196 Annalen der’ Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1896.
Abstand
3km
3 km
i1 km
81/2 km?
141/2 xm4
Ort
Schulhaus Tweelbäke I
Bahnkörper bei Neuenwege
Blankenburg
Oberhörne
Bei Strückhausen
Esenshamm
Quelle
Herr Lehrer Duis
Herr Assistent Griese
Gutsgesinde
Baggerleute
Herr Dr. Behrmann
» "7 »
Zugführer vom Zug 471)
Herr Stationsvorsteher Janssen
Zeit
Gleich nach 4* p,
4b 320 p,
41/ob p,
Zwischen 3 und 4h,
Sb p.
6b 10m p.
5b 12m pp, .
5b 10m pp,
Gegen 5h 50m p,
In dem Zeitungsberichten wird einmal die Zeit des Entstehens der Hose
auf 4'/a p angesetzt, ein andermal, wohl am richtigsten, ihre ganze Existenz im
Grofsherzogthum zwischen 4* und 6" gelegt, in einem dritten die Zerstörungen
nördlich von Elsfleth auf 5* bis 6*, in einem vierten jene in Rodenkircherwurp
gegen 6* angesetzt.
Am genauesten sind wohl die Angaben für Neuenwege, weil Herr Assistent
Griese vom Oldenburger Bahnhof aus die Windhose mit der Uhr in der Hand
beobachtet hat und ein Zug von Bremen erwartet wurde, und diejenigen der
beiden Bahnbeamten für Strückhausen, da die Eisenbahnzüge als mächtiger
Registrirapparat wirken, wie ich dieses im zweiten dieser Beiträge habe zeigen
können. Wir sind danach genöthigt, bei den Zeitangaben von Herrn Direktor
Behrmann ein Versehen von einer Stunde anzunehmen; ein solches geschieht
bekanntlich, wenn keine zufälligen scharfen Merkmale für die Zeit gerade vor-
liegen, sehr leicht. Die mittlere Geschwindigkeit des Fortschreitens ergiebt sich
hieraus zwischen Neuenwege und Strückhausen zu 0,57 km in der Minute oder
34 km in der Stunde, was der Geschwindigkeit eines langsamen Eisenbahnzuges
entspricht. Mit dieser ist die Fortbewegung denn auch wiederholt verglichen
worden: so von Herrn Duis, der sie aus nächster Nähe sah, und vom <-Bericht-
erstatter aus Wüsting, Zwischen Oberhörne und Strückhausen hat die Windhose,
nach Herrn Direktor Behrmanns Beobachtungen, beinahe 8 km in 10 Minuten
zurückgelegt, also etwas schneller sich bewegt. Sowohl für Neuenwege (Herr
Griese) als für Strückhausen (durch Herrn Meyerholz) wird dagegen behauptet,
dafs die Erscheinung zeitweise stillgestanden hätte. Die Zeitangabe von Esens-
hamm ist unsicher, jene vom Hunte-Bagger offenbar irrig; für Tweelbäke, wo Herr
Duis durch das Brausen der Erscheinung vom Mittagessen abgerufen wurde und
daher ein starker Zeitfehler unwahrscheinlich ist, mufßs man immerhin erst 4* 24”
als vermuthliche Zeit des Vorüberganges, aber vielleicht 4* 20” als Zeit der ersten
Anmeldung annehmen.
‚.... Für Bederkesa wird „etwa um 6*“, für Marne „etwas nach 7*“ als Zeit
der Windhose angegeben. Bederkesa liegt 45 km von Strückhausen, Marne 38 km
von Bederkesa entfernt. Es würde daher die Zeit des Auftretens kein unbedingtes
Hindernifs abgeben, das Phänomen von Bederkesa für eine Fortsetzung des
Oldenburger zu halten, was jedoch eine unwahrscheinliche plötzliche Richtungs-
änderung hinter Grofsensiel bedingen würde. Erheblich mehr Wahrscheinlichkeit
hat die Zugehörigkeit der Wahrnehmungen in Bederkesa und Marne zu einem
and demselben meteorologischen Individuum, das dann die Strecke mit ganz der-
selben ‚mittleren Geschwindigkeit von etwa 0,57 km in der Minute oder 9'/3 m
in der Sekunde zurückgelegt hat, wie sie die Oldenburger Windsbraut hatte.
6. Witterungslage und -Verlauf am 5. Juli 1890 in der weiteren Umgebung
der Windhose.
. Am 4. Juli morgens lag ein barometrisches Minimum von << 750 mm Luft-
druck auf der Nordsee vor dem Skagerrak, ein zweites, schwächeres kündigte
sich auf dem Ocean vor dem Kanal an. Ersteres füllte sich schon im Laufe des
5. im südlichen Norwegen ‚aus, letzteres dagegen bewegte sich mit zunehmender
Vom Zuge aus vor und nach Hammelwarden gesehen.