Die Bedeutung des Hafens von Barranquilla, Columbia,
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innerhalb der Flufsmündung gelegen, aber durch eine 18 engl. Meilen lange
Eisenbahn mit der Sabanilla-Bai verbunden, wo die Züge auf die grofse
Landungsbrücke von Puerto Colombia fahren und ohne die Vermittelung
von Leichtern die Ladungen der Seedampfer übernehmen. Die Bedeutung
des Platzes erhellt daraus, dafs %/s der ganzen Einfuhr des Landes (dem
Werthe nach) hier eingeht, während sein Antheil an der Gesammtausfuhr
ebenfalls ein überwiegender ist. Von neun Hauptdampferlinien, die regelmäfsig
in Sabanilla-Bai verkehren, sind fünf britisch, während 58 °/o der gesammten
Ausfuhr und etwa 40 % der Einfuhr auf Großbritannien entfallen. Der Hafen
von Cartagena, ein sicheres, landumschlossenes Becken, hat letzthin den Versuch
gemacht, einen gröfseren Theil des Handels für sich zu gewinnen. Die alte Ver-
bindung ‚mit dem Flufs durch den Dique-Kanal ist ersetzt durch eine Eisenbahn,
die zugleich mit einer Flotte von Flufßsdampfern von amerikanischen Geldleuten
unterstützt ‚wird. Dieser Wettbewerb scheint dem Handel von Baranquilla noch
keinen Abbruch gethan zu haben, der während der sechs letzten Jahre (1888 bis
1893) beinahe viermal gröfser war als der von Cartagena. Wie bemerkt, sind
die durch Barranquilla gehenden Waaren hauptsächlich britisch oder für
Britannien bestimmt, und werden meist in britischen Schiffen über See aus-
geführt. Der Weg über Cartagena hat 67 engl. Meilen Eisenbahn, der über
Barranquilla nur 18, während bei einer zukünftigen Wiedereröffnung einer
sicheren Fahrrinne in der Mündung des Magdalenen-Stromes Barranquilla ein
wirklicher Seehafen werden würde, so dafs seine Stellung als Haupthafen des
Landes wahrscheinlich für die Zukunft gesichert wäre.!) Der Bericht enthält eine
Reihe von Tabellen der Ein- und Ausfaohr, worauf sich diese Schlüsse stützen.
(„The Geographical Journal“, London 1895, Seite 386.)
Segelhandbuch für die Küste von Deutsch-Ostafrika
und die Insel Zanzibar
mit 26 in den Text gedruckten Holzschnitten und einer Weiser-Karte.
Herausgegeben vom Reichs-Marine-Amt, Berlin 1895. Preis: gebunden 3 Mark,
In Kommission bei Dietrich Reimer.
Nachdem Deutschland in die Reihe der Kolonialmächte eingetreten war
und nach und nach die Grenzen der erworbenen Gebiete durch Verträge gesichert
hatte, trat sehr bald das Bedürfnifs hervor, vor Allem unsere neuen Küsten in
hydrographischer und meteorologischer Hinsicht besser kennen zu lernen. Für
die Kaiserliche Marine erwuchs damit eine neue Aufgabe. Die Küste Deutsch-
Ostafrikas nördlich von Tanga bis zur englischen Grenze — Mündung des Umba-
Flusses — war fast unbekannt. Es lag daher nahe, hier den Anfang zu
machen mit einer aufserordentlich wichtigen, und man darf wohl sagen gerade
in dieser Gegend recht mühevollen Arbeit, welche durch ein Vermessungsfahrzeug
und Peilboote der Marine durchgeführt und im vorigen Jahre für die ganze Küste
Deutsch-Ostafrikas zum Abschlufs gebracht wurde. Für die Segelanweisungen
standen reiche Erfahrungen der Stationskreuzer zu Gebote. So ist denn die
Herausgabe des vorliegenden Werkes mit besonderer Genugthuung zu begrüßen,
Es ist dies das erste Segelhandbuch, welches, vorzugsweise auf deutscher plan-
mäßiger Vermessungsarbeit beruhend, für auswärtige Küsten erschienen ist. Der
Schiffahrt und der weiteren Entwickelung der Kolonie ist damit ein grofser Dienst
geleistet.
Das Buch behandelt in vier Abschnitten: 1. Allgemeines. 2. Von Kap
Delgado bis Ras Kimbiji. 3. Von Ras Kimbiji bis Ras Yimbo. 4. Die Insel
Zanzibar und der Zanzibar-Kanal,
1) Nach einer Auslothung und Vermessung der Einfahrt dampfte S, M. S. „Augusta“,
Kommand. Korv.-Kapt. Freiherr von der Goltz, als erstes gröfseres Schiff am 15. September
1875 ohne Lootsen den Magdalenen-Strom hinauf bis vor Barranquilla und ankerte daselbst bis
zum 18. September. (Siehe diese Annalen, Jahrg. 1876, Heft I, S. 14 f.) D. Red.