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war, gelangte der „Schiller“ in 28° N-Br und 37,5° W-Lg wieder nördlich vom
Gebiete des Passats. Mit leichten umlaufenden, häufig auch hier noch aus. öst-
licher Richtung wehenden Winden wurde ferner 30° N-Br in 37,9° W-Lg am
1. September, 40° N-Br in 35,5° W-Lg am 9, September geschnitten und am
20. September der Kanal erreicht, nach einer Reisedauer von 135 Tagen.
8. Reise der Memeler Bark „Aeolus“, Kapt. F. L. Berding.
Auf einer Reise von Cardiff nach Madeira begriffen, begann Kapt. Ber-
ding am 20. September 1877, als der „Aeolus“ sich in der Nähe von Lundy-
Island befand, mit der Führung des meteorologischen Journals. Bei umlaufenden
Winden, die zuerst mehr aus östlicher, später aus westlicher Richtung vor-
herrschten, steuerte man südwärts und erreichte am 30. September den Be-
stimmungshafen. i
Von demselben trat die Bark am 9. Oktober die Weiterreise nach New-
York an; Kapt. Berding wählte zur Ausführung derselben nicht die durch
den Passat führende Route, sondern er schlug einen Kurs ein, der ihn nördlich
von dem Gebiete desselben über den Ocean führte. Die hier angetroffenen
Winde waren sehr veränderlich, doch nicht stürmisch. Man schnitt 30° W-Lg
in 32° N-Br am 19. Oktober und 50° W-Lg in 35,8° N-Br am 30. Oktober.
Nördlich von 40° Nord, welche Breite am 2, November in 56° W-Lg erreicht
wurde, traf man fast nur noch westliche Winde an; dennoch gelang es am
11. November nach 45tägiger Reise den Hafen von New- York zu erreichen.
Am 6. December ging der „Aeolus“ wieder nach See, die Rückreise nach
Antwerpen antretend. Frische, selten stürmische Winde, die zwar in ihrer
Richtung sehr veränderlich, jedoch beinahe stets günstig waren, begleiteten die
Bark über den Ocean. Es wurde 50° W-Lg am 13. December in 42° N-Br,
30° W-Lg am 19. December in 45,9° N-Br geschnitten und am 26. December
in den Kanal eingesegelt, nur 20 Tage nach dem Verlassen des Hafens von
New- York.
Von Antwerpen aus unternahm der „Aeolus“ im Januar 1878 aufs neue
eine Reise nach New- York, und am 31. Januar verliess das zur Zeit von
frischem NE-Winde begünstigte Schiff den Kanal. Auf der direkt zum Ziele
führenden Route legte der „Aeolus“ in verhältnissmässig kurzer Zeit auch diese
Reise zurück. Es wurden nicht viele stürmische Gegenwinde, sondern recht häufig
östliche Winde angetroffen. Man kreuzte 30° W-Lg am 7. Februar in 50,6° N-Br
und 50° W-Lg am 19. Februar in 44° N-Br. Nördlich vom Golfstrome beab-
sichtigte Kapt. Berding dann den übrigen Theil der Reise zurückzulegen, ein
Versuch, welcher wegen der dort angetroffenen nordwestlichen Winde, die das
Schiff zu wiederholten Malen in den Golfstrom trieben, schwer durchzuführen
war, Am 1. März, als man sich in 37,3° N-Br und 70,5° W-Lg befand, wurde
mit der Führung des meteorologischen Journals aufgehört. .
Am 24. März begann das auf einer Reise nach Aberdeen begriffene Schiff
noch einmal den Atlantischen Ocean zu durchkreuzen. Die zuerst ange-
troffenen Winde waren einer schnellen Reise nicht so günstig, wie diejenigen auf
der letzten Reise; doch waren die westlichen Winde, welche man anfänglich
antraf, nicht von langer Dauer; dann traten vorherrschend südöstliche Winde
auf, Nachdem 50° W-Lg in 45,3° N-Br am 4. April gekreuzt worden war,
wurde am 12, April, als das Schiff sich in 45,7° N-Br befand, die Führung des
meteorologischen Journals geschlossen. ‘
9, Reise des Bremer Schiffes „R. C. Rickmers“, Kapt. R. 0, Stolt.
Am 23. August 1876 passirte das von Cardiff ausgelaufene, nach Sin-
gapore bestimmte, Bremer Schiff „R. C. Rickmers“ die Scilly-Inseln. Mit
frischem Ostwinde segelte das Schiff südwärts, schon am 27. August den Parallel
von 40° Nord in 15,5° W-Lg und am 1. September den von 30° Nord in
20,6° W-Lg erreichend, Nachdem der Ostwind in den Passat übergegangen
war, hatte man am 5. September 20° N-Br in 24,6° W-Lg geschnitten und
befand sich nun am 7. September in 14° N-Brund 26,1° W-Lg auf der Grenz-
linie zwischen dem Gebiete des Passats und des Stillengürtels. Einige Tage