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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

936 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1896. 
N-Br 
8° 47 
9° 46,0‘ 
10° 16,4" 
12° 37,7 
14° 41,0‘ 
13° 924,7 
O-Lg 
169° 34’ 
169° 16’ 
170° 52,5 
169° 555 
169° 1,0 
165° 55,1 
Stromverseizung 
7 15,1° O0, 11,5 Sm 
N 13 ° W, 120 „ 
N17°W, 80, 
N 23,5° W, 51 
| 57,5° W, 17,0 » 
N 724° W, 145 „ 
N-Br 
11° 40,0’ 
9° 40,3’ 
7° 1,0 
5° 45,2‘ 
; 5° 20,0‘ 
| 5° 20,6‘ 
O-Lg 
162° 37,0 
160° 17,1 
158° 13,0* 
161° 4,8’ 
163° 5,5 
166° 26,0 
Stromversetzung 
748 ° W, 27,0 Sm 
S 693° W, 95, 
S 62,0° W, 18,0 „ 
S 676° 0, 187 , 
S 70,0° 0, 200 „ 
N 879° O0, 202 _ 
Reise der Bark „Anna Schwalbe“ von Rangun nach Santos.) 
Von Kapt. Fr. NIEJAHR. 
Um 7 Uhr abends den 20. März 1896 verliefsen wir unseren Ankerplatz 
unweit der Mündung des Rangun-Flusses. Auffrischende westliche Briese brachte 
uns bis Mitternacht eine gute Strecke in See. Darauf wurde der Wind flau, 
hielt sich jedoch in den folgenden Tagen vorherrschend aus nordwestlicher 
Richtung mit schwacher südöstlicher Strömung, so dafs wir am fünften Reisetage 
Barren Island in Sicht bekamen. Dann ging der Wind nordöstlich mit ziemlich 
bedeutender Strämung nach südwestlichen Richtungen. Am 27. abends segelten 
wir durch den Zehngrad - Kanal eben nördlich von Car Nicobar vorbei in den 
Indischen Ocean hinein. 
Der nordöstliche Wind hielt noch bis zum 30. an, als wir uns um Mittag 
in 5° 41‘ N-Br und 90° 43‘ 0 Lg befanden, Wind NNE 1, Barometer 763,0 mm 
bei 30,9° C, Meereswärme 29,3° C. Es war dies ein sehr heifser Tag, leichtes 
Cirrusgewölk oben und Streifenwolken unten, dabei die Mittagssonne so ziemlich 
aus dem Zenith auf uns niederbrennend. Unser Thermometerstand ist auf der 
Mittschiffsbrücke, reichlich 3m über dem Hauptdeck und das Häuschen durch 
eine Gardine gegen direkte Sonnenstrahlung geschützt. Die Instrumente zeigten 
33,9° C das trockene und 28,2° C das feuchte Thermometer, wobei jedenfalls 
etwas Ausstrahlung von Deck und Brücke. Es giebt an Bord eines Schiffes kaum 
einen einwandfreien beständigen Platz zur Aufstellung der Thermometer, wie 
es die Instruktion vorschreibt, so daß bei Windstillen und schwachen Winden 
von hinten die Angaben der Instrumente immer etwas zu hoch ausfallen werden, 
zobald das ganze Schiff durch Sonnenstrahlen erwärmt ist. Wenn man vom Heck 
des Schiffes einen rostartigen Ausbau hätte, der bei schwerem Sturm und im 
Hafen wegzunehmen wäre, so möchte dies einer idealen Aufstellung nahekommen, 
Wenn wir den Wassernapf zu unserem feuchten Thermometer füllen, dann wird 
mit einem Pinsel die Gaze um die Kugel und der Saugstrang abgespült und ab- 
gewaschen, um Ansatz von Kalk- und Salzkrusten zu verhindern; dann genügt 
auch eine monatliche neue Gazeumwickelung, 
Später ging der Wind nordwestlich und frischte nach und nach etwas auf, 
dabei häufig Blitz und Donner sowie schwache Böen mit Regen. Am 3. April 
mittags in 0° 9‘ N-Br und 89° 35‘ O-Lg war.der Wind WzS 4, Barometer 763,60 
bei 27,8° C, Luftwärme 24,8° C bei einer Regenböe, Meereswärme 29,1° C. Mit 
den nordwestlichen Winden hatten wir günstige südwestliche und südöstliche 
Strömungen gehabt, vom 31. bis 2., in zwei Tagen, sogar 90 Sm nach S 5° O0, 
welches uns bald zur Linie brachte; Reisedauer 14 Tage. 
Nach dem Nordwestmonsun hatten wir nun auch noch etwas südwestlichen 
mit Strömung nach OzN.- Darauf umlaufende Winde, bald NE, SE und SW, bis 
sich am 11. mittags in 10° 14‘ S-Br und 89° 50' O-Lg, Wind S0zO 4, Barometer 
761,3 bei 27,8° C, Meereswärme 28,0° C, beständiger Passat entwickelte. Mit 
demselben sowie auch schon mit den umlaufenden Winden der vorhergehenden 
Tage fanden wir südwestliche Strömung von durchschnittlich 15 Sm täglich. Um 
Mitternacht des 14. wurde 15° S-Br in 80° O-Ly geschnitten; Reisedauer 25!/2 Tage. 
3 
Vgl. diese Annalen 1896, Heft IV, S. 150.
	        
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