accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

570 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1896. 
können, gilt dasselbe in noch höherem Grade für die von wenigstens zwei Paar 
solcher Bestimmungen abhängige Bahnrichtung. Die Erfahrung an Schiffsbeob- 
achtungen bestätigt dies. Bei der Bestimmung der Bahnrichtung von einem 
einzelnen Schiff aus lassen sich nämlich ziemlich gut drei Stufen der Genauigkeit 
unterscheiden. 
Erster Fall. Das Schiff läuft mehrere Tage in geringer Entfernung vom 
Centrum mit, entweder nur lenzend oder theils lenzend, theils beigedreht, kreuzt auch 
vielleicht die Bahn vor und (oder) hinter dem Centrum. Fehlergrenze am kleinsten, 
etwa -+ 1 Strich, denn die Bahnrichtung wird hier in der Hauptsache durch den 
Weg des Schiffes gefunden; Vorkommen selten. 
Zweiter Fall. Das Schiff liegt bei der Annäherung des Centrums bei- 
gedreht, Beobachtung der centralen Windstille, Windänderung 16 bis 14 Strich. 
Da man hier die Beobachtungen unmittelbar vor und hinter dem Centrum kennt, 
aufserdem einen Punkt der Bahn, den Schiffsort zur Zeit der Windstille, sollte 
man glauben, dafs die Richtung immer sicher bis auf 1 Strich bestimmt werden 
könnte. Die Erfahrung lehrt Einen anders, deun nimmt man später noch möglichst 
viele andere Beobachtungsreihen zu Hülfe und bestimmt die Bahn genauer, so 
findet man z, B. häufig genug, dafs die nach einem Schiff zu NW geschätzte Bahn 
in Wirklichkeit nach WNW oder NNW gegangen ist. Fehlergrenze etwa 
+ 2 Strich, Vorkommen häufig. 
Dritter Fall. Aenderung der stürmischen Winde um 12 Strich und 
weniger, Häufigster Fall. Fehlergrenze je nach der Gröfse und Schnelligkeit 
der Windänderung -+ 3 Strich und mehr. 
Der Seemann mufs unter diesen Verhältnissen an Bord meistens auf eine 
so sichere Bestimmung der Bahnrichtung, wie sie der Verfasser des Werkes noch 
vor dem Höhepunkte des Taifunes für möglich hält, überhaupt verzichten, er darf 
sich aber dadurch natürlich nicht abhalten lassen, sie so genau wie möglich zu 
schätzen, aufmerksam Alles zu verfolgen und so das allgemeine jahreszeitliche 
Bild der Taifune, das ziemlich deutlich ausgeprägt ist und ihm bekannt sein 
mufs, für seinen Fall möglichst früh und vollständig zu ergänzen. 
Kapitel IV, Vertheilung der Elemente um die Cyklonenmitte für Manila, 
übergehen wir. 
Kapitel Y. Für die Parabelscheitel folgen die Breiten und für die Stürme, 
die durch das Chinesische Meer ziehen und das Festland von Asien erreichen, 
die Grenzbreiten beim Ursprung und an der Festlandküste. 
i. Dezember bis März 
II. April, Mai; Oktober, November 
III. Juni bis September . 
Parabelbahnen | 
Scheitel 
9 N-Br 
Das asiatische Festland 
erreichende Bahnen 
Ursprung | Festlandküste 
9 N-Br 
° N-Br a 
15—19 5—12 
16—21 6—17 | 
21—24 8—20 
8—15 
12—23 
18—30 
Zu der Scheitellage im Sommer, III, ist zu bemerken, daß sie im August 
bis 33° N-Br reicht, zu den Grenzbreiten des Ursprunges unter III siehe vorher. 
Kapitel VI, die förmliche Eintheilung der Cyklonen nach Meeren, Inseln 
und Ländern, bietet wenig Interesse; ebenso übergehen wir Kapitel VII über 
das Cyklonoskop und entnehmen ihm nur eine Bemerkung, die sich, wie mit- 
getheilt wird, auf die Erfahrung verschiedener Jahre gründet. Die ersten 
cyklonischen Winde aus südlicher Richtung wehen von April bis November mehr 
auf die Mitte zu (die Peilung ist klein), die aus nördlicher Richtung wehen von 
Dezember bis März nicht so sehr nach der Mitte hin (die Peilung ist gröfser). 
Anders ausgedrückt: Die Peilung ist zu Beginn eines Taifuns bei den Monsun- 
richtungen klein, bei den Passatrichtungen grofe. 
Der Verfasser hat in dem Werke eine grofse Menge Material zusammen- 
getragen und verarbeitet; seine Stärke liegt in der verhältnifsmäfsigen Voll- 
ständigkeit der Berichterstattung und Zusammenfassung. Weniger glücklich 
scheint der Gedanke, von Landstationen aus auch das Meer auf Hunderte von
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.