accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

5283 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1896, 
Stürmische Winde über größerem Gebiete traten auf aus SW-—W, 
Stärke 8 bis 9, am 5. an der Küste westlich der Oder, am 6. an der ganzen 
Küste und am 7. an‘ der mittleren und östlichen Ostsee, aus NE—SE, Stärke 8 
bis 10, am 14. an der Ostsee, und aus SW, Stärke 8, am 25. an der nördlichen 
Nordsee sowie an der Nordsee am 29. 
Von den Windrichtungen traten die Richtungen SW bis SE an Häufigkeit 
bedeutend hervor. “r 
Nachdem am 1. und 2. auf der Südseite eines SW—NE über Centraleuropa 
gestreckten Rückens hohen Druckes an, der Küste: vielfach heiteres Wetter bei 
leichten Winden aus östlichen Richtungen bestanden hatte, wich der hohe Druck 
nach Süden zurück, während sich die im Nordwesten lagernde Depression süd- 
wärts ausbreitete. Es traten südwestliche Winde ein, welche, gelegentlich bis 
SE zurückdrehend, bis zum 11. im Bereich von Depressionen anhielten. Bis 
zum 7, lag das Centrum niedrigen Druckes nordwestlich von den Britischen Inselu; 
als am 7. bis 9. ein tiefes Minimum im Westen dieser Inseln vorüber nach dem 
Norwegischen Meere schritt, gewann das im Osten über Westrussland lagernde 
Maximum vorübergehend Einflufs auf den Kontinent und brachte eine kurze Unter- 
brechung der regnerischen Witterung; diese führte ein am 10. von Südengland 
nach dem Kattegat dringendes Minimum wieder herbei. 
Bei starkem Steigen des Druckes im Westen Grofsbritanniens herrschte 
am 12. über Centraleuropa gleichmäßig vertheilter niedriger Druck, Am 13. 
entwickelte sich jedoch ein Hochdruckgebiet über Skandinavien, welches am 14. 
starke nordöstliche und östliche Winde an der Küste hervorrief, durch seine 
Wechselwirkung mit einer das Innere des Kontinents bedeckenden Depression. 
Während am 14. bis 16. das Maximum sich südostwärts nach Westrussland 
zurückzog und die Depression über dem Kontinent sich westwärts nach Frank- 
reich verlagerte, schwächten die Winde ab und gingen nach Südost herum. 
Ein am Abend des 17. über der Nordsee erschienenes Minimum gewann 
rasch an Tiefe und dehnte seinen Einflufs am 18. über ganz Europa aus, dann 
schritt es südwestwärts nach Südengland unter dem Kinflufs starker nördlicher 
Winde auf seiner Rückseite und lag noch in wenig veränderter Lage als am 
20. und 21. ein Minimum von Nordwestösterreich her durch die Ostsee nord- 
wärts nach. Lappland zog, welches auf dem Wege an Tiefe und Umfang rasch 
zunahm und am 21. an der ostpreufsischen Küste starke südwestliche Winde 
hervorrief. Im Uebrigen wehten während dieser Zeit meist schwache südwest- 
liche und südliche Winde, die auch noch am 22. und 23. im Bereich einer nach 
Centraleuropa gestreckten Ausbuchtung der im Norden lagernden Depression 
anhielten. 
Am 24. gewann eine im Nordwesten erschienene Depression zunächst 
Einflufs auf das Nordseegebiet und beherrschte bis zum 28. die Küste bei süd- 
westlichen und südlichen, an der Nordsee stellenweise stürmischen Winden; ein 
vom Abend des 25. bis zum Abend des 27, über der Nordsee lagerndes Theil- 
minimum schritt am 28. nach Nordskandinavien fort. 
. Schneller und mehrfacher Wechsel der Witterung vollzog sich in den 
letzten Tagen, indem ein am Abend des 28. über Südfrankreich lagerndes Minimum 
anter Zunahme an Tiefe und Umfang am 29. über Süddeutschland durch: den 
Kontinent nordwärts fortschritt und an diesem Tage am Morgen lebhafte nord- 
östliche Winde, am Abend im Osten südöstliche, im Westen südwestliche Winde 
herbeiführte, die an der Nordsee stellenweise Sturmesstärke erreichten. Dieser 
Wirbel erfuhr eine merkwürdige Veränderung, indem er sich theilte und ein 
Minimum durch die Nordsee, ein zweites durch die Ostsee entsandte; diese füllten 
sich bald aus und verloren ihren Einflufs auf unser Gebiet. 
Bei der Ausbreitung einer über der Biscaya-See liegenden Depression über 
dem Kontinent traten am 31. südöstliche Winde an der Küste ein und führten 
im Osten etwas Aufklaren und Abnahme der Temperatur herbei. 
Berichtigung. 
1896, Heft VII, S, 292, Zeile 17 von oben, lies: „stellvertretender Kommandant Kapt.-Lieut. 
Franz Grapo.w.“ statt „Kommandant Kapt.-Lient. Faber“
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.