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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Kapstadt — Angra Pequena — Walfisch-Bai — Rock-Bai — Mossamedes, 51 
Da nur wenig Dünung lief, war die Bucht viel ruhiger, als bei der ersten 
Untersuchung im Januar. Indessen wurde wiederum Folgendes festgestellt: 
a) in den beiden Einfahrten läuft Grundsee; 
b) in. Lee vom Aufßenriff steht Kreuzsee; 
ce) im nördlichen Theil der Bucht wird die Dünung kabbelig; 
d) der durch Baken bezeichnete Anlegeplatz ist der günstigste; an-.anderen 
bei wenig See ruhig erscheinenden Stellen steht bei bewegter See Brandung; 
e) die Riffe gewähren keinen Schutz. 
Am 4. April 3" 30” p Anker gelichtet, 5" 30” vor Swakop-Mund geankert. 
Während des Aufenthalts wurde beobachtet, dafs abends die Brandung zunahm, 
was mit den früher ermittelten Angaben übereinstimmt. Am 6. April, 7" a nach 
Walfisch-Bai gesteuert. ; 
2.. Wind, Wetter, Strom. Der Wind war südwestlich, Stärke 1 bis 4, 
Mäfßige Dünung aus SW. Nachmittags wurde eine südwestliche Seebriese bis zu 
Stärke 4 beobachtet. Das Weiter war morgens neblig, im Laufe des Vormittags 
aufklarend, die Temperatur schwankte zwischen 14,5 bis 19,0°. 
Zwischen Walfisch-Bai und Rock-Bai wurde längs der Küste nordwärts 
setzender und auflandiger Strom von gut 1 Sm Geschwindigkeit die Stunde 
beobachtet. In der Rock-Bai setzt derselbe zur Westeinfahrt hinein, zur Nord- 
einfahrt hinaus. 
D. Walfisch-Bai — Mossamedes. 
i. Kurse und Küste. Am 16. April 6" p verliels S. M. S. „Sperber“ 
Walfisch-Bai mit Kurs NzW parallel der Küste. Am 17. April mittags wurde 
Nord, am Morgen des 18. April NNO gesteuert, während der Nacht mit ver- 
schiedenen Kursen um Tiger Point und Kap Negro gelaufen und morgens um 
4 Uhr den 19. April Land gemacht. Die in Sicht gekommene Küste erwies sich 
als die Negro-Bai, Vor dem plateauartigen Gebirgszug, der sich hier von der 
Küste etwas landeinwärts hinzieht, wurde ein sich gut markirender kegelförmiger 
Berg gesichtet, der als Ansteuerungsmarke für Little fish-Bai gut zu benutzen ist. 
Derselbe ist in der Karte angegeben und mit der Höhenzahl „150“ bezeichnet, 
Auch das Flulsbett des River dos flamengoes ist gut erkennbar und erscheint 
als breiter Einschnitt in dem Plateau, welches‘ steil zu dem Flufsthal abfällt. 
Die im „Africa Pilot“, Theil II (Seite 227 Fußnote), erwähnten, 8 Sm unterhalb 
der Annunciation-Spitze liegenden Felsen sind ebenfalls eine gute Ansteuerungs- 
marke... Dagegen kam die Annunciation-Spitze selbst, da sie sehr niedrig ist, 
verhältnilsmäfsig spät in Sicht. Von Süd in ca 2 bis 3 Sm Entfernung an der 
Küste herauflaufend, war früher die daselbst stehende sehr hohe Brandung zu sehen. 
Um 11* a wurde vor Mossamedes geankert, Ponta do Noronha in S*/40, 
Fort San Fernando NWzW*%/4W, auf 15 m Wasser. 
2, Wind, Wetter, Strom. Der Wind war SW bis westlich, oft 
unterbrochen durch Stillen oder auf wenige Stunden auf eine nördliche und öst- 
liche Richtung umspringend. Stärke 1 bis 3 mit entsprechendem Seegang und 
geringer Südwestdünung. Die Temperatur, die in der ersten Nacht noch auf 15° 
sank, ging in den folgenden Nächten nicht mehr unter 18°; ihr Maximum war 
24,5°, Der Strom war am ersten Tage 0,5 Sm die Stunde mitlaufend, nahm am 
zweiten Tage fast ganz ab; bei der Tiger-Halbinsel lief jedoch stärkerer Strom, 
der um beide Punkte herumsetzt mit ungefähr 1 Sm die Stunde und das vom 
Süden kommende Schiff stark nach Land hin versetzte, so dafs von der Küste 
abgehalten werden mußte. Nördlich von der Tiger-Spitze hörte diese Versetzung 
nach Land hin auf. 
Von Sydney nach Suva auf Viti-Levu (Fidji-Inseln). 
Aus dem Reisebericht S. M. S. „Falke“, Kommandant Korv.-Kapt. Graf HEINRICH MOLTKE. - 
Als S. M. S. „Falke“ am 4. Juli 1895 den Hafen von Sydney verliefs; 
wurde bei hohem Barometerstande (771,0 mm) südlicher bis südsüdöstlicher Wind 
von Stärke 3 bis 4 angetroffen. Mit langsam fallendem Barometer flaute .der
	        
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