Hydrographische Bemerkungen über den Tshusan-Archipel.
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bis Westbrise geweht, am 17. war der Wind wieder abgeflaut und auf Nord ge-
gangen, trotzdem herrschte noch am 17. ein starker Südoststrom, offenbar . eine
Folge der Winde am 15. und 16. Die in den Karten enthaltenen Angaben über
die Drehströme im Mündungsgebiet sind daher nur mit Vorsicht zu benutzen.
Nach dem China Sea Directory 1894, Vol. III, S. 28 sollen im Sommer
die Tages-, im Winter die Nachttiden zur Springzeit die höheren sein; S. M, 8,
„Kaiser“ hat sowohl im Mai wie im November die entgegengesetzten Erfahrungen
gemacht, welche auch mit den Angaben der Lootsen übereinstimmen.
Auf dem Wege von der Insel Steep bis Tung-Ying, der in etwa 10 Sm
Entfernung von der Küste zurückgelegt. wurde, wurden vorherrschend und in
Uebereinstimmung mit den Segelanweisungen Gezeitenströmungen beobachtet.
In der Formosa-Strafse wurde der zu erwartende Südwestdriftstrom
nicht gefunden, was in der später anzuführenden Unterbrechung des Nordost-
monsuns seinen Grund hat; dagegen wurde, wohl aus demselben Grunde der
Einfluß der Gezeitenströmungen weiter in See hinaus bemerkt, als sonst zu er-
warten gewesen, So wurde S. M. S. „Kaiser“ auf dem Kurse von der Insel
Ockseu nach der Insel Dodd, etwa 20 Sm von der Küste entfernt, vom KEbbe-
strom ziemlich stark nach See zu versetzt.
Ueber die vorerwähnte Störung des Nordostmonsuns in der For-
mosa-Strafse berichtet das Kommando:
Es wehte am Nachmittag des 25. November aus SE-—S mit Windstärke
2 bis 4, am 26. um Mitternacht frischte der Wind aus SW bis 5 auf und flaute
dann bis gegen Mittag, rechts drehend, auf WzS 1 ab. Der Himmel. war be-
wölkt, die Luft im Allgemeinen klar und sichtig, nur am Vormittag des 26.
lag über der hohen Küste nördlich und südlich von Amoy ein leichter Nebel,
der das Ausmachen der ferner gelegenen Landmarken sehr erschwerte.
Die See war glatt und ruhig. Letzterer Umstand war wohl dem ganz
ausnahmsweise um diese Zeit herrschenden Südwestwinde zuzuschreiben, während
durchschnittlich im November in der Formosa-Strafße steifer Nordostmonsun nebst
entsprechender See zu herrschen pflegt. Offenbar waren Wind und Wetter in der
Straße in diesen Tagen durch eine im Norden vorbeiziehende Depression beein-
Aufßst, worauf auch der niedrige Barometerstand am 25. und 26. schliefsen läfst
(760 mm unred., also 7 mm unter normal). -
Anmerkung der Redaktion. Nach den japanischen Wetterkarten hat
Naha (Liu-Kiu-Inseln) am 25. 2°"p S2 mit 757 mm. am 26. ist diese Depression
bis auf 753 mm vertieft nordwärts zu den Japanischen Inseln fortgeschritten.
S, M. S. „Arcona“ hatte am 18. bis 20. November im Formosa-Kanal Nordost-
monsun 4 bis 5 mit entsprechender See und hohem Barometer (770 m unred.).
Ebenso entsprachen die Stromverhältnisse den Segelanweisungen. Die von S. M. 5.
„Kaiser“ beobachtete Störung des Monsuns dürfte demzufolge auf die oben er-
wähnte Depression richtig zurückgeführt sein.
Am 15. und 16. November befand sich nach den japanischen Wetter-
karten S. M.S. „Kaiser“ an der linken Seite einer flachen, nordöstlich fort
schreitenden Depression.
Wind und Wetter in Apia.
Aus dem Bericht S. M. S. „Bussard“, Kommandant Korv.-Kapt. WINKLER.
Der Passat wehte mit geringen Unterbrechungen bis zum 18. November 1896,
von da ab traten wechselnde Winde von Nord bis Ost und SE auf, Das Baro-
meter war hoch. Am 26. morgens kam plötzlich hohe nördliche Dünung auf,
welche die Nacht über und am nächsten Tage anhielt, so dafs. das Schiff gezwungen
war, .den Hafen zu verlassen.
Es traten hierbei ‚wieder die ungünstigen Verhältnisse des Hafens von
Apia zu Tage; während im Hafen und vor der Einfahrt die Dünung schon steil
auflief und auf einer Bank vor dem Hafen brandete, war weiter. Östlich vor
Vailele und Saluafata keine außergewöhnlich hohe See zu bemerken, in Saluafata
selbst war es fast ganz ruhig, auf der Saluafata-Bank standen einzelne Brecher.