accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

162 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1896. 
Es ist also, wie man sieht, die bekannte Fehlergleichung durch die Figur 
richtig zur Darstellung gebracht. 
Denkt man sich die Standlinie AB mit der Normalen CG fest verbunden 
und um C gedreht, so bemerkt man leicht, dafs der Einflufßs des Fehlers im 
Stundenwinkel auf den Fehler in der Breite um so größer wird, je mehr das 
Azimuth sich dem Werthe 90° nähert, und dafs dieser Einflufs sein Maximum 
erreicht, wenn A — 90° ist; dagegen völlig verschwindet, wenn das Azimuth 0 
oder 180° wird, d. h. wenn sich das Gestirn im oberen oder unteren Meridian 
befindet. Dieser Zeitpunkt ist demnach der günstigste zur Anstellung einer 
Breitenbestimmung, während Höhen, die weit vom Meridian entfernt liegen, dazu 
völlig untauglich sind, weil sie auf See wegen der unvermeidlichen Fehler in der 
Höhe und im Stundenwinkel zu unsichere Resultate geben. 
Um die Wirkung eines Höhenfehlers auf die berechnete Breite zu ver- 
anschaulichen, verschiebe man (Fig. 12) die durch den mit Hülfe von Schiffs- 
tagebuch und Beobachtung gefundenen Schiffsort C gelegte Standlinie AB parallel 
mit sich selbst um den Betrag dieses Fehlers (dh) 
nach A‘B‘, so bezeichnet der Schnittpunkt I dieser 
Standlinie mit dem Meridian von C den richtigen 
Schiffsort, da da = 0 sein soll, und CI wird der 
Fehler in der Breite (de), der durch den Fehler in 
der Höhe erzeugt wurde. Das bei F rechtwinklige 
sbene Dreieck CFI liefert nach den Regeln der 
Trigonometrie die Gleichung: 
(5) de = dh- sec A 
Denkt man sich die parallelen Standlinien AB 
und A‘B‘ mit CG fest verbunden und um € gedreht, 
So sieht man leicht, dafs auch die Wirkung des 
Höhenfehlers auf die berechnete Breite um so größer 
wird, je näher das Azimuth des Gestirns an 90° liegt, 
dafs sie dagegen den kleinsten Werth erreicht, wenn 
das Azimuth = 0 oder = 180° ist, d. h. wenn sich das Gestirn im oberen oder 
unteren Meridian befindet. Dieser Zeitpunkt ist also auch in Bezug auf einen 
Höhenfehler der günstigste zur Breitenbestimmung, dagegen liefern Breiten- 
bestimmungen wegen der unvermeidlichen Fehler in Stundenwinkel und Höhe 
sehr feblerhafte Resultate, wenn das Gestirn bei der Beobachtung weit vom 
Meridian entfernt ist. Man bemerkt durch diese Darstellung übrigens auch, dafs 
die Wirkung des Höhenfehlers nie ganz verschwindet, wie dies beim Fehler im 
Stunden winkel ja der Fall sein kann, sondern dafs er selbst im allergünstigsten 
Fall mit seinem vollen Betrage in die berechnete Breite übergeht. Es hat also 
das vorhin bei der Ermittelung des Stundenwinkels in Betreff der Höhenmessung 
Gesagte auch bezüglich der Breitenbestimmung volle Gültigkeit. 
Fig. 18. 
Will man dem Schüler zeigen, dafs auch hier insofern verschiedene Fälle 
eintreten können, als die Fehler in Stundenwinkel und Höhe ihre Wirkung auf 
die berechnete Breite sowohl nach derselben, als auch nach verschiedenen 
Fig, 14.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.