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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Die Witterung an der deutschen Küste im Januar 1897. 
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drucks auf den Zeitraum 1851/80, während die vieljährigen Monatsmittel der Windgeschwindigkeit 
aus allen bis 1891 einschl. vorhandenen Anemometer-Registrirungen abgeleitet wurden; hierbei kamen 
für Hamburg und Borkum die ersten Jahrgänge Registrirungen nicht in Betracht, da die jetzige Auf- 
stellung der Anemometer von der ursprünglichen zu erheblich abweicht, um vergleichbare Werthe 
zu geben. Für Rügenwaldermünde wurden die 10jährigen Mittel 1886/95 auf 20jährige 1876/95 
mittels der Stationen Swinemünde und Neufahrwasser reducirt. 
Als Sturmnorm sind untere Grenzwerthe für die stündliche Geschwindigkeit bei stürmischen 
Winden zu verstehen, welche in Beiheft II des „Monatsberichtes der Deutschen Seewarte, Jahr- 
gang. 1890* abgeleitet wurden. Als Tage mit Sturm wurden diejenigen Tage gezählt, an welchen 
die mittlere Windgeschwindigkeit im Mittel mindestens einer Stunde die betreffende Sturmnorm 
grreichte,. Wo Störungen im Gange der Anemometer wvorkamen, ohne dafs die durchschnittliche 
stündliche Geschwindigkeit für diese Zeit ermittelt werden konnte, sind die Monatsmittel der Wind- 
geschwindigkeiten kursiv gedruckt; die Daten der Tage mit derartigen Störungen, an welchen 
stürmische Winde beobachtet wurden, sind, mit Fragezeichen versehen oder in Klammer, hin- 
zugefügt, ebenso bedeuten die in Klammern gestellten Zahlen für Rügenwaldermünde, das kein 
Anemometer besitzt, sowie für Keitum und Memel, .da für diese Stationen das Anemometer neuerdings 
eine andere Aufstellung erhalten hat, und somit die Sturmnorm noch nicht festgestellt werden konnte, 
die Daten der Tage, an denen stürmische Winde beobachtet wurden. 
Durch kursive Ziffern sind allgemein alle Werthe gekennzeichnet, bei deren Ableitung 
interpolirte oder ergänzte Zahlen mitbenutzt werden mulsten. 
Die Mittelwerthe des Januar charakterisiren diesen Monat bei nahezu 
normalem Luftdruck als kalt, trüb, trocken und ruhig; schwere Stürme trafen 
die Küste nicht. 
Nachdem am 1. Januar die Temperatur am Tage die höchsten Werthe inm 
Monat erreicht hatte, sanken die Morgentemperaturen zunächst langsam, dann 
schneller bis gegen Ende der ersten Dekade, wo im Osten die niedrigsten 
Monatstemperaturen eintraten. Doch nahm der scharfe Frost bald ab, indem 
sich im Westen am 13., im Osten am 14, wieder mildere Witterung einstellte, 
die meist bis zum 18. im Osten und bis zum 19. im Westen anhielt. Während 
nun im Westen langsames Sinken der Morgentemperaturen bis zum 25,, dann 
stärkeres Ansteigen und nach ziemlich milder Witterung am 27. und 28. wieder 
starkes Sinken beobachtet wurde, brachte die letzte Dekade im Osten mehrfach 
kürzere Schwankungen, wobei die Temperaturen meist am 21., 24. und 28. oder 
29. am höchsten lagen. Die Morgentemperaturen überschritten die normalen 
Werthe überwiegend an der Nordsee nur am 1., 2., 17., 27. und 28,, an der 
Ostsee nur am 1. bis 4., 14. bis 18. und 28. und lagen sonst mit wenigen Aus- 
nahmen darunter. Die mittlere Veränderlichkeit der Temperatur von Tag zu 
Tag hatte ihren gröfsten Werth fast durchweg am Morgen und überstieg in 
Neufahrwasser und Memel 3°. Sehr grofse Schwankungen, über 10°, erfuhr die 
Morgentemperatur in Memel und zwar ein Steigen von 10,8° vom 8. zum 9. und 
von 10,1° vom 20. zum 21. 
Sieht man von geringfügigen Niederschlagsmengen ab, so waren die erste 
und zweite Dekade des Monats vorwiegend trocken, indem verbreitete und in 
24 Stunden 1 mm übersteigende Niederschläge an der Nordsee wesentlich nur 
am 8., 9. und 17. und an der östlichen Ostsee nur am 1., 12. und 16. vorkamen. 
Vom 21. bis 29., im Osten vom 20. bis 31., fanden dann fast täglich, aber der 
Mehrzahl nach ebenfalls geringfügige Niederschläge statt, so dafs die Monatssummen 
der Niederschläge an der Nordsee und westlichen Ostsee erheblich zu gering 
ausfielen‘ und auch östlich von der Oder meist unter den normalen Werthen 
blieben. Sehr ergiebige, in 24 Stunden 20 mm übersteigende Niederschläge 
wurden nicht beobachtet. Meist war die Witterung trüb, heiteres Wetter trat 
in einiger Verbreitung nur am 2. und 11. im Osten sowie am 6. an der Nord- 
see auf, Ausgebreiteter Nebel herrschte am 1. an der Ostsee, am 2. .an der Nord- 
see und westlichen Ostsee, am 3. an der Nordsee, am 5. an der mittleren Ost- 
see, am 13., 15, und 17. an der Nordsee, am 18. an der Nordsee und westlichen 
Ostsee, am 19. und 30. an der Nordsee und am 31. an der Nordsee und west- 
lichen Ostsee, Gewitter kamen nicht vor. 
Stürmische Winde traten auf am 2. aus NNW bis NE, Stärke 8 bis 9, 
im äußersten Osten, am 7. bis 9. aus Ost bis SE, Stärke 8 bis 9 (ganz ver- 
einzelt auch 10), an der Nordsee und am 9. auch an der westlichen und mittleren 
Ostsee, am 22, aus NE, Stärke 8, an der Nordsee und am 23., mehr vereinzelt 
auch am 24,, aus NE, Stärke 8 bis 9, an der Ostsee.
	        
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