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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Ebert: Magnetische Kraftfelder. 
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liegende Schalen. einen Querschnitt haben, welcher, mit der konstanten Feld- 
intensität multiplieirt, 1 ergiebt, Die Quadrate der aufeinander folgenden Radien 
müssen sich daher verhalten wie die aufeinander folgenden natürlichen Zahlen, 
also wie 1:2:3 u. 8. w. . 
In Fig. 4 stellen die schwach gezogenen Linien die Kraftlinien eines 
homogenen Feldes und eines Magnetpoles von der Polstärke - dar, die starken 
Linien ergeben die Kraftlinien des gemeinsamen Feldes, 
In gleicher Weise, wie im Vorhergehenden geschildert wurde, sind auch 
die magnetischen Wirkungen eines Drahtes, der von einem galvanischen Strome 
durchflossen: wird, zu untersuchen. Stellt man die magnetischen Kraftlinien durch 
Eisenfeilicht her und zwar einmal in einer Ebene parallel zum Stromträger, dann 
senkrecht zu demselben, so erhält man 
im ersteren Fall rippenförmig quer zum 
Draht gerichtete Linien, im zweiten 
Falle ringförmig denselben umgebende 
Gebilde, Die Kraftlinien sind also auf 
Cylinderflächen aufgereiht, welche den 
Stromträger als Achse besitzen. Kine 
dem Stromträger genäherte Magnetnadel 
zeigt durch ihre Ablenkung, dafs diese 
Kraftlinien auch einen bestimmten 
Richtungssinn besitzen Es muß daher 
auch dem Stromträger eine bestimmte 
Richtung zugewiesen werden, und zwar 
denkt man. sich denselben in positivem 
Sinne durchlaufen, wenn, in dieser Rich- 
tung blickend, die Kraftlinien uhrzeiger- 
mäfsig um ihn herumzugehen scheinen. 
Damit sind alle Wechselwirkungen 
zwischen Magneten und Stromirägern, 
soweit Massenbewegungen in Frage 
kommen, festgestellt, wenn nur beachtet 
wird, dafs längs der Kraftlinien ein Zug, 
quer zu denselben ein Druck stattfindet, 
Das Fremdartige, welches das 
koncentrische ‘ Ringsystem magnetischer 
Linien um den Träger eines galvanischen Stromes zunächst bietet, verliert sich, 
wenn der Draht zu einer ebenen Schleife umgebogen wird. Man kann dann 
leicht in der Vorstellung erkennen, dafe im Innern der Schleife die die einzelnen 
Theile des Drahtes umgebenden Kraftlinien gleichgerichtet sind; sie treten also 
3ämmtlich auf der einen Seite in die Ebene der Schleife ein, auf der anderen 
aus und divergiren nach ihrem Austritt. Ks ist dies also das Kraftlinienbild 
eines Magnets von aufserordentlich geringer Länge, einer magnetischen Lamelle, 
Legt man mehrere solcher gleichgerichteter Schleifen übereinander, indem 
man also den Draht auf einer Cylinderfläche aufwindet und damit ein sogenanntes 
Solenoid herstellt, so können die Kraftlinien nicht zwischen den einzelnen 
Windungen austreten, da zwischen denselben die Kraftlinien der benachbarten 
Windungen für sich genommen entgegengesetzt zu einander verlaufen, sich also 
wegdrücken; sondern sie gelangen erst bei den äufsersten Windungen zum KEin- 
tritt und Austritt. Die magnetischen Kraftlinien nehmen daher außerhalb des 
Solenoides einen Verlauf wie im Felde eines Magnets, während der Innenraum 
von parallelen Kraftlinien von gleicher Dichte durchflossen wird, also daselbst 
ein homogenes Feld besteht. 
Bei der graphischen Darstellung eines koncentrischen Kraftliniensystemes, 
wie es einen Stromträger umgiebt, werden einfachere Festsetzungen als für die 
Magnetfelddiagramme getroffen werden können. Wir können hier die Kraft- 
röhren von zwei parallelen, senkrecht zum Stromträger gelegenen Ebenen 
begrenzt denken. Der Abstand dieser beiden Ebenen betrage 1 cm. Ueber den 
yezeichneten Kraftlinien senkrecht zu den Ebenen errichtete Kreiscylinder 
Fig. 4.
	        
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