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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Krümmel: Aräometerbeobachtungen auf der Fahrt von Neapel nach Matupi. 541 
Im Suez-Kanal bestehen, wie die sorgfältigen Beobachtungen Makaroffs!) 
beweisen, trotz der geringen Wassertiefe sehr bedeutende Unterschiede im Salz- 
gehalt zwischen der Tiefe und der Oberfläche. . 
Makaröff fand in Port Said am 15. März 1889: 
‚an der Oberfläche: 1,029:°29 = 38,37 Promille Salz, 
in 7,5 m Tiefe: 1,041'39 = 54,22 » + 
Aehnlich im Großen Bittersee: 
an der Oberfläche: 1,032'38 = 42,42 Promille Salz, 
in 8m Tiefe: 1,043:82 =— 57,40 » - 
Den gröfsten Salzgehalt überhaupt traf er nördlich vom Grofen Bittersee 
29,1 Sm südlich von Port Said (also bei Kilometer 54), nämlich 58,15 Promille 
(SE =— 1,044‘39). Der „Vitiaz“ durchfuhr den Kanal mit längeren Aufenthalten 
und sehr langsam in drei Tagen; der Postdampfer „Sachsen“ jedenfalls mit der 
größten zulässigen Geschwindigkeit. Bei so rascher Zunahme des Salzgehaltes 
nach der Tiefe hin mufs nun in diesem engen Gewässer ein rasch hindurch- 
gehendes Schiff von der Größe der „Sachsen“ beträchtliche und ganz unregelmäfsige 
Durchmischungen des Oberflächen- und Tiefenwassers hervorrufen, und so wird 
man bedeutende Unterschiede in den Bestimmungen des Salzgehaltes gegen 
frühere Beobachtungen nicht unerwartet finden können. Da im Winterhalbjahr, 
d. bh. so lange der Nordostmonsun in den Golf von Aden hineinsteht (was auch 
im März noch der Fall ist), nach Aussage der Kanallootsen ein schwacher Strom 
im Suez-Kanal nach Norden setzt, wird es verständlich, nicht nur, dafs Makaroff 
das Maximum des Salzgehaltes nördlich vom Grofsen Bittersee, nicht in diesem 
selbst, fand, und dafs auch der hohe Salzgehalt am Boden entlang bis nach Port 
Said hin fühlbar war. Wie die Dinge in unserem Sommerhalbjahr liegen, wo 
der Südwestmonsun das Wasser des Golfs von Aden ostwärts treibt, den Wasser- 
stand im Rothen Meer bedeutend senkt und im Suez- Kanal einen Strom nach 
Süden hin aspirirt, das bleibt noch näher festzustellen. Doch: liegt die Ver- 
muthung, daß dann das Maximum des Salzgehaltes im Kleinen Bittersee oder 
züdlich davon gefunden werden könnte, allerdings sehr nahe und wird durch die 
Beobachtungen von Bouquet de la Grye im Juni 1874 (durch Chlortitrirungen) 
auch einigermafßsen bestätigt. Er hatte nämlich südlich von Port Said damals 
nur 34,8 Promille Salz, also noch Küstenwasser, sodann am Südausgang . des 
Timsah-Sees 52,5 Promille, in der Mitte der Bitterseen aber 64,3 und am Süd 
ausgange. derselben 64,7 Promille gefunden, worauf nach Suez hin der Salzgehalt 
rasch abnahm: bei der damaligen Boje 31 auf 57,8 und auf der Rhede von Suez 
auf 39,1 Promille. 2) 
Zu den Beobachtungen Dahls selbst ist noch zu bemerken, dafs die Ab- 
lesung bei der Einfahrt in den Grofsen Bittersee mit 1,03410 insofern unsicher 
ist, als Dahl, wie er mir schreibt, versäumt hat zu notiren, ob das grofse oder 
das kleine Aufsatzgewicht dabei gebraucht worden sei. Ich glaube aber annehmen 
zu dürfen, dafs es das kleinere gewesen ist; das andere würde ein specifisches 
Gewicht von 1,04030 bei 19,0° (oder 1,04U63 bei 17,5°, gleich 53,2 Promille 
Salzgehalt) ergeben, was nicht unmöglich, aber im Vergleich zu der ausführ- 
licheren Beobachtungsreihe bei Makaroff unwahrscheinlich ist. — Zur Reduktion 
dieser Beobachtungen auf 17,5° wurden aus meinen Formeln‘) für.die specitfischen 
Volumina des Seewassers die entsprechenden Konstanten berechnet; da es sich 
um eine starke Extrapolation handelt, kann die Reduktion nur genähert zutreffend 
ausfallen. 
3. Aräometerbeobachtungen im Rothen Meer. 
Gegen die Beobachtungen an Bord des „Vitiaz“ erscheinen die um- 
stehenden (S. 542) ein wenig höher, namentlich in den südlichen Theilen des Rothen 
Meeres, wo Makaroff (in Uebereinstimmung übrigens auch mit Bouquet de la 
‘) „Le Vitiaz“, Vol. IX, S. 141, 
. 2) Reducirt nach der Formel S = 1 + 0,00139 x — 0,000019 x? aus den Chlortitrirungen, 
wo x die Gramm Chlor pro Liter Seewasser bedeutet, Vgl. „Annales de chimie et de physique“, 
5. ser., t, 25, S. 444, und „Geophysikalische Beobachtungen der Plankton-Expedition“, S. 75. 
3) „Annalen der Hydrographie ete.“, 1890, S. 389.
	        
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