Pascagoula, Mississippi.
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beide können sich nicht darüber einigen, so hat jeder das Recht, die Sache zwei
koncessionirten Lootsen zur endgültigen Entscheidung vorzulegen. . A
11. Bei der Ankündigung der Ladebereitschaft hat der Kapitän dem. Ab-
Jader eine Bescheinigung des Hafenmeisters zu bringen, dafs das Schiff auf dem
richtigen Ladeplatz liegt, den Ballast gelöscht hat und: ladefertig ist, sonst wird
die Anzeige, welche in allen Fällen eine schriftliche sein mufs, nicht acceptirt.
Der Kapitän hat. die Anzeige in dem Kontor: des Abladers abzuliefern, und
zählen die Tage erst von dem Zeitpunkt ab, wenn diese Anzeige von dem Ab-
lader in seinem Kontor empfangen worden ist. Erscheint der Kapitän nach
10 Uhr vormittags im Kontor des Abladers, so zählen die Ladetage erst vom
folgenden‘ Tage ab.
Was die Schiffsunkosten anbetrifft, so enthalten zur Zeit fast alle Charter-
partien die Klausel, dafs der Ablader sie sämmtlich gegen eine Vergütung von
$ 2 pro 50 Kubikfufßs oder 600 laufende Fuls (d. h. 6U0 Fufs langes Brett von
einem Zoll Dicke und 12 Zoll Breite) bezahlt. Ausgeschlossen ist fast immer
der Schlepplohn beim Einsegeln, der auch oft nicht nothwendig ist. ‘Diese Ab-
machung‘ erhöht die Unkosten. der Schiffe wenigstens‘ um $ 1,00 pro Register-
tonne über das,‘ wohin sie sonst kommen würden, doch‘ die‘ Ablader auf der
ganzen Küstenstrecke von Wilmington und Savannah bis nach New Orleans
haben sich dahin geeinigt, nur unter diesen..Bedingungen ihre Ladungen zu ver-
schiffen.
Die Stauer verrichten die ganze Arbeit an der Ladung, es sei denn, dafs
der Kapitän einen ‚Theil seiner Mannschaft zu $ 1,50 pro Tag ausmiethet, doch
selten ist es ein gutes Zusammenarbeiten, und man hat mehr Unannehmlichkeiten
davon, als die‘Sache werth ist, und wenn es zur Abrechnung kommt, giebt es
meistens Streit. Um diesem vorzubeugen, wird man wohl thun, sich: jeden Abend
vom Stauer eine Bescheinigung über die von der Schiffsbesatzung ‚geleisteten
Arbeitsstunden geben zu lassen,
Die Beladung der Leichter mit Planken, Brettern u, s. w. geschieht‘ an-
scheinend ohne irgend welche Ordnung; Alles wird durcheinander geworfen, und
die Stückzahl läfst sich nicht eher ermitteln, als bis es zum Löschen. kommt.
Dann ist es dem Steuermann auch kaum. möglich, die Ladung richtig zu zählen,
indem. die Stauer mit zwei Gängen arbeiten, bald eine Planke, bald fünf bis zehn
Bretter auf einmal einschieben. Der mit dem Leichter abgesandte Schein stimmt
nicht immer mit dem Inhalte des Leichters. Ist die Ladung schliefslich voll und
ein Unterschied entstanden, so ist es rathsam, iln in dem Konnossement zu
erwähnen, zumal es dem Steuermann unter den obwaltenden Verhältnissen nicht
möglich ist, genau zu zählen. Im Allgemeinen kommen. die Ladungen jedoch. im
Löschplatz immer ziemlich richtig aus,
Ein anderer grofser Uebelstand ist, dafs bei der Beladung der Leichter
keine besondere Rücksicht darauf genommen wird, dals die schweren gröfseren
Planken oder frisch geschnittenes Holz auf den Boden des Schiffes kommen, sondern
was eben am bequemsten am Holzhof liegt, wird zuerst abgesandt. In vielen Fällen
ist das zu verschiffende Ladungsquantum noch nicht vollständig geschnitten, wenn
das Schiff mit dem Laden beginnt, und. frisch gesägtes schweres Holz :kommt
oben ins Schiff, so dafs die Schiffe rank werden, mitunter kaum seetüchtig sind
und infolgedessen lange Reisen haben. Deckladung zahlt %/s Fracht und durch
die $ 2-Klausel geht nahezu das zweite Drittel weg, und für andere Unkosten,
als Kaplaken, Befrachtungs- und Adrefskommission, Geldvorschüsse u. 8. w., noch
ein Theil vom letzten Drittel der Fracht — da ist es besser, gar nichts auf Deck
nehmen und Ballast im Boden des Schiffes lassen, etwa soviel, dafs das Schiff, wenn
voll beladen, sein volles Traggewicht hat. 1000 laufende Fufs Pitchpine wiegen
etwa zwei Tonnen, mehr, wenu ganz frisch geschnitten, und weniger, wenn aus-
getrocknet. Wir hatten mit unserem Schiffe von nahezu 800 Registertonhen
5400 laufende Fuß ‚geladen, diese hatten ein .Gewicht von ‚1100 Tonnen;..&8
waren viele.ein bei drei- und ein bei vierzöllige leichte Bretter darunter; wenn
man 12 Stück davon aufeinander legt, messen sie 15 Zoll Höhe, kein Wunder,
dafs man schlecht damit ladet. Wir hatten aber Glück, dafs bei unserer Ladung
50000 Fufs Picets waren, wovon wir 40 000 an Stellen verstauten, wo.:anderes
Holz nicht liegen konnte... .
Ann. 4. Hydr. ete., 1896, Heft II.