sollte man,
besonders bei Nacht, den Wellenbrecher oder die Feuerthürme von Blyth nicht
in eine Peilung nördlich von NzW'42W bringen, um klar von der kleinen, etwa
26 Fufs hohen Hartley Bates-Insel (auch wohl St. Marys Island genannt), etwa
3 Sm vom Blyth-Wellenbrecher, auf ungefähr 55° 4,5‘ N-Br und 1° 27 W-Lg
gelegen, zu bleiben.
Während meines fünftägigen Aufenthaltes in Blyth im Juni 1896 strandeten
auf der genannten Insel die englischen Dampfer „Melothean“ und „Montrose“.
Es besteht die Absicht, auf dieser Insel ein starkes elektrisches Feuer zu
arrichten, zu welchem Zweck bereits die betreffenden Kreise zur Einreichung
ihrer Kostenanschläge aufgefordert sind.
Durch anhaltendes Baggern ist das Fahrwasser so viel vertieft, dafs bei
Niedrigwasser auf der Barre 3,7 m (12 Fufs) und im Hafen, längsseits der neu-
erbauten „Kohlendrops“, 7,9 m (26 Fufs) stehen bleiben. Zur Springzeit steigt
und fällt das Wasser 3,7 bis 4,3m (12 bis 14 Fufs). Es können somit Schiffe
mit einem Tiefgange von 7,3 m (24 Fufs) den Hafen von Blyth besuchen. Leider
ist letzterer, und besonders die Einfahrt, sehr schmal, welcher Umstand eine
grofse Gefahr für die Schiffe in sich schliefst, namentlich bei starken nord-
östlichen Winden.
Trotzdem die Lootsen im Besitz eines kleinen Dampfers sind, kommen sie
doch nur bei ganz ruhigem Wetter den Schiffen nach draufsen entgegen; sobald
etwas Seegang vorhanden, gehen sie erst an Bord, wenn das Schiff zwischen die
Molen gekommen ist.
1) Alle Kompafsrichtungen sind magnetisch. — Im Hafen von Blyth verkehrten 1896
97 deutsche Schiffe gegen 101 im Vorjahre. Ausgeführt wurden nach Deutschland 507 207 £ Stein-
kohle gegen 455 004 im Vorjahre. Die Verschiffung von Kohlen ist durch die im Juli 1896 voll-
andeten grofsen Kohlenausfuhrschuppen erheblich erleichtert; die Baggerarbeiten wurden noch fort-
zesetzt, D. Red.