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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

302 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1896. 
wurden, nach allgemeinem Urtheil, einerseits Reher, andererseits Steenkrütz und 
Heuerstubben betroffen. Ueber Reher vgl. weiter unten; in Steenkrütz erreichte 
der Hagel Wallnufsgröfse und lag nach dem Sturm fulshoch an der Nordwest- 
seite der Gebäude. In Pansdorf hatten die Sehlofsen Haselnufsgröfse und eine 
kantige Form, nach der Zeichnung eines Augenzeugen etwa 80: << Die 
Fensterscheiben auf der Windseite wurden an vielen Stellen zerschlagen, in einem 
einzigen Hause an Westrande des Wahlsdorfer Holzes (Parcellist Speetzen) 
42 Scheiben, 
I Hagelschlag hat am Nachmittag des 10. Juli auf einem recht grofsen 
Raume stattgefunden. Durch die gefälligst ertheiliten Auskünfte der Vorstände 
und Agenten der in Holstein, Lauenburg und Mecklenburg hauptsächlich die 
Hagelversicherung tragenden Vereine, sowie einige Zeitungsnachrichten wurde 
der Seewarte eine annähernd vollständige Uebersicht über die Hagelschäden 
dieses Tages in den genannten Ländern ermöglicht. Diese Vereine sind: der 
Schleswig-Holstein-Lauenburgische Hagel-Assekuranz-Verein, die Vaterländische 
Feuer- und Hagel-Versicherungs-Aktien-Gesellschaft in Elberfeld und die Berliner 
Hagel-Versicherungs-Gesellschaft. 
Auf Tafel 6, Fig. ]1, sind die von schwerem Hagelschlag betroffenen 
Gemeinden und Güter durch A, Orte mit geringem Schaden durch (4) und Orte 
ohne Hagelschaden, die in den Streifen der Verwüstungen fallen, mit - angegeben, 
Wie man sieht, bilden die verhagelten Gebiete einen 84 km langen und bis zu 
13 km breiten Streifen, der sich von der Westgrenze des Kreises Steinburg 
ostwärts bis zur Ostsee erstreckt. - 
Dieser Streifen zeigt indessen zwei sehr bemerkenswerthe Unterbrechungen, 
südlich von Neumünster und bei Ahrensbök. In der ersteren, sehr breiten, finden 
sich freilich wenig angebaute und daher auch sehr wenig versicherte Grundstücke; 
immerhin geht aus der Antwort des Schleswig-Holstein-Lauenburgischen Asse- 
kuranz-Vereins auf die besondere Anfrage der Seewarte hervor, dafs von den in 
Hallohe, Brokenlande und Fuhlendorf versicherten je 600 bis 900 Centner Ernte 
nichts, und von den in Grofsenaspe, Latendorf und Braak versicherten 2800 bis 
3600 Centner nur 5 (Grofsenaspe) bis 25° (Braak) verhagelt ist. 
Noch sicherer festgestellt ist die kurze, aber in ein gut bebautes Terrain 
fallende Unterbrechung bei Ahrensbök. Die östlich ans Wahlsdorfer Holz an- 
stofsenden Landschaften um Ahrensbök haben gar keinen, die weiter östlich 
gelegenen Gemarkungen Gleschendorf, Schulendorf, Pönitz, Ekelsdorf etc. nur 
unerheblichen Hagelschaden!) gehabt, während in Pansdorf der Schaden wieder 
bedeutend war. Dieselben Ortschaften blieben auch am 9. August 1881 verschont, 
während über Gnissau und Pansdorf zwei Hagelstriche hinweggingen, die damals 
von SSW herkamen (vgl. „Ann.“ 1882, Taf. 25). Ebenso blieb beide Male 
Eutin frei, das diesmal seitlich vom Strich lag,?) damals aber übersprungen wurde. 
Es liegen darin sehr merkwürdige Andeutungen über lokale Einflüsse auf die 
Hagelbildung, Hinweise, deren Deutung indessen noch sehr unsicher ist. 
Unter den Zeitungsnachrichten über diese Hagelfälle sind am interessantesten 
die folgenden beiden Berichte, weil sie die westlichsten und östlichsten Punkte 
einer geraden Linie behandeln, in deren Verlauf auch die Verwüstungen des 
Orkans fallen. . 
„Aus dem Kreise Rendsburg schreibt man uns: Am Freitag entlud sich 
im südlichen Theile unseres Kreises ein Gewitter, das von furchtbar verheerenden 
Regengüssen und Hagelschauern begleitet wurde. In schrecklicher Weise sind 
namentlich die beiden Gemarkungen Reher (Kreis Steinburg) und Wapelfeld 
(Kreis Rendsburg) betroffen worden. Wir erfahren von einem Augenzeugen, 
dafs eine halbe Stunde nach dem Unwetter der Hagel noch in taubeneigrofsen 
Schloßen einen Fuß hoch lag, welcher beim Fallen zum Theil die Gröfse eines 
1) In Gleschendorf fiel zwar haselnufsgrofser, aber sehr wenig Hagel, 
2) In Ascheberg, Eutin und Neustadt scheint das Gewitter durch nichts als durch die 
ungewöhnliche Dunkelheit dabei bemerkenswerth gewesen zu sein. Herr ÖOberlehrer Dr. Bösser 
theilt mir mit, dafs er überhaupt während seiner vieljährigen meteorologischen Beobachtungen in 
Eutin (seit 1869) nie Hagel, sondern nur Graupeln erlebt habe.
	        
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