accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

Reinicke, G.: Eis und Schiffahrt in den Häfen des Schwarzen Meeres, 87 
Wintern von 1907 bis 1912 zweimal länger als 4!/„ Monate vollkommen unzu- 
yänylich gewesen. Aber auch Mariupol pflegt 2 bis 3 Monate gesperrt und 8 bis 
14 Tage länger nur schwer zugänglich zu sein, obgleich die großen russischen 
Eisbrecher sich bemühen, eine Fahrrinne dorthin und den Hafen selbst so lange 
wie möglich offen zu. halten. Von den sonstigen Häfen am Asowschen Meere 
bringt die Presse wenig Meldungen. Rostow ist natürlich unzugänglich, sobald 
Taganrog nicht mehr. oder noch nicht. offen ist, und in Jeisk dürfte es ähnlich 
sein, weil die großen Eisbrecher für das Fahrwasser‘ dorthin zu tief gehen. In 
Berdjansk und den westlicheren Häfen scheint die Schiffahrt mit dem Einsetzen 
des Winters sehr bald aufzuhören; denn die wenigen Meldungen von dort be- 
ziehen sich immer auf die allgemeinen Eisverhältnisse im Asowschen Meere, aber 
nie auf die besonderen des Hafens, von wo sie kommen, 
Die russischen Häfen nordwestlich von der Krim, Cherson und Nikolajew, 
an der Mündung der Flüsse Dnjepr und Bug, sowie Odessa werden fast stets so 
weit offen gehalten, daß die Schiffahrt, wenn auch unter großen Schwierigkeiten, 
möglich bleibt. Den dortigen Eisbrechern kommen regelmäßig die Eisbrecher 
aus dem Asowschen Meere zu Hilfe, sobald dort die Schiffahrt nicht mehr 
möglich ist, und es pflegt dann den vereinigten Kräften von drei oder vier Eis- 
brechern auch unter den schwierigsten Verhältnissen zu gelingen, Seeschiffe nach 
Cherson oder Nikolajew hinauf oder von dort in See zu bringen, Die Meldungen 
lassen aber erkennen, daß es dabei in keinem Jahre ohne Eisschäden und tage- 
Jangen Aufenthalt abgeht. Weniger gefährlich sind die Eisverhältnisse in Odessa, 
Zwar werden auch hier die Häfen und manchmal sogar die Reede durch Eis 
gesperrt, gegen das die Eisbrecher machtlos sind, allein man liest fast nichts 
von dort vorgekommenen Eisschäden, Das Eis dort wird bei auflandigen Winden 
offenbar schnell gebrochen und treibt bei irgendwie ablandigen Winden in die 
See hinaus; selbst bei nordöstlichem Winde treibt es an der Küste entlang nach 
den Donaumündungen hin. 
Die Fahrt nach den Donauhäfen scheint aufzuhören, sobald auf der Donau 
Eisgang eintritt und gewöhnlich zwei oder drei Tage später das Eis zum Stehen 
kommt. Von mühsamen Eisbrecherdiensten, festgekommenen Dampfern, KEis- 
schäden usw. wie von der Mündung des Bug und des Dnjepr besagen_ die 
Meldungen von der Donau nichts. Wohl aber ist es vorgekommen, daß Dampfer 
vor den Donaumündungen oder auf dem Wege nach dem Bosporus in Eisfelder 
geraten und darin beschädigt worden sind. 
Die wichtigsten Meldungen aus den drei Gebieten ergeben die folgende 
Tabelle: 
N 
A h M | ' Russische Häfen 
sowsches Meer nordwestlich von der Krim 
Taranrox 
| Mariupol 
Cherson | 
und Nikolaiew Odessa 
21. XI geschl. ‚16. I. geschl. 
13. IV. eröffn. 29. IIL. eröffn. 
{44 Tage gesperrt) 72 Tage gesperrt 
Winter 1907/08, 
24, XI. Eis 19. I. 
| 2, I, zeitw. | sechs Dampfer 
zn fest 
7. ‚IT. zeitw. 
gesperrt/{ 
Winter 1908/09. 
10, XI. zeitw. | 1. I. dünnes 
gesperrt Eis 
12. XI pm 21. I. Eisbrech, 
angekommen arbeiten schwer 
26. III, Eis ver- 20. II, offen 
schwunden 
16. XI. geschl. "1. XII. geschl, 
a frühestens in 31. III. eröffn. 
en ersten April-; rn 
tagen eröffnet 90 Tage gesperrt 
mindest. 140 Tage: 
gesperrt 
Danauhäfen 
Braila ! Sulina 
4. I. Schwierig- 
keiten 
9. I. geschlossen 
131. XIL geschl. 
31. III. eröffn. 
90 Tage geschl.
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.