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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Schott: Die Sprungwelle in der Mündung des Tsien-tang kiang. 475 
der heranlaufenden Fluthbrandung und: nahm länger als fünf Minuten eine Höhe 
von etwa. 7 bis 8 m über dem vor der Sprungwelle befindlichen Flufsniveau ein. 
Meine Augeshöhe war am 8. 9,5 m, am 9. 8,5 m, und die Oberkante dieser Roll- 
wogen. war manchmal viel höher als der Horizont, indem die Entfernung der 
Fluthbrandung von meinem Beobachtungsorte im ersteren Falle etwa 2 Sm. und 
im zweiten etwa 1!/2 Sm betrug. 
Ohne Zweifel hat die Fluthbrandung eine konvexe, schräg abfallende Ober- 
fläche beim Hineinlaufen in den Flufs, Diese konvexe Form, welche theilweise 
durch die beim Einlaufen in die Flulsmündung stattßndende Aufhäufung der 
Gewässer in der Mitte und theilweise durch die von den zahlreichen Strebe- 
pfeilern verursachte Ablenkung bedingt wird, ist auf einigen kleineren Photo- 
graphien bemerklich; da aber der höchste Theil zurückbleibt und daher weiter 
von der Camera entfernt ist, ist die Konvexität nicht immer so deutlich erkennbar 
auf den Photographien, als sich dem Berichte nach erwarten liefse. 
Am 9, Oktober‘ wurden nicht weniger als 30 Djunken in dem nach- 
folgenden Sog hinaufgefegt und passirten Haining unter vollen Segeln, aber mit 
dem Bug nach den verschiedensten Richtungen liegend; einige schossen auf die 
Stadt Hang-tshau zu mit dem Heck voraus, mit einer stündlichen Geschwindigkeit 
von 10 Knoten, . 
Alle diese Sprungwellen. zur Zeit der Erdnähe waren der berechneten 
Eintrittszeit etwas voraus, auch pflanzten sie sich schneller fort wie gewöhnlich. 
Diejenige des 10. war 1’!/s Stunden zu früh und lief mit einer Geschwindigkeit 
von 14 Knoten die Stunde. Die nächtlichen Sprungwellen des 6., 7. und 8. 
waren deutlich 1/8 Stunden vor ihrer Ankunft zu hören und müssen dann 
wenigstens 12 Sm entfernt gewesen sein.“ Schott. 
Notizen. 
1. Der Pilote, ein Führer für Segelschiffe. Band VII. Deutsche 
Seewarte, Abtheilung I. Hamburg 1896, 362 Seiten. — Dieser 7. und Schlufs- 
band des Werkes enthält aufser einer Auswahl. von Reiseberichten nach den‘ von 
September 1884 bis August 1885 eingegangenen Journalen, wie die früheren 
Bände, im ersten Theil eine Abhandlung über die internationale Kooperation in 
der Pflege der Arbeit und im Veröffentlichen der Resultate auf dem Gebiet der 
oceanischen Meteorologie, nebst einem zusammenfassenden Gutachten darüber. 
Als Anhang dazu ist eine übersichtliche Statistik des Beobachtungsmaterials der 
Seewarte (1868 bis Juni 1896) gegeben, wonach 13495 Journale vorhanden sind 
mit Beobachtungen über 41801 Monate, reichlich sieben Millionen Beobachtungs- 
sätze enthaltend. 
Im zweiten Theil erfahren wir, dafs in den Jahren 1875 bis 1896 zu- 
sammen 872 handschriftliche Segelanweisungen für einzelne Reisen. ausgearbeitet 
sind. Die Art und Weise der Bearbeitung wird durch ein Beispiel — von 
Bordeaux nach Guayaquil in der ersten Hälfte des Februar — erläutert. 
Der Abschlufs des ganzen Werkes fällt ziemlich zusammen mit dem bevor- 
stehenden Erscheinen des dritten und letzten Segelhandbuches der Seewarte für 
den Stillen Ocean. Die Segelanweisungen in den drei Handbüchern für den 
Atlantischen, Indischen und Stillen Ocean machen diese Reiseberichte für die 
Zukunft in dem bisherigen Umfange entbehrlich. 
Die Mitarbeiter der Seewarte zur See erhalten demnach mit dem letzten 
Bande des Piloten eine abschliefsende Uebersicht über den heutigen Stand der 
maritimen Meteorologie und über das ganze, reiche von ihnen gesammelte Material 
und seine bisherige Verwerthung. - ; 
2. Durchsegelung der Allas-Strafse. Kapt. H. Bannau vom Schiffe 
„Heinrich“ berichtet: „Auf unserer Reise von Hamburg nach Hongkong segelten 
wir.in der Nacht vom 12. zum 13. Februar 1891 bei leichter Landbriese in 
Sicht und längs der Südküste von Lombok nach Osten, bis um 3. Uhr eine von
	        
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