Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1896,
giebt es in Menge, und morgens kann man meist einen oder zwei auf den kleinen
überall in der Bai herumschwimmenden KEisbergen liegen sehen. Obwohl Netze
ausgeworfen wurden, wurde doch kein einziger Fisch gefangen. Gänse, Eider-
enten, Möwen, Seeschwalben und Sturmschwalben kommen in Mengen vor. ‘Viele
Nester und Eier von Enten und Seeschwalben wurden auf der Insel in der Süd-
westecke der Bai, von unseren Vermessern „Schulgeschwader-Insel“ genannt,
gefunden.
Die Recherche-Bai, so genannt nach der französischen Korvette „La
Recherche“, die im Jahre 1838 hier herkam, in 77° 30‘ N-Br, 14° 36‘ W-Lg,
bietet in etwa 20 Faden (37 m) vorzüglichen Ankergrund. Der Aufenthalt des
Geschwaders wurde zu einer. gründlichen Vermessung des Platzes benutzt,
wobei auf jedes Schiff ein bestimmter Theil fiel. Die Arbeit wurde mit ca
12 Offizieren und 40 Leuten gründlich ausgeführt; der Navigations-Offizier eines
jeden Schiffes war verantwortlich für seinen Theil, das Ganze stand unter der
Oberaufsicht des Navigations-Offiziers der „Active“. Die Vermessung ergab, dafs
der alte französische Plan sehr genau ist, „Diese prachtvolle Bai ist etwa 3'/ Sm
lang, 2'/2 Sm breit und eigentlich frei von Gefahren, ausgenommen bei der Renn-
‘hier-Spitze, von wo Untiefen etwa !/a Sm weit auslaufen. Die Berge zu beiden
Seiten sind etwa 2000 Fuß (600 m) hoch. Am Ende der Bai liegt der Obser-
vatorium-Berg, 1898 Fuf hoch (578 m), auf welchem die Offiziere der „Recherche“
im Sommer 1838 ihr Observatorium errichtet hatten.
Zwei grofse Gletscher reichen in die Bai hinein und bilden Theile ihrer
Seiten. Der Ost-Gletscher, von den französischen Vermessern so genannt,
entspringt anscheinend auf der Eisdecke im Innern und ist wahrscheinlich 30 Sm
lang. Er ist an der Vorderseite etwa 1!/2 Sm breit, 100 Fufs (30 m) hoch über
Wasser und 20 Faden (37 m) unter Wasser. Anscheinend reichte er einst
beinahe 1 Sm weiter in die Bai hinein. als jetzt, da die Ecke an der West-
seite aus altem Eise und Trümmern besteht, wovon sich ebenfalls eine grofße
Menge auf dem Lande an seiner Ostseite befindet. Der Fox-Gletscher ist fast
ebenso breit von vorne gesehen, aber er entspringt in den Hügeln an der West-
seite der Bai, so dafs er verhältnilsmäfsig kurz ist. Ein anderer grofser Gletscher
liegt etwa 1 Sm östlich von der Recherche-Bai. . Grofse HEisstücke brechen
fortwährend vorne an den Gletschern ab und schwimmen in der Bai herum, und
obwohl keine genügend grofsen Stücke gesehen wurden, die einem Schiff zu Anker
in dem südwestlichen Theil der Bai hätten unbequem werden können, ist es doch
nicht gerathen, in Booten oder kleinen Fahrzeugen der Vorderseite der Gletscher
nahe zu kommen,
‚Während des Aufenthaltes war uns das Wetter sehr günstig; nur an einem
Tage unterbrach ein Südweststurm die Vermessungsarbeiten. Die gewöhnlichen
Manöver und Uebungen wurden ausgeführt und selbst ein ÜCricket-Wettkampf
wurde auf der Süd-Moräne des Fox-Gletschers gespielt, der um 9* 30” p- anfıng
ınd am frühen Morgen endete, beleuchtet von der Mitternachtssonne. Die Wärme
des Meeres während unseres Aufenthalts war 39° bis 42° F (3,9° bis 5,6° U),
die der Luft 39° bis 47° F (3,9° bis 8,3° C)., Das Wetter ist erfrischend und
sehr angenehm, wenn es windstill ist, aber irgend ein Wind vom Lande bläst eis-
kalt daher. .
Von grofsem Interesse war eine Höhle in dem Ost-Gletscher nahe an der
Oberfläche des Meeres, vermuthlich in früheren Jahren dureh irgend einen inneren
Gletscherbach gebildet. Sie ist 6 bis 8 Fufs (1,8 bis 2,4 m) breit, 20 Fufs (6 m)
noch und erstreckt sich weit in den Gletscher hinein, und da das Eis darüber
auf eine ganze Strecke hin nicht dick genug, um das Durchdringen des Lichtes
zu verhindern, war die Wirkung ganz wunderbar.
Ein Bach fliefßst vom Fox-Gletscher herab, bei dessen Mündung am Strande
eine grofse Zahl versteinerter Knochen gefunden wurde, wovon viele von den
Offizieren des Geschwaders mitgenommen wurden,
2. August. Der norwegische Schooner „Willem Barents“ kam in
die Bai. Herr Martens Ekroll, der Eigenthümer, ein Norweger, besuchte die
„Active“ und berichtete Folgendes: Er war zu einer Fangreise heraufgekommen
and hatte den Winter auf dem Schooner an der Südwestküste der Edge-Insel
zugebracht, mit einer Station im Norden -und einer auderen im Süden des
Schooners im Stor-Fjord. Seine Mannschaft hatte im Ganzen aus 11 Mann
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