180 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktöber 1896.
Helgoland (22), Cuxhaven (25), Süderhöft (26) und Flensburg (29) und am 24.
in Norderney (32), Helgoland (22), Neuwerk (23), Glückstadt (23), Süderhöft (25),
Munkmarsch (21) und Kolbergermünde (21). ;
Stürmische Winde traten in gröfserer Verbreitung auf am Il. aus Ost—
SE, Stärke 8, auf Rügen, am 18. aus SW — West, Stärke 5, am 22, an der
Nordsee aus SE—Süd, Stärke 8, sowie am 23. und 24. an der ganzen Küste und
noch am 25, an der östlichen Ostsee rechtdrehend aus westlichen Richtungen,
meist bis Stärke 9 und darüber. .
Von den Windrichtungen trat keine durch besonders grofse Häufigkeit
ihres Vorkommens hervor, doch überwogen die Winde aus den Quadranten
E—S—W, ausgenommen in Keitum, wo die Nordwestwinde auch relativ häufig
beobachtet wurden. .
Nachdem am 1. und 2. September gegenüber einem von Finnland aus über
Skandinavien ausgebreiteten Hochdruckgebiet eine Depression über dem südlichen
Nordseegebiet bestanden hatte, welche in wechselnder Erstreckung ihren Wirkungs-
kreis über den Kontinent ausdehnte und meist schwache östliche und südöstliche
Winde an der Küste bedingte und an der Ostsee sehr starke Regenfälle herbeiführte,
bildete sich nach südlicher Verlagerung des Maximums eine Furche niederen
Luftdruckes, von den Britischen Inseln bis Finnland reichend, heraus, in welcher
am 4. und 5. ein Maximum von Jütland nach Esthland fortschritt, auf seiner
Südseite von vielfach starken, vereinzelt auch stürmischen südwestlichen und
westlichen Winden an unserer Küste begleitet.
Ein auf der Nordseite der Furche niedrigen Luftdruckes erschienenes Hoch-
druckgebiet breitete sich, unter Zurückdrängung der Depression nach Osteuropa,
am 6. über Europa aus, an der Küste schwache östliche und nordöstliche Winde
bedingend, und schritt am 7. und 8. mit seinem Kern höchsten Druckes vom
Norwegischen Meere her über Südschweden nach Südrussland fort, wobei die
Winde meist schwach aus Ost— SE wehten und am 8. fast an der ganzen Küste
heiteres trockenes Wetter herrschte.
Vom 9. bis 14. lagerte das Centrum einer tiefen Depression westlich der
Britischen Inseln über dem Ocean, die sich in wechselnder Erstreckung über den
Kontinent ausbreitete und an der Küste Winde aus östlichen Richtungen bedingte;
an der östlichen Ostsee blieb das trockene und theilweise heitere Wetter bestehen,
während die westlicheren Küstentheile meist tägliche, wenn auch vorwiegend
nicht erhebliche Niederschläge hatten. .
Als das Centrum der Depression im Westen der Britischen Inseln sich
am 15. im hohen Norden nordostwärts und später ostwärts verlagerte, Gel bald
der ganze Norden Europas dem Depressionsgebiet zu, so dafs während dieser
Zeit bis zum 21. an der Küste südliche bis westliche Winde wehten, die unter
dem Einflufs von Theilminima vielfach stark und steif, am 18. und 19, stürmisch
auftraten.
Am 22. bis 25. schritt ein tiefes Minimum westlich von Schottland her
über Jütland und Südschweden nach der mittleren Ostsee, von starkem Sturm
aus SW—NW auf seiner Südseite begleitet. der an der Nordsee bedeutende Regen-
fälle im Gefolge hatte.
Ein neues, sehr tiefes, am Morgen des 25. über Südengland erschienenes
Minimum schritt schnell in ungewöhnlicher Bahn südostwärts über Süddeutschland
der Adria zu, von wo es sich am 26. weiter nach der Balkanhalbinsel verlagerte;
während dieser Tage hatte die Küste schwache Winde aus östlichen Richtungen
und meist trockenes, stellenweise heiteres Wetter.
Abermals breitete sich eine im hohen Nordwesten erschienene Depression
am 27. rasch über der Nordhälfte Europas aus, so dafs mit dem Herumgehen
des Windes von SE nach SW an der Küste bald wieder regnerische Witterung
eintrat; über Mittelskandinavien ziehende Theilminima liefsen die Winde vielfach
stark auffrischen. .
Am 29. zog sich die über Nordeuropa lagernde Depression nordwärts
zurück, und es bildete sich ein an Umfang rasch zunehmender Rücken hohen
Druckes, WSW — ENE über Centraleuropa gestreckt, welcher für die Küste
wieder südöstliche Winde und trockenes, am 30. fast durchweg heiteres Wetter
herbeHührte,