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Full text: 61, 1933

372 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November/Dezember 1933. 
Tabelle 7, Verhältnis der positiven und negativen 
Abweichungen. 
Das Verhältnis der Abweichungen 
nähert sich im allgemeinen der Zahl 1 
oder wird <“ 1, verschiebt sich also nach 
der Seite günstigerer Resultate, d. h. 
wir haben weniger zu hohe Vorhersagen 
des Minimums zu erwarten. 
Zur Entscheidung darüber, ob mit 
Hilfe der speziellen Konstanten eine 
größere Genauigkeit in der Vorhersage 
erzielt werden kann, sind aus den der 
Tab. 7 zugrunde liegenden Abweichungen 
die Fehler berechnet worden. Sie sind 
in Tab. 8 gegenübergestellt. 
Tabelle 8, Mittlere Fehler der Abweichungen des berechneten und beobachteten Minimums. 
I: My — Wı Il: m, — Ws 
CC Man 
M 3:0 
ad 3:4 
EC 3:0 
12° 
3:6 
1929/31 Sr O6) PM ] M_ 
1] | mn |) ı HL | 
Mai | 00:02:02 222] 00 04-07 +24 00, 09) 
Oktober | -0:3] -0.8[-0.1 od 08 ad 0.21 0.4[-0.21 1.01 
Septemb.] 0.0-0.4| 0.1 +1.1] 0.040,31 0.00.31 0.0.-0.9' 
T A I 
la apa ir 
0.0 3.3 00 4 1-01 -0,4{-0.341.4 
= — | 00 12-07 0.0]:07 406 
0.0 40.7 ZZ 40.7/40.9] 0.040.7 
Die mittleren Fehler der Abweichungen zeigen gegenüber den Fehlern der 
mittels der allgemeinen Konstanten gefundenen Abweichungen durchweg absolut 
kleinere bzw. negative Werte. Besonders auffällig ist der Unterschied bei PC 
im Mai und bei M im Oktober, Ersteres zeigt die bekannte Tatsache des 
völligen Versagens der allgemeinen Konstanten bei PC-Luft, letzteres seine 
Eignung für M-Luft. 
Die Untersuchungen zeigen, daß der Ausdruck „Konstante“ für die Kammer- 
mannsche Differenz nicht ganz zutreffend ist. Es ist weniger gerechtfertigt, 
die „Konstante“ für eine längere Zeit (Monat) zıu bestimmen, als sie für spezielle 
Luftmassen festzulegen, deren Charakteristik sie dann zugleich liefert. Deswegen 
erscheint die Bezeichnung „Kammermannsche Charakterzahl“ treffender zu sein. 
ILL Ergebnisse für die Frostvorhersage. Nach den Ergebnissen des 
vorhergehenden Abschnitts muß bei Anwendung der Kammermannschen Konstanten 
für Luftkörper bei den Frösten eine größere Trefferzahl erwartet werden. Diese 
Untersuchungen wurden für den Zeitraum 1920 bis 1931 durchgeführt. Dabei 
wurden die Trefferprozente im Mai von etwa 45 auf etwa 54, im Oktober von 78 
auf 85 erhöht. Die noch fehlenden Prozente zu einer guten Vorhersage entfallen 
auf alle diejenigen Fröste, die durch einen Luftkörperwechsel vom Abend- zum 
Morgentermin verursacht wurden. Bei der Verwendung der über lange Jahre 
berechneten Konstanten war es nicht möglich, einen Ansatz zu machen, der die 
Änderung der Luftmasse berücksichtigte, Dieser Ansatz ist erst durch die Luft- 
körperkonstante möglich geworden. Es zeigt sich, daß die Abweichung beim 
Wechsel folgender Luftkörper stets positiv war, d.h. das Minimum lag tiefer, 
als yorausgesagt wurde. 
MP O—>P PPC X-—PO. 
T(M)-—>P I1—C M—> CC 
Es muß angenommen werden, daß der Temperaturfall beim Wechsel von 
Luftmassen in dem Zusammenwirken beider Körper zu suchen ist, Einmal als 
Effekt der Strahlung, die in der für die Prognose geltenden Zeit in den an der 
Station lagernden Luftkörpern stattfindet, zum anderen der advektive Einfluß 
des neuen Luftkörpers, Die Konstante muß also in diesem speziellen Falle 
größer sein, um das Minimum durch Ausstrahlung und dynamische Abkühlung 
zu erfassen. Es stellte sich heraus, daß man gute Resultate erhält, wenn man 
der Konstanten des Luftkörpers am Abendtermin etwa den halben Wert, dem
	        
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