Lüning: Graphische Darstellung der Fehlergleichungen.
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Richtungen äufsern, ’also bald mitihrer Summe,‘ bald mit ihrem Unterschiede
zur Wirkung gelangen können, so genügt es, die Figuren 13 und 14 zur Dar-
stellung zu bringen, ;
Durch diese graphische Darstellung der Fehler in den bei Zeit- und
Breitenbestimmungen der Rechnung zu Grunde gelegten Stücken und ihrer
Wirkungen auf die berechneten Resultate dürfte der Schüler eine klarere Vor-
stellung von ihnen erlangen als durch die trockene Diskussion der sogenannten
Fehlergleichungen, der er infolge nicht genügender Festigkeit in der Kenntnifs
der. Zeichen und der Gröfse der trigonometrischen Funktionen in den vier
Quadranten in der Regel kaum zu folgen vermag, und aus diesem Grunde dürfte
sie sich zum Gebrauch in den Navigationsschulen mehr empfehlen als die bisher
gebräuchliche Methode; . zumal da die graphische Darstellung alle Fragen an-
schaulich und ebenso erschöpfend beantwortet wie die bekannten Fehlergleichungen,
wenn man. jeden einzelnen Fall besonders zur Darstellung bringt.
Ueber das Abhängigkeitsverhältnils zwischen dem Sauerstoff-
und dem Kohlensäuregehalt des Meerwassers und dem Plankton
des Meeres...
Vorläufige Mittheilung des Physikers der Ingolf-Expedition MARTIN KNUDSEN.
| In allen neueren hydrographischen Untersuchungen haben die Bestimmungen
der im Wasser aufgelösten Gase und der gesammten Menge der Kohlensäure eine
sehr wichtige Rolle gespielt. Der eigentliche Anfang dieser Untersuchungen wurde
von Jacobsen während der Pommerania-Expedition (1872) gemacht; er kochte
die Wasserproben an Bord: und analysirte nach der Heimkehr die ausgetriebenen
Gase. ‚Auf wesentlich dieselbe Weise führten Tornöe nach der norwegischen
Expedition nach dem Nordmeere und Dittmar und Buchanan nach der
Challenger-Expedition ihre Bestimmungen des Gasgehaltes des Meerwassers aus.
Eine durchgreifende Aenderunng der Arbeitsmethode wurde 1890 von Petterson
eingeführt, der die Wasserproben in luftleere Glasballons einschmelzte und die
Kochung und die Analysen erst nach der Heimkehr unternahm. Hierdurch wird
es möglich, die Kochung weit sorgfältiger auszuführen ‘als durch die Methode
Jacobsens, und fast alle späteren Bestimmungen des Gasgehaltes des Wassers
sind auf diese Weise ausgeführt worden,
Was man durch‘ diese Gasanalysen erreicht hat, ist in kurzen Zügen
Folgendes: In denjenigen Wasserproben, die aus der Tiefe herausgeholt werden,
mufs der Stickstoffgehalt ein obwohl etwas unsicheres Mals dafür. sein, bei
welcher Temperatur die Absorption vorgegangen ist, und daraus können oft
interessante Schlüsse gezogen werden, welche zeigen, wann und wo das Wasser
zuletzt an der Oberfläche gewesen ist. Die Bestimmungen des Sauerstoffgehaltes
sind zunächst unternommen worden, um die Lebensbedingungen der Thiere zu
finden, welche im Wasser leben, und es hat sich gezeigt, dafs das Verhältnifs
zwischen dem Sauerstoff- und dem Stickstoffgehalte in der Regel mit zunehmender
Tiefe abnimmt. Dies wird dadurch erklärt, dal im Meere etwas Sauerstoff von
oxydirbaren organischen Stoffen und den lebenden Seethieren verbraucht wird.
Was das Wasser. der Oberfläche betrifft, hat man erwartet, dieses Verhältnifs
konstant oder jedenfalls kleiner zu finden als den Werth, den es annimmt, wenn
Meerwasser von der betreffenden Temperatur und Salzgehalt mit atınosphärischer
Luft gesättigt wird. Diese Erwartung ist aber nicht in Erfüllung gegangen.
So schreibt Tornöe in seinem Berichte über die norwegische Expedition
nach dem Nordmeere: „Es zeigt sich, dafs der im Verhältnißs zum gesammten
Gasgehalte sehr hohe Sauerstoffgehalt, der an der Oberfläche der nördlichen
Hälfte des untersuchten Meeres observirt worden ist, in der Wirklichkeit von
einer Uebersättigung mit Sauerstoff und nicht, wie man auch hätte annehmen
können, von einer mangelhaften Sättigung mit Stickstoff herrührt, indem man
merkwürdigerweise einen Sauerstoffgehalt findet, der sehr häufig den aus diesen