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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1896,
B. Swakop-Mund — Walfisch-Bai.
1. Kurse, Küste. Am 5. März, 1" 30” p, verliefs S. M. S. „Sperber“
die Rhede von Swakop-Mund und steuerte mit SSW*/3W-Kurs längs der Küste
nach Walfisch-Bai. Um 2*20” kam die Bake der Pelikan-Spitze ca 7 Sm ab in
Sicht und bald darauf auch die Häuser der Niederlassung. Die Bake auf der
Pelikan-Spitze war trotz etwas diesigem. Wetter gut zu schen, auch die Häuser
der Niederlassung hoben sich von dem hellen Hintergrunde gut ab. Um 3* 26”
wurde in der Peilung Pelikan-Bake NNW’W und zwischen Bake und Osthuk
der Lagune in 7,5 m Wasser geankert.
Die Pelikan-Bake scheint richtig zu liegen; die übrigen im „Africa Pilot“
über sie angegebenen Merkmale sind in der angegebenen Weise vorgefunden
worden. Von einem vom vorigen Kommando erwähnten Steinhaufen mit darin
steckender Walfischrippe ist nichts gesehen worden; wenn derselbe früher vorhanden
gewesen ist, so mul er im laufenden Jahre entfernt worden sein. Das englische
Kriegsschiff „Widgeon“, welches in der Bucht während der Dauer von sechs
Wochen umfangreiche Vermessungen vorgenommen hat, hat zwei neue eiserne
Baken aufgestellt. Dieselben haben die Form eines auf und nieder stehenden
Prismas, dessen drei Kckpfeiler durch eiserne Querstäbe verbunden sind, Das
Gerüst ist auf einem aus Faschinen hergestellten Hügel aufgebaut. Die westlich
von den Faktoreien liegende Bake ist sehr gut von allen Theilen der Bucht zu
sehen, dagegen ist die nördlich derselben liegende nur sehr schwer auszumachen.
Die Höhe der westlichen Bake beträgt 10,9 m über Wasser; ihre Lage ist durch
Beobachtungen festgelegt:
O=—22° 56‘57“ Süd
A= 14° 30‘42” Ost.
Die Entfernung der nach NO zu liegenden Bake soll von den Faktoureien
5'% Meilen (engl.) betragen; ihre Lage ist wegen der grofsen Entfernung und
wegen ungenügender Zeit nur ungefähr festgelegt worden, sie liegt auf
= 22° 54,1‘ Süd
= 14° 32,9‘ Ost.
Ihre Höhe beträgt 10 m über dem Sand. Die im vorigen Jahr gemachte
Beobachtung, dafs die Lage der Häuser auf der deutschen Karte nicht richtig
ist, ist auch in diesem Jahre gemacht worden; die Gebäude der Ansiedelung
liegen 0,46 Sm zu weit östlich. Auf der englischen Karte ist die Lagune nicht
richtig verzeichnet; ihre Lage und Gestalt ist die auf der deutschen Karte an-
gegebene, jedoch mit gröfserer Ausbuchtung nach Westen zu und entsprechend
weit westlicher verlegt.
2. Wind, Wetter, Strom. Wind war während der Fahrt SW. Während
des ganzen Aufenthalts in Walfisch-Bai wehten während der Nachmittagsstunden
stets west- bis südwestliche Winde, zuweilen durch Stillen unterbrochen. An
einzelnen Tagen erreichten sie Stärke 5 bis 6, nicht unerheblichen Seegang
hervorrufend. An den Vormittagen und in der Nacht war der Wind West bis
NO, über Stärke 2 nicht hinauskommend. Die Brandung war gering, sie war
kein einziges Mal derart, dafs die Landung schwierig gewesen wäre. Die
Temperatur war angenehm, am "age warm, in der Nacht kühl, nur an einzelnen
Tagen war es heiß. Der Strom setzte stark auflandig, so dafs die Häuser, die
an B. B. gesichtet werden mulsten, an St. B. in Sicht kamen.
Das Wasser der Bucht ist schlecht; es roch an einzelnen Tagen so stark,
dafs zuerst allgemein angenommen wurde, der Geruch rühre von der Bilge her;
dieselbe war jedoch vollkommen trocken. Auch das destillirte Wasser bewahrte,
trotzdem der Apparat neu versehen und gereinigt worden war, einen ekelhaften
Geruch. Nicht allein die Farbe der Boote an der Backspiere, sondern auch die
Farbe des Schiffskörpers innen- und aufsenbords war nach einigen Stunden
schmutzig braun angelaufen und konnte nur mit großer Mühe wieder gereinigt
werden.
C. Walfisch-Bai — Kap Cross.
i. Kurse, Küste. Am 17. März, 6" 10” a, verliels das Schiff die Walfisch-
Bai, zuerst mit NzO07/sO0-Kurs an der Küste längs nach Swakop-Mund zudampfend.