Flamm: Ueber Stabilität von Schiffen.
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y
Sta = y+V (EN LM — FG (1 — cos g))
. Hierin ist nun v (IN + I,N,). das Vertikalmoment der Keilstücke, und
LAN + LM) bedeutet‘ die Vertikalverschiebung des Deplacements@).
Vergleicht man beide Formeln miteinander, so: ergiebt sich; dafs die
Kurve, deren Ordinaten auf der nach Graden eingetheilten Abscissenachse stehen
und welche die dynamische Stabilität darstellen, weiter nichts ist als die Integral-
kurve der entsprechenden Kurve der-statischen Stabilität. ;
Vergleicht man nun die beiden Formeln für St und Sta-insofern mit-
einander, als man ein und dasselbe Schiff demselben Winddruck aussetzt, allein
hierbei diesen Wind einmal als Böe plötzlich in die Segel fallen läfst und dann
sieht, bis zu welchem Winkel er das Schiff überneigt, und zum zweiten denselben
Wind kontinuirlich wehen läfst und sieht, bis zu welchem Winkel er das Schiff,
welches an ihm segelt, dauernd übergeneigt erhält, so kommt man unter .der
nicht gerade genau zutreffenden Annahme, dafs die DeplacementsC)kurve für die
Drehzone ein Kreis, die metacentrische Kurve also ein Punkt sei, zu dem
Resultat, daß die Böe das Schiff um den doppelten Winkel überneigt, bis: zu
welchem der stetig wehende Wind das Fahrzeug übergeneigt hält. Es ist dies
für Segelschiffe von grofser Wichtigkeit. .
Betrachtet man nun die Stabilität eines Fahrzeuges in bewegtem Wasser
unter Annahme von Segeln und unter ‚Annahme: eines horizontal wirkenden
Windes, so lassen sich die auftretenden Stabilitätsverhältnisse 'zweckmäfsig in.
der Weise betrachten, dafs man .
1. die Schlingerbewegungen des Schiffes untersucht,‘
3. die Bewegungen der Wellen, , nn . m
3. den Einflufs der Wellenbewegung auf das Schiff und: ‘©
1 den hinzukommenden Einflufs des Windes auf‘ die Ueberneigung
berücksichtigt.
Bezüglich des Schlingerns kann man im Allgemeinen: sagen, dafs, die
Schlingerbewegung eines Schiffes sich vergleichen läfst mit der Bewegung eines
stabförmigen Pendels, Bezeichnet man mit 0
M = Moment der beschleunigenden Kraft, bezogen auf den Aufhängepunkt,
C = Konstante, .
W == Gewicht des Stabes,
k Trägheitshalbmesser,
. w Aenderung der Winkelgeschwindigkeit,
30 folgt
M = C.W.kl.w
An
A
Auf ein Schiff übertragen, würde man also, wenn ‚man ‘annimmt, die,
Pendelung geschähe um den System, zu bilden haben die Produkte :aus den’
einzelnen Elementen des Schiffskörpers, multiplieirt mit‘ dem Quadrate, ihrer Ab-
stände von der Drehachse, also w-x%, und aus der Addition aller dieser Momente,
also unter Bildung des Werthes f Wo x? = Wk? das Trägheitsmoment‘* des
Fahrzeuges, bezogen auf seine Drehachse, und auf diese Weise würde man . für
ein Fahrzeug das Moment der beschleunigenden Kraft für eine Schlingerbewegung
festlegen können. ”
Fahrzeuge nun, bei denen dieses Massenträgheitsmoment ein sehr grofses
ist, sind in ihrer Schlingerbewegung oft sehr unangenehm, denn ist ein der-
artiges Schiff einmal in -schlingernder Bewegung, so hört infolge des grofsen
Trägheitsmomentes. die Rollbewegung nur: mühsam auf, die Schiffe neigen sehr
stark über, da ja, wie später gezeigt wird, die wiederaufrichtende Kraft der
Stabilität einzig und allein der kinetischen- Energie, welche einem derartig
rollenden Schiffe innewohnt, entgegentreten mufs, und zwar derart, dafs sie diese
kinetische Energie auf Null reducirt. Solche Fälle kommen manchmal vor bei
Schiffen, bei welchen die grofsen Massen sehr weit nach aufsen sitzen, also
speciell bei Panzerschiffen, bei welchen der schwere Seitenpanzer: ganz an der
äußersten Breite, die schweren Geschütze in ihren Thürmen oben: auf. Deck stehen:
Bei solchen Schiffen ist das Massenträgheitsmoment, ganz speciell der Trägheits-
Ann, d. Hydr. etc., 1896, Heft XI,