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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteotologie, Februar 1896. 
des einen Fahrwassers nicht selten die Hauptrichtung eines anderen Fahrwassers 
kreuzt oder eine Fahrstrafse aus der einen Richtung in weiterem Verlauf in eine 
Fahrstrafse mit anderer Richtung übergeht, so wurde es bei den verwickelten 
Verhältnissen .in den schwedischen Scheeren-Gewässern nothwendig, durch be- 
sondere Bestimmungen die gültige Hauptrichtung einer Fahrstraße zu ihrer 
Bezeichnung durch Seezeichen vorzuschreiben. 
Ohne Kenntnifs dieser Bestimmungen, welche ich übersetzt beifüge, ist 
demnach auch mit Zuhülfenahme der schwedischen Specialkarten eine schnelle 
Orientirung in den schwedischen Gewässern nicht wohl möglich. 
Seezeichen. Die zur Bezeichnung der Fahrstraßen ausgelegten See- 
zeichen sind in der Mehrzahl einfache Stangenseezeichen, welche gewöhnlich recht 
gut senkrecht stehen und mit Steinen am Grunde verankert werden. Spieren- 
tonnen,. wie sie in den deutschen Nordsee-Gewässern Verwendung finden, habe 
ich nirgends gesehen, wohl aber kleinere spitze Tonnen, und zur Bezeichnung 
der aufserhalb der Fahrstrafsen liegenden Gründe Tonnen mit Gitterwerk und 
anderem Aufbau, welche in Deutschland als Bakentonnen bezeichnet werden 
würden. 
Eine besondere Art Seezeichen, welche in Schweden Verwendung finden, 
3ind. schwimmende Pyramiden, pyramid flottar. Sie werden nur in ruhigem 
Wasser in den Scheeren-Fahrstralsen gebraucht und bestehen aus meist kurzen 
drei- oder vierseitigen Pyramiden, - welche auf einer‘ Flofsunterlage schwimmen 
und am Grunde mit Steinen verankert sind. 
Für die Fahrstrafsenbezeichnung gilt als Regel, dafs Seezeichen mit Topp- 
zeichen (Besen) an der Nord- und Ostseite, glatte Stangenseezeichen, das sind 
Seezeichen ohne Toppzeichen, an der Süd- und Westseite der Fahrstralsen stehen. 
Die Seezeichen mit Besen sind roth gemalt, die glatten sind schwarz, am oberen 
Ende gewöhnlich weiß. 
Untiefen, welche an beiden Seiten passirt werden können, werden durch 
achwarz und roth gemalte Kreuzpricken (kryssprickar) bezeichnet. 
Die Untiefen in offener See werden an der Nordseite durch schwarze, an 
der Ostseite durch schwarze Seezeichen mit weißem Streifen bezeichnet. Die 
Südseite solcher Gründe bezeichnen rothfarbige Seezeichen mit einem oder 
mehreren aufrecht gebundenen (stehenden) Besen, die Westseite rothgefärbte 
Seezeichen mit einem oder mehreren nach unten gebundenen Besen (hängende). 
Bälle oder andere Toppzeichen können zur besseren Unterscheidung der See- 
zeichen voneinander, oder um sie besser sichtbar zu machen, Verwendung finden. 
Toppzeichen. Die in Schweden für die schwimmenden Seezeichen zur 
Verwendung kommenden T’oppzeichen sind weithin sichtbar und gewöhnlich aus 
Holz oder Bandeisen hergestellt. Sie sind sehr leicht und scheinen mir ihren 
Zwecken gut zu entsprechen. ; 
Beleuchtung. Ein nicht unbeträchtlicher Theil der in Schweden brennenden 
kleinen Leitfeuer wird nicht vom Staate, sondern von Kommunalbehörden und 
Privatpersonen unterhalten. In der im Jahre 1894 herausgegebenen officiellen 
„Lista öfver Svenska Fyrar“- sind — abgesehen von den grofsen Binnenseen -—- 
302 Feuer verzeichnet, von denen 97 nicht vom Staate unterhalten werden. Unter 
allen Feuern befinden sich ferner 127, welche ohne ständige Bewachung brennen, 
das ist mehr als der dritte Theil und ein Beweis, dafs die kleinen Leitfeuer — um 
diese handelt es sich bei Aussonderung der nicht bewachten Feuer — einen hohen 
Grad der Brauchbarkeit erreicht haben müssen. Dem ist in der "That so; sie 
sind auch besonders für die Beleuchtung der Scheeren-Fahrstrafsen geeignet, weil 
sie durch die Verwendung farbiger Gläser und Anbringung von Scheiben und 
Schirmen in der Laterne oder in einigem Abstande vor derselben zu grofser 
Mannigfaltigkeit zusammengestellt werden können. 
Diese schwedischen Wechselfeuer brennen in kleinen rothen Gebäuden an 
den Rändern kleiner Felseninseln, auf Klippen oder auf niedrigen Pfahlgerüsten 
im Wasser in nur geringer Höhe über dem Meeresspiegel. KEine Beschreibung 
derselben ist von mir im Januarheft der „Annalen der Hydrographie etc.“, 1895, 
Seite 27, gegeben worden, worauf ich Bezug nehme. 
Die Feuer brennen 1 bis 2 Wochen je nach der Gröfßse ihres Speise- 
behälters, und. soll! nach dem Urtheil der Lootsenbehörden ein Verlöschen der 
Feuer aus Mangel an Brennmaterial oder anderen Gründen in den beiden letzten
	        
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