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Volltext: 44, 1927

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. — Nr. 1. 1926. 
Marble-, der Schreikranich, grus canadensis Linn., auf der Southampton-Insel; dazu Strandläufer 
(Tringa fusicollis, Vieill.; Tringa minutilla, Vieill.; Tringa alpina pacifica, Oones; Ereunetes pusillns, 
Linn.), Regenpfeifer (Squatarola squatarola, Linn.), Keilhaken (Numenius arquatis), Schnepfen (Calidris 
arenaria, Scolopax Wilsonii, Heterocelus brevipes, Vieill.), Rallen (Porzana oarolina, Linn.), desgleichen 
Raubvögel, wie Eulen, Adler, Habichte, Falken, Geier in großer Anzahl rund um das Hudsonmeer oder 
an verschiedenen Stellen der Küste. Von den Tauchern wurde colymbus arcticus, Linn. bis jetzt nur 
auf der Ostküste, gavia lumme, Gunn. dagegen auf beiden Seiten, gavia arcticus, Linn. namentlich in 
Roes Welcome und an der Westseite der Southampton-Insel entlang angetroffen. Dagegen sind einige 
Wasser- bez. Sumpfvögel, die man über ganz Kanada verbreitet glaubte, und die alle im Winnipeg- 
Becken sehr zahlreich sind, nämlich die Pelikanart Pelicanus erythrorhynchus, Gmelin, der gemeine 
Wasserrabe (Graeculus carbo, Gray) und das schwarze Bleßhuhn, am Hudsonmeere bis jetzt noch nicht 
gesehen worden. 
Wie die Küsten und Inseln, so sind auch die Wasser des Hudsonmeers faunistisch reich belebt. 
Zu allen Jahreszeiten überall zahlreich verbreitet, wiewohl in den letzten Jahrzehnten infolge Raubbaus 
etwas zurückgegangen (J. B. Tyrrell), ist der Eis- oder Polarbär (Ursus maritimus). An weiterer Stelle 
ist das Hudsonmeer — neben der Davisstraße und der Baffinbai — einer der Walgründe des östlichen 
Nordamerikas. Der Grönlandwal (¡Bartenwal!) halaena mysticetus, Linn., der Wal der Davisstraße und 
der Baffinbai, tritt bis auf einige seltene Vorkommen bei der Southampton-Insel, in Roes Welcome, 
höchstens noch bei der Marble-Inisel, im Hudsonmeere völlig zurück. Der Wal des Hudsonmeers ist 
der Tümmler oder Delphin, Delphinopterus catodon, Linn., bei Bell; Beluga catodon, Gray, bei Low ge 
nannt, 201 ) also eine kleinere Art (nach Alcock durchschnittlich 4—5 an lang) und ein Zabnwal. Die Del 
phine kommen im Frühjahre, wenn das Eis aufbricht ans der Hudsonstraße in das Hudsonmeer und 
bleiben dort bis zum Herbste. Im Gegensätze zu den Grönlandwalen leben sie hauptsächlich in dien Fluß 
mündungen. Dort gehen sie täglich mit Flut und Ebbe auf und ah. Staunenerregend ist nach älteren 
und neueren Forschern ihre oft ungeheure Menge, namentlich in der Ohurchillmündung und noch 
mehr im Nelson- und im Hayes-Ästuar, auch zwischen Rupert-IIouse und East-Main-Fort, In den Ka 
nälen zwischen den östlichen Inseln und in den Flußmündungen nördlich des Little Whale-River, vor 
allem im Nastapokaflusse. Nach Gordon wurden einmal Im Churchill bei einer Flut 200 gefangen, 
O’Süllivan zählte einmal bei Fquan-Point 100 Delphine nahe der Küste. An besonders seichten Stellen 
sind aber die Tiere seltener, das gilt auch von den mehr und mehr versandenden Mündungskanälen des 
Great und des Little Whale-River, zweier Flüsse also, die ursprünglich von der Fülle der Wale ihre 
Namen erhielten. Ganz im Norden des Hudsonmeers, nach der eisbeladenen Frozen Strait zu, kommt 
noch ein anderer Zahnwal, der Narwal (das Einhorn), Monodon monoeeras, Linn., vor. Unter den 
Robben tritt das Walroß (Odobaenus rosmarus, Malmgren, und Trichechus rosmarus, Linn.) zu allen 
Jahreszeiten im nördlichen Bereiche, südwärts bis etwa 57° auf, 202 ) besonders gern auf Treibeisschollen 
nahe der Küste und auf kleinen felsigen Inseln. (Die Walrus-Insel in der Fisher-Straße!) Auch Seehunde 
sind in stattlicher Anzahl im Hudsonmeere vertreten, und zwar vorwiegend auf der Ost-, weniger auf 
der Westküste. Es sind nach C. Hart Merriam’s Untersuchungen und Gordons Bestätigung alle die 
Artien, die auch im Lorenzgolfe und an der atlantischen Küste Neufundlands und Labradors Vorkom 
men, alles Haar-, nicht Pelzseehunde. Doch fehlt nach der Literatur der atlantische Cystophöra cristata, 
Erxleben, im Hudsonmeere. Vorhanden sind: Pagophilus groenlandieus, Mull (oder Phoca groenlandica 
nach Bell), Phoca barbata, Fab. und Cällocephalus vitulinus, Linn. (oder Phoca vitulina, Linn.) Der 
letztgenannte wird im Hudsonmeere auch Süßwasserseehund genannt, weil er beträchtliche Strecken in 
den Flüssen hinaufsteigt und in Süßwasserseen weit im Binnenlande lebt, dabei teilweise Süßwasser- 
301) Bell. Geol. Surr. of Canada 1884, S. 52. Low 1904, S. 274. Es ist wahrscheinlich, daß Bell und Low dasselbe 
Tier im Auge haben. 
20a ) Die Funde Sullivans auf dem Strande zwischen Albany und Equan-Point, also südlich der heutigen 
Grenze bestanden in Walroß s k e Ie 11 e n.
	        
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