v, Horn: Ueber den Einfluls des Windes und des Luftdruckes auf die Gezeiten. . 567
auch Wheeler unbefriedigend erschienen, indem 61 von 152 ein anderes Resultat
wie erwartet ergaben, scheinen auch anzudeuten, dafs es richtiger ist, keinen
merkbaren Einfluls des Barometerstandes auf die Fluthgröfse anzunehmen, .
Im Uebrigen kann bezüglich des Einflusses von Wind und Luftdruck auf
die Gezeiten an’der niederländischen Küste auf die im 17. Jahrgang, S. 267 u. f.,
und im 19. Jahrgang, S. 498 u. f., der Annalen mitgetheilten werthvollen Unter-
suchungen von E. Engelenburg verwiesen werden. ‚'v. Horn.
Stürme oder Taifune im. .äu’sersten Osten, 1894.)
Der erste besondere Theil des Werkes behandelt in neun Kapiteln die
Stürme von 1894 der Zeitfolge nach, der zweite allgemeine in sieben Kapiteln
ihren Ursprung, Bau, ihre Fortbewegung, die Vertheilung ‚der meteorologischen
Elemente um die Mitte der Minima für Manila, die Zugstrafsen, die geographische
Eintheilung der Stürme und das Cyklonoskop. Der zweite Theil fußlst auf dem
Zeitraume 1879 bis 1894.
Dererste Theil enthält eine eingehende Beschreibung aller 48 Depressionen
des Jahres 1894 mit ihren Bahnen und einer Menge Beobachtungen; aber nur ein
Theil entwickelte sich kräftig genug, um zu den Taifunen gerechnet werden zu
können. In dem ersten vier Monaten, Januar bis April 1894, werden nur
„atmosphärische Störungen“ erwähnt, der erste „Sturm“ im Mai, Eigenheiten
und besondere Erscheinungen . werden ‚ausführlicher behandelt. So werden die
Fälle, wo..zwei. oder drei. cyklonische Centren gleichzeitig .in der Nähe der
Philippinen liegen, wie z. B. am 11. Mai, 20. Juli, 8. September, genauer
besprochen.
Der Taifun vom 17. September, etwas aufgehalten durch die senkrecht zu
zeiner Bahn liegenden Gebirge, zeigte von da an zwei Centren, die sich im
Chinesischen Meere wieder vereinigten. Vor dem Hindernifs, d. h. östlich vom
Gebirge, lag die grofse Achse der inneren Isobaren in der Richtung der Bahn,
Im Chinesischen Meere rechtwinkelig zur Bahn. Es. fand :also gewissermafsen
eine Stauchung statt. Die mit Hülfe eines empfindlichen Bertellischen Pendels
beobachteten kleinen Bewegungen der Erdrinde standen in keinem unmittelbaren
Verhältnifs zur Stärke des Windes; sie waren kleiner, solange der Taifun über
dem Meere lag, gröfser, während er über dem Lande lag, am gröfsten, als er
das von Nord nach Süd verlaufende Gebirge überschritt.
Der Uebergang eines anderen Taifuns vom 27. September 1894 üher die
nördlichen Philippinen, wobei das centrale Gebiet der Windstillen oder leichten
Winde eine grolse Ausdehnung erreichte, veranlalst den Verfasser zur Annahme,
dafs sich möglicherweise in diesem Falle, wie ganze Tornados auf Strecken
ihrer Bahn, so der innere Theil dieses Taifuns von der Erdoberfläche ab-
gehoben habe.‘ Wir können dieser Ansicht nicht recht beipflichten Abgesehen
davon, dafs sich Tornados nicht ohne Weiteres mit Cyklonen vergleichen lassen
“siehe diese Annalen 1895, S. 340; 1894, S. 174), bedürfen die angeführten Beob-
achtungen kaum einer solchen Erklärung, die man sich bei einem grofsen Wirbel
schwer vorstellen kann; es genügt auch hier die Kenntnifs, dafs bei kleinen
Gradienten die Luftbewegung gering ist, einerlei, ob die Mitte mit dem Auge
des Sturmes, mit Stillen oder leichten Winden 2 oder 120 Sm mikßst. |
Dem Verfasser sind leider unter den japanischen ‘Beobachtungen (2, 6;
10a und p, siehe S, 37) die von Naha entgangen. Naha liegt auf den Liukiu-
Inseln in. 26° N-Br, 128° O-Lg, mitten in See und 350 Sm von .der nächsten
Station entfernt. Die Bahnen in der Umgebung sind darum nicht so. zuverlässig,
wie sie es hätten sein können. Bahn XXHI geht z. B: östlich an Naha vorbei,
nicht westlich, XXVI nordöstlich, nicht südwestlich, XXIX geht östlich vorbei,
1) Baguios 6 tifones de 1894. Estudio de los mismos seguido de algunas: consideraciones
Senerales acerca de los caracteres de estos meteoros en el extremo oriente por el P. Jose Algue
g. J. Subdirector del Observatorio. Manila 1895. 4°, 1805, Mit: vielen Karten, Zeichnungen und
Tabellen.