Knudsen: Ueber den Sauerstoff- und Kohlensäuregehalt des Meerwassers.
com C 0,
per Liter
com N
per Liter
cm O0
Das Sauerstoffprocent
100 0
0O+N
‚per Liter
Ohne Copepoden'. .
Mit Copepoden . ..
41,11 | 12,48 | 6,44
44,43 12,55 2,56
34,0
|
16,9
465
Differenz . ... | 3232 | 0,07 | — 3,88
Man ersieht hieraus, daß die Copepoden ein wenig mehr Sauerstoff ver-
braucht haben als sie Kohlensäure ausgeschieden haben. Die Copepoden, welche
bei diesem Versuche. benutzt wurden, waren in einem grofsen Vertikalnetz gefangen
worden und wurden durch das Sieb von der Menge kleiner Pflanzen geschieden,
die auch in dem feinen Netz mitfolgten. Zur Vergleichung mag dienen, dafs auf
der Station No. 97 der Expedition mit einem Horizontalnetz ausschliefslich
Copepoden in einer solchen Menge gefangen wurden, dafs dieselbe Anzahl, welche
beim angeführten Versuche benutzt wurde, hier im Meere über einen 2000 mal
gröfseren Raum verbreitet war. An dieser Stelle gab die Analyse die folgenden
Gasgehalte:
Station 97
com C 0,
per .Liter
com N |
cem 0‘
per Liter
per Liter
1000
O0-—+N
| 42,60 | 12,55 | 640 | 327
Von Tornöe durch
1000 Sättigung mit
O+N atmosphärischer Luft
‘bestimmt
24.9
Wenn man berücksichtigt, wie langsam das Wasser die Gase absorbirt,
wenn es fast gesättigt ist, und, dafs jedenfalls vor der Einfangung der Copepoden
Wesen im Wasser gewesen sein müssen, die Kohlensäure assimiliren und Sauer-
stoff entwickeln konnten, ist es kaum unwahrscheinlich, anzunehmen, daß das
niedrige Sauerstoffprocent wesentlich durch die Einathmung der Copepoden ver-
ursacht ist.
In einem anderen Versuche wurde die Einwirkung der Diatomeen auf den
Sauerstoffgehalt untersucht. Drei Literflaschen, wurden mit Meerwasser gefüllt,
verkorkt und in ein Wasserbad gestellt. In die zwei Flaschen waren gleich grofse
Mengen von Diatomeen hineingebracht worden, und die eine dieser Flaschen wurde
in Staniol gehüllt, damit das Licht auf die Diatomeen nicht einwirken sollte. Nach-
dem die Flaschen drei Stunden im Wasserbade gestanden hatten, wurde ihr Gas-
gehalt mit dem folgenden Resultat analysirt:
ccm CO, | com N | ccm O0 ! 1000
per Liter per Liter per Liter O0+N
Flasche ohne Diatomeen. .,.
Flasche mit Diat. im Dunkeln. .
Flasche mit Diat, im Licht. ,
Diat. entwickeln im Dunkeln .
Diat. entwickeln im Licht .
43,06
43,65
32,73
0,59
"10,33
12,52
12,18
12,30
— 0,34
0,22
6,27
3,93
17,27
— 2,34
+4. 11,00
33,4
24,4
58,4
Das Plankton wurde mit einem Horizontalnetz eingefangen, und die
Diatomeen wurden durch ein Sieb von den gröfseren Organismen geschieden.
Zur Vergleichung mag angeführt werden, dals auf der Station 126 in‘ einem
Horizontalnetz fast ausschließlich Diatomeen in so grofser Menge eingefangen
wurden; dafs ihre Dichte im Meere fast 300 mal kleiner als beim’ beschriebenen
Versuch war. Die Analyse der Gase an dieser Stelle. zeigte:
Ann. d. Hyär. etc., 1896, Heft X.