5392 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1896.
in der deutschen Karte angegebenen Weise vorgefunden, jedoch sind die einzeln
aufgeführten Häuser gröfstentheils verschwunden; sie scheinen sich den größeren
Ansiedelungen angeschlossen zu haben, da dieselben ausgedehnter waren, als in
der Karte angegeben. Das entfärbte Wasser wurde vom Mars aus zwischen
dem 3. und 4 Fischerdorf beobachtet. Am Südostende der Bucht befindet sich,
wie in der beigefügten Skizze angegeben, ein weiteres Fischerdorf, das in der
deutschen Karte nicht verzeichnet ist. Die portugiesische Flagge wehte auf der
2. und 3. Niederlassung.
Beim Ein- sowohl wie beim Auslaufen wurde wieder festgestellt, dafs die
in der englischen Karte Titel VIII, No. 11 und 13, angegebene Richtung der
Bucht um zwei Strich falsch ist; anstatt von N!AW ist sie NzO!/.0, denn der
vom Ankerplatz aus gesteuerte Kurs NzO°/sO führte direkt auf die Mitte der
Einfahrt zu.
2. Wind, Wetter, Strom. Der Wind war vom Verlassen der Kap
Cross-Bucht bis zum Abend des nächsten Tages SSW bis südlich, bis zu Stärke 5
anwachsend, Seegang entsprechend. In der Nacht vom 18. auf den 19. ging er
für mehrere Stunden auf SSO bis SO, Stärke 6, wehte am Morgen des 19. von
4% an jedoch wieder aus dem Südwestquadranten, an Stärke bis 7 zunehmend,
Seegang war hoch; S. M. S. „Sperber“ schlingerte, trotzdem Segel geführt wurden,
recht stark. Gegen Mittag desselben Tages liefs der Wind nach, frischte jedoch
im Laufe des Nachmittages wieder bis zu Stärke 5 auf. Während der Anwesenheit
in der Grofsen Fisch-Bucht wehte der Wind aus dem Süwestquadranten, zwischen
Windstärken von 2 bis 5 schwankend. Das Wetter war durchweg schön bis auf
kleine Regenschauer in der Nacht vom 21. und 22. Die Temperatur nahm all-
mählich zu, sie ging nicht mehr unter 19,0 herunter. Der Strom setzte am 18.
nordnordöstlich bis 1,1 Sm in der Stunde. Am 19. war kein genauer Strom fest-
zustellen; jedoch mußte er stark nördlich, mindestens 1 Sm in der Stunde
gesetzt haben.
E. Große Fisch-Bucht — Mossamedes.
1. Kurse, Küste. Um 6* a verliefs S. M. S. „Sperber“ die grofse Fisch-
Bucht und steuerte mit NzO%/s0O die Albino-Spitze an. Die Felsen von Albino-
Spitze kamen um 11* in NNO’/20, ca 9 Sm ab, in Sicht, 20 Minuten später auch
die weit in die See sich erstreckende Landzunge. Infolge auflandigen Stromes
mufste mit mehreren Kursen um Albino-Spitze herum gesteuert werden. 12* 15"
wurde, als Albino-Spitze passirt war, Kurs 3 Sm frei von der Annunciation-Spitze
gesetzt und NO’4O gesteuert. 3° 15” kam die Annuneiation-Spitze, 4: 5" Ponta de
Noronha und kurze Zeit später auch Ponta do Giraul in Sicht. Die Vertunungen
des Lieutenants zur See Hering vom vorigen Jahre liefsen sich gut verwerthen.
Von 5"13” an wurde mit verschiedenen Kursen in die kleine Fisch-Bucht
gesteuert.
Nach dem „Africa Pilot“ soll die Karte bei Albino-Spitze nicht richtig
sein, Es ist dieses bestätigt gefunden, da von den letzten Felsen sich noch eine
Landzunge von fast 1 Sm Länge in die See hinaus erstreckt; dieselbe läuft
angefähr in nordnordwestlicher Richtung.
Oberhalb der Albino-Spitze, etwas westlich von der Landzunge bei Port
Alexander, wurde eine neue Bake bemerkt. Die Form dieser Bake ist dieselbe
wie die auf der Tiger-Spitze.
Um 546" wurde in der Kleinen Fisch-Bucht in 9'% m Wasser in der
Peilung Gouvernementshaus S’/3W, 5 Palınen O’/sS, geankert.
Nach Mittheilung des Gouverneurs von Mossamedes wird demnächst auf
der Albino-Spitze ein Leuchtthurm mit weißem festen Feuer und 20 Sm Sichtweite
erbaut werden.
2. Wind, Wetter, Strom. Der Wind war WNW bis WSW, Stärke 1
bis 2, das Wetter schön, Dünung gering. Die Temperatur war höher, zuweilen
schon recht lästig.
Der Strom setzte bis zur Albino-Spitze auflandig, oberhalb davon konnte
er nicht mit Genauigkeit festgestellt werden, jedoch scheint er auch auflandig
aber nicht nördlich zu setzen.