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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Köppen: Die Gewitterböe vom 10. Juli 1896 in Ostholstein, - 507 
Gewitters vorübergehend angelehnt zu haben; um 3'/%® hatte Tostedt, um 3'/4® 
Rotenburg den Höhepunkt eines nahen, um 3!/2* Verden den eines fernen Gewitters. 
Die Karten Fig. II! und 1V der Tafel 6 zeigen die Lage dieser Gewitter 
um 1%, 25, 3b, 4b, 5 und 6G°p, und zwar erstens die Lage der gröfsten Stärke 
bezw. Nähe durch den dicken Strich; zweitens die Grenze des Gewitters nach 
dem hörbaren Donner; drittens das Gebiet des Regenfalles. Zur Orientirung 
sind auch die Gebiete eingezeichnet, wo an diesem Tage Hagelschlag stattgehabt 
hat... Man sieht, dafs der um 3" über Hamburg weggegangene Zwischenraum 
zwischen beiden Gewittern, der hier mit einem breiten Schlitz blauen Himmels 
zwischen den beiderseitigen Wolkenscheiben auftrat, auch um 4* noch gut ent- 
wickelt war, wo er von Lauenburg nach Wismar reichte, um 5" aber, wo das 
schneller fortschreitende zweite (nördliche) Gewitter das südliche überholt hatte, 
nur noch angedeutet war. Auch Wittstock notirt noch zwei Gewitter: ein Fern- 
gewitter ‚im SW um 5%" und ein Nahgewitter von 6 bis 6'/.%, letzteres von 
Regen begleitet. Die umliegenden Stationen berichten dagegen nur von einem 
langdauernden Gewitter. Weiter östlich war dasselbe sehr heftig und von Sturm 
begleitet; in Neustrelitz, wo es von 6 bis 7* eine Reihe starker Schläge brachte 
and der Blitz an mehreren Stellen einschlug, stürmte es um 6" aus SE, um 6% 4 
aus Nord, in Prenzlau von 7'/ bis 7%4" aus West, und zwar wurden hier folgende 
Notirungen gemacht: vor dem Gewitter ESE, während desselben West 6 —8— 
4-—1, Ost, SE, nach dem Gewitter SE, ENE; auch hier hat der Blitz in der 
Nähe, im Dorfe Dauer, Feuerschaden veranlafst und noch gröfseren weiter östlich 
nach der Oder zu bei Pencun, wo das Gewitter von 7 bis 10* abends dauerte. 
Die Gebiete gleichzeitigen Gewitters hatten. übrigens an diesem Tage nur theil- 
weise die gewohnte schmale Bandform; von 3®* an bedeckte das erste Gewitter 
und noch mehr um 6* das Verschmelzungsprodukt beider ein breites,. mehr 
rundlich geformtes Gebiet. ; 
Die allgemeine Wetterlage über Europa während der Fortpflanzung dieser 
Gewitter ist aus den Figuren 18a und b ersichtlich. Aehnlich wie bei dem Gewitter- 
sturm vom 9. August 1881 traten die Gewitter am Rande einer Furche niederen 
10/7 1896 
6: 
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Fiss. 183. 
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TYis.18b. 
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Druckes, eines „V“, auf, das seinerseits dem rechten Rande einer fortschreitenden 
Depression angehörte; nur lag das Haupıminimum diesmal nicht im NW, sondern 
im Norden, über Skandinavien. Diese Druckfurche fiel wie damals mit einem 
Gebiet grofser Wärme zusammen und erstreckte sich also auch dieses Mal nur 
bis zu geringer Höhe.!) Kärtchen Fig. 18a zeigt deutlich, wie die lsothermen 
1] Eine überschlägliche Berechnung nach der in Bd. 1882, S. 597, dieser Annalen an- 
gewandten Formel ergiebt für die Höhe, wo der Dru kunterschied zwischen ‚der Mitte und dem 
Westrande‘ des V aufhören mufste, für Mittelschweden etwa 800 bis 900 m, . für . Holstein noch 
viel weniger. -
	        
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