Rundreise durch die Marschall-Inseln und die östlichen Karolinen. 535
Die Lagune hat einige Untiefen, namentlich in der Nähe des Ankerplatzes
bei der de Broomschen Bootsbauwerft auf der Insel Likieb, und kann deshalb
nur bei günstiger Beleuchtung befahren werden. Der Ankerplatz ist gut, und
die Wassertiefe gestattet ein Herangehen bis dicht an den Strand der Insel.
Der von $S. M. S. „Möwe“ errichtete Beobachtungs-Steinpfeiler befindet sich in
gutem Zustande. . ;
2. Mejit, Die Insel Mejit bat keine Lagune und keinen Hafen. Ein
Anker bei derselben ist nicht möglich. An der Lee- (West-) Seite, nahe bei
dem Südende, ist eine Landung mit Booten, jedoch nur in der guten Jahres-
zeit, möglich.
3. Gaspar Rico. Die Specialkarte der Insel Gaspar Rico (Tit. XI,
No. 410, 90) ist anscheinend richtig.
Die Passage durch das Riff liegt in der Peilung: Mitte der Insel Sibylla
in mw. Ost. Dieselbe ist für Boote jeden Tiefganges zugänglich, doch läuft in
derselben ein äufserst starker aussetzender Strom. Ob die Inselgruppe noch von
der Ostseite zugänglich ist, konnte nicht festgestellt werden, doch scheint der
starke Strom in der Westpassage dies wahrscheinlich zu machen.
Nördlich neben der Passage zeigt sich eine hellgefärbte Stelle im Wasser,
auf der vielleicht ein Ankern möglich ist, da die aus der Passage laufende
Strömung ein Heranschwoien gegen das Riff ausschliefsen dürfte. Die Karte
giebt dort eine Wassertiefe von 18m an,
4, Brown-Gruppe. Die Karte der Brown-Gruppe (Tit. XI, No. 410, 90)
ist sehr unvollständig.
Die Ostseite der Gruppe enthält bedeutend mehr kleine Inseln, von denen
die südlichste die Parry-Insel ist. Dieselbe ist eine längliche, im rechten Winkel
gebogene Insel, und zwar läuft der eine Schenkel in Richtung Nord—Süd, der
andere in Richtung Ost— West. Gleich westlich der Insel ist das Einlaufen in
die Lagune durch eine weite Passage möglich. Die Lagune hat bis zum Anker-
platz gegenüber den Hütten der Eingeborenen drei flache Stellen, so dafs auch
ihr Befahren nur bei günstiger Beleuchtung möglich ist.
Die Parry-Insel allein ist bewohnt und hat etwa 60 Bewohner.
5. Ponape. Die Karte Tit. XI, No. 404, 83, zeigt die Lage der Inseln
Poitik und Langa am Hafeneingang nicht richtig, wodurch das Ansteuern der
Einfahrt nach dieser Karte falsch wird.
Nach einer spanischen Karte stehen als Seezeichen auf der westlichen
Seite des Fahrwassers gekreuzte hölzerne Stangen, auf der östlichen Seite im
Norden eine Stange mit weißem Ball, im Süden eine niedrige Stange mit kleiner
vother Flagge. Die 4 m-Stelle in der Nähe des Ankerplatzes südlich der Insel
Langa ist durch ein schwimmendes Kreuz mit kleiner rother Flagge (sehr schlecht
sichtbar) gekennzeichnet. Auf das Vorhandensein der Seezeichen ist jedoch nicht
immer mit Sicherheit zu rechnen.
Der Bootsverkehr im Hafen wird durch die zahlreichen unregelmäßig
liegenden Untiefen und Riffe sehr erschwert und erfordert die gröfste Aufmerk-
samkeit. Dampfboote sind deshalb für denselben wenig geeignet.
Im Hafen scheint der Strom beständig nach Westen zu setzen, was beim
Ein- und Auslaufen sowie beim Ankern und Vermooren zu beachten ist.
Ponape hat viel Regenfall, welcher häufig von schweren Böen begleitet
ist; es entsteht jedoch kein Seegang im Hafen, auch ist der Ankergrund gut.
S. M. S. „Falke“ ankerte in den Peilungen: Südliche Mants-Insel 0°/S,
Poitik-Insel NzW°%/4W, auf 52 m Wasser; Grund: Sand.
6. Kusaie. Das Mittelriff im Chabrol-Hafen legt bedeutend südlicher,
wie in der Karte Fit. XI, No. 407, verzeichnet. Dadurch wird die Einfahrt in
den Hafen einfacher und leichter. Zur Zeit der Anwesenheit S. M. S. „Falke“
war sowohl das Mittelriff wie das innere Hafenriff durch eine Stange mit rother
Flagge gekennzeichnet.
S. M, S. „Falke“ ankerte in den Peilungen: Lele& Point O!/2N, Lele-
Westhuk NW!AW, auf 16 m Wasser, ganz nahe dem Eingeborenen-Dorfe auf der
Insel Lele.
7. Kili oder Hunter-Insel liegt ca 8 Sm südlicher, als in der Karte
Tit. XI, No. 409, angegeben. Die britische Admiralitäts-Karte führt die Lage
von Kilı! sehon in 5° 35 N-Br.