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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1896.
Für den Zustand des unterseeischen Ufers, unmittelbar neben den Hafen-
dämmen, sind diese Peilungen jedoch nicht genau genug.
Sehr ausgedehnte Peilungen längs den Hafendämmen zeigen an, dafs das
Ufer daselbst in einen stationären Zustand gelangt und nicht zu befürchten ist,
dafs die Hafenmündung durch den Anwuchs des nassen Strandes Nachtheil er-
erfahren wird. Dieser Anwuchs ist zu beiden Seiten des Hafens über 2 km von
den Wurzelenden der Hafendämme wohl zu merken.
Mit der neuen Seeschleuse wird der Nordsee-Kanal mit einer Anzahl Zu-
gängen versehen sein, welche auch für die weite Zukunft eine genügende Leistungs-
fähigkeit sowohl bezüglich der Gröfse als auch der Anzahl Schiffe besitzen.
Während mit den alten Schleusen 68 Schiffe im Etmal geschleust werden können,
ist diese Ziffer für die neue Seeschleuse auf 48 zu bemessen, so dafs später
116 Schiffe im Etmal die Schleusen passiren können. Mit einer solchen Anzahl
kann Amsterdam sich vorläufig zufriedenstellen,
Der gegenwärtig im Bau begriffene neue Fischereihafen an der Südseite
des Aufsenkanals muß bis zur Eröffnung der neuen Seeschleuse fertiggestellt sein,
damit die jetzt an der Nordseite des Aufsenkanals liegenden Fischer nach der
Fertigstellung des Zuleitungskanals zu der neuen Seeschleuse einen anderen Liege-
platz vorfinden und keine ernsthafte Behinderung der grofsen Schiffahrt bereiten.
Wenn erst die von der Handelskammer in Amsterdam verlangte Ver-
besserung des Nordsee-Kanals ausgeführt sein wird, und damit derselbe eine
Sohlenbreite von 50 m bei 10 m — N. A. P. Tiefe erhalten hat, so ist wohl nicht
mehr zu bezweifeln, dafs für Amsterdam dann ein allen Anforderungen der Jetzt-
zeit und der Zukunft entsprechender Zugang geschaffen sein wird. v. Horn.
Rückblick auf das Wetter in Deutschland im Jahre 1895.
Von Prof. Dr. W. J. VAN BEBBER.
Die nachstehende Tabelle veranschaulicht in übersichtlicher Weise die
durchschnittlichen Witterungsverhältnisse in Deutschland in den einzelnen Monaten
und im Jahre sowie die Abweichungen derselben von den aus langjährigen
Beobachtungen abgeleiteten durchschnittlichen Werthen für das Jahr 1895. Dabei
3zind die meteorologischen Stationen Borkum, Hamburg, Swinemünde, Neufahr-
wasser, Berlin, Kassel, Breslau und München als Repräsentanten für die ver-
schiedenen Gegenden Deutschlands gewählt worden. Für die Jahreszeiten gelten
die Monate Dezember, Januar und Februar als Winter, März, April und Mai als
Frühling, Juni, Juli und August als Sommer und September, Oktober und November
als Herbst. Das meteorologische Jahr umfafst also die Zeit von Anfang Dezember
bis Ende November des folgenden Jahres, während das bürgerliche Jahr von
Anfang Januar bis Ende Dezember dauert. Die Angaben der Windgeschwindig-
keiten (wobei Neufahrwasser durch Memel ersetzt wurde) beziehen sich auf
Anemometer-Aufzeichnungen, welche bekanntlich in hohem Grade von der Auf-
stellung dieser Instrumente abhängig sind, so dafs also diese bei der Vergleichung
der Mittelwerthe berücksichtigt werden mufs. Es sei hier noch bemerkt, dafßs
die Anzahl der Windstillen zu Neufahrwasser und München in den letztverflossenen
Jahren erheblich gröfser ist als in früheren Jahren, so dafe angenommen werden
mufs, dafs eine Aenderung in der Schätzungsmethode eingetreten ist. Ebenso
ist die Zahl der Nebeltage zu München im Vergleich zu derjenigen an den
übrigen Stationen viel zu grofs. Bezüglich der Abweichungen sei noch bemerkt,
Jafs die mit einem + als Vorzeichen versehenen Zahlen einen Ueberschufs über
Jen Mittelwerth, dagegen die mit — vorgezeichneten ein Zurückbleiben unter
dem Mittel bedeuten. Die Maxima der meteorologischen Elemente sind durch
jetten Druck, die Minima durch Sternchen (*) hervorgehoben worden. Im Uebrigen
Jürften die Zahlen leicht verständlich sein. Als Zahlenmaterial wurden in dieser
Arbeit benutzt die in dieser Zeitschrift puhlicirten meteorologischen Tabellen,
die monatlich herausgegebenen Tabellen des Königlich preußischen meteoro-
logischen Instituts und der Centralstation zu München.