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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Ankerplätze und Fahrwasser an der West- und Nordküste von LomBok. . 519 
ohne Schwierigkeit. Ein paar Tage wäre es aber nach Aussage des Kampung- 
Oberhauptes wegen des heftigen Windes und der starken Brandung nicht möglich 
gewesen. KEin geeigneter Ankerplatz ist ohne genaue Kenntnifs der Lokalität 
nicht leicht aufzufinden. Nähert man sich von West her der Nordspitze von 
Lombok, so erblickt man bald die wegen ihrer Steilheit leicht erkennbare Huk 
von. Bari. Alle westlich davon liegenden Landspitzen sind nicht steil, sondern 
fallen sanft nach der See ab. Die Huk von Labuan Tjari, welche nach Westen 
hin auf die vorher genannte folgt, ist leicht an dem auf ihr isolirt stehenden 
Kokospalmenwäldchen zu erkennen. Etwas westlich von dieser Huk liegt der 
Kampung Labuan Tjari, umgeben von Kokospalmen, wie fast alle Kampungs an 
dieser Küste. Im Westen dieser Kokospalmen erblickt man ein breites offenes 
Gelände, das von einem Palmenwäldchen begrenzt wird. 500 bis 600 m nördlich 
von diesem Wäldchen ist ein ziemlich guter Ankerplatz mit 32,9 m (18 vm) Wasser, 
Der Grund besteht aus harten Korallen und Steinen. In größerer Entfernung 
von der Küste und auch nach Osten hin, vor dem Kampung, ist kein Ankergrund. 
Das zuletzt erwähnte Palmenwäldchen erkennt man auch an etwa zehn einzelnen 
Kokospalmen, die in geringer Entfernung westlich vom Wäldchen stehen. 
Zwischen Telaga Bagi und Ambar Ambar, den nächsten, westlich von 
Labuan Tjari liegenden Huken, befindet sich ein Riff, auf welchem man in 18,3 
bis 274m (10 bis 15 vm) ankern kann. Um diesen Ankerplatz aufzufinden, 
bringt man die Huk Ambar Ambar in die Peilung West und nimmt dann die 
Dwarspeilung der leicht erkennbaren Kampungs Bangsal Barat und Besar Keta: 
pang. (s. Plan 17, „Ankerplaats voor Bangsal Barat en Besar Ketapan“ van 
Nederl. kart. No. 119 „Plannen van Ankerplaatsen, Kleine Sunda-eilanden, 
Blad III“). Als Mifsweisung wurde 1° 30‘ Ost angenommen. 
Das holländische Kriegsschiff „Bali“ berichtet Nachstehendes über die 
Kombal-Bai: ; 
In dieser Bai liegt von Teluk Kombal längs der Küste nach Ost hin eine 
Schlammbank, die zwischen dem Kampung Baru und Teluk Kombal eine Breite 
von 300 bis 400 m hat. Nach ihrem Rande hin wurden Tiefen von 18,3 bis 
23,8 m (10 bis 13 vm) gelothet. Von Kampung aus nimmt die Breite der 
Bank ab. Das Einfadenriff in der Bai, auf welchem 1,8 m (1 vm) Wasser an 
einer Stelle gefunden wurde, fällt nach allen Seiten hin steil ab und hat nur 
einen geringen Umfang, denn die Fünffadenlinie umfafst eine Fläche, deren Mittel- 
linie nur 100 bis 150 m Länge hat. Das Fahrwasser zwischen diesem Riffe und 
der Schlammbank ist reichlich 800 m breit. Um vom Riffe und von der Bank 
frei zu bleiben, bringe man den Kampung Baru zwischen die Peilungen 
S 74° 300 und S 63° 30’0. Das 2%  Fadenriff, welches ungefähr 800 m in 
N 77° O des Einfadenriffs liegt, ist ebenfalls von geringer Ausdehnung und läfst 
sich nicht anlothen. Beim Ansteuern des Kampung Baru mit dem Kurs S 38° O0 
läuft man ungefähr in der Mitte zwischen beiden Riffen; man hat dann die 
Südwesthuk der Insel Lajar recht achteraus und erblickt die Nordosthuk der 
Insel Meno eben frei von Lajar. Auf dem Riffe mit weniger als 5,5 m (3 vm) 
Wasser, welches auf dem Plane der Kombal-Bai (Ned. krt. No. 117, Plannen van 
Ankerplaatsen, Kleine Sunda-eilanden,. Blad I) nördlich vom  östlichsten der 
beiden ‚oben genannten Riffe angegeben ist, wurde als geringste Tiefe: 4,6 m 
(2'/2 vm) gelothet. Das Riff fällt steil ab, ist von Tiefen von 12,8 und 14,6 m 
(7 und 8 vm) umgeben und hat nur eine geringe Ausdehnung. 
In der Südeinfahrt des Kanals zwischen Lajar und der Huk Sirah liegt 
in reichlich 600 m Abstand von der Lombok-Küste ein Riff, auf dessen flachster 
Stelle 2,3 m (1'/4 vm) Wasser sind. Von dieser Stelle peilen: Huk Sirah N 35° O0, 
Nordosthuk der Insel Lajar N 30° W, Südwesthuk derselben Insel N 82° W. 
Das Riff erstreckt sich in der ungefähren Richtung WSW — ONO in einer 
Länge von etwa 250 m und hat eine Breite von 125m, Die Fünffadenlinie 
(9,1 Meterlinie) umschliefst eine Fläche von ca 550m Länge, in der. ungefähren 
Richtung N 3% W —S %4 0, und von ca 300 m Breite. Die Tiefen rings um 
das Riff wechseln zwischen 14,6 und 23,8 m (8 und 13 vm). Bei der Südosthuk: 
der Insel Lajar sind 60 m vom Lande bereits mehr als 18,3 m Tiefe, mithin ist 
die Angabe des oben erwähnten Planes der Kombal-Bai nicht richtig. Südlich 
der Insel liegt ein Riff, auf dem stets Brandung herrscht und das, von Westen 
gesehen, als zusammenhängend. mit der sich weit vorstreckenden Südwestspitze der
	        
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