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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

518 Annalen der Hydrographie und Maritimen ‚Meteorologie, November 1896, 
Grad zu Grad gegeben wäre. Die Tafel hätte dann zwar den doppelten Umfang 
annehmen müssen, wäre jedoch noch immer recht „handlich“ geblieben. Sie 
hätte dann nicht nur an Bequemlichkeit beim Interpoliren gewonnen, sondern 
auch an Sicherheit beim Gebrauch, indem die Tafel dann in zwei Hälften hätte 
getheilt werden können, deren erstere die Azimuthe bei „Deklination gleichnamig 
mit der Breite“, und die zweite die bei „Deklination ungleichnamig mit der 
Breite“ enthält und durch verschiedene Färbung der Schnittbroschirung kenntlich 
gemacht ist. 
Der Verfasser hat jedoch wohl die vorliegende geringe Ausdehnung der 
Tafeln vorgezogen, um wesentlich unter dem Preise der übrigen Tafeln zu 
bleiben. — Burdwoods und Davis’ Tafeln kosten zusammen 15 Mark, Labrosses 
12 Mark, während der Preis der Ebsenschen Tafel nur 7,50 Mark beträgt. 
Bine Ausdehnung der Tafel bis zu einer Breite von 72°, für Fahrten 
um das Nordkap, welche nur eine Verstärkung des Buches um vier Seiten bedingt, 
erscheint uns wünschenswerth. Vielleicht erfolgt dieselbe in einer hoffentlich 
bald nothwendig werdenden zweiten Auflage. 
Als minder wichtig mag noch erwähnt werden, dafs uns die Bezeichnung 
der Zehntelgrade durch eine kleine Trennung von den Ziffern der ganzen Grade 
nicht so gut gefällt wie die gebräuchlichere der Trennung der Ziffern durch 
Kommata oder Punkte. 
Ankerplätze und Fahrwasser an der West- und Nordküste von 
Lombok, nebst Bemerkungen über die Kombal-Bai ander Westküste. ” 
Ueber die Nord- und Westküste von Lombok berichtet das holländische 
Panzerschiff „Prins Hendrik der Nederlanden“, das längere Zeit an diesen Küsten 
kreuzte, Nachstehendes: 
In der ersten Hälfte des Februar 1895 wehte stets steifer NW, begleitet 
von heftigen Böen und hoher See im nördlichen Theile der Strafse. In der 
Kombal-Bai war der Wind flau aus NNE bis NE. Es wurde in der Bai nur 
geringe Dünung und am Strande etwas Brandung beobachtet, die jedoch das 
Landen nicht verhinderte. In der Labuan Tering-Bai stellten sich zeitweise 
heftige Stofswinde aus NW ein, doch war das Wasser ruhig. Erst mit nördlicher 
werdendem Winde machte sich etwas Dünung bemerkbar. Der Ankerplatz war 
in 21,9 m (12 vm) Wasser, im Westen von Teluk Waru. 
Die Route von Ampenan nach der Labuan Tering-Bai zwischen den 
Riffen und der Küste von Lombok ist sicher. Die Tiefen des Fahrwassers sind 
nicht unter 16 m (9 vm) längs der Küste. Diese Route ist jedoch nicht zu 
ampfehlen, wenn man bei stürmischem Wetter die Labuan Tering-Bai ale Noth- 
hafen aufsuchen will. Der „Prins Hendrik“ benutzte von Labuan Tering-Bai 
nach Ampenan die Aufsenroute. Er steuerte zuerst N 41° W, bis der Hügel 
Pensong N 89° O peilte, dann N 1° W, bis er diesen Hügel in S69°O hatte; 
hierauf N 44° O0, bis der Kroonboom von Ampenan S 80° O peilte und in dieser 
Peilung nach der Rhede von Ampenan. Auf dieser ‚Fahrt wurde keine Ver- 
änderung in der Farbe des Wassers bemerkt, .und die Tiefe war stets gröfser 
als 54,9 m (30 vm). Ungefähr in West und WSW des Pensong liegt ein Riff, 
auf dem die geringste Tiefe nicht weniger als 8,2 m (4/2 vm) war. Die’ flachste 
Stelle des Riffes liegt auf ungefähr 8‘ 39'/4' S-Br und 115° 59%’ O-Lg. Von 
dem Südwestende des Riffes, wo man 12,8 m (7 vm) lothete, wurden in der 
ıngefähren Richtung WSW bis zu einer Entfernung von 2500 m "Tiefen von 
13,7 bis 20,1 m (7'/ bis 11 vm) gefunden. Nach dem Nordostende des Riffes 
hin betrug die Tiefe im Mittel 21,9 bis 29,3 m (12 bis 16 vm). Zwischen der 
Huk Pandanan und der Labuan Tering-Bai, in ungefähr 1 Sm Abstand von den 
Inseln, und aufserhalb derselben fand man ca 45,7 m (25 vm) Tiefe. 
‚An der Nordküste wehte der Wind mit geringer Stärke vom Lande her 
and ‚wurde etwas Dünung bemerkt, doch gelang das Landen in Labuan Tjari 
1) Mededeelingen op Zeevaartkundig Gebied over Nederlandsch Oost-Indie van het Ministerie 
ran. Marine, ’s Gravenhage, 1. Februari 1896, No. 1/3 und 1/4.
	        
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