Lüning: Graphische Darstellung der Fehlergleichungen.
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2. wenn beide Fehler ungleichnamig sind und das Azimuth stumpf ist
(Fig, 8 und 10).
HF’
.
5 ,
Fig. 3,
Fig, 8,
Fig. 10.
Aus allen bisherigen Betrachtungen geht hervor, dafs der günstigste
Augenblick zur Zeit- und Längenbestimmung derjenige ist, in welchem .das
Azimuth des Gestirns = 90° ist (es befindet sich dann rw. Ost oder West vom
Beobachter), und dafs dieselben Fehler in Breite und Höhe nicht immer den-
selben Einflufs auf den berechneten Stundenwinkel haben, sondern dafs ihre
Gesammtwirkung davon abhängt, ob sie mit ihrer Summe oder mit ihrem Unter-
schiede zur Geltung kommen. Unter allen Umständen ist auf das Messen der
Höhe die größte Sorgfalt zu verwenden, weil der Höhenfehler nie wirkungslos
ist, sondern selbst im günstigsten Falle mit seinem vollen Betrage auf den
Stundenwinkel zur Wirkung kommt; deshalb hat man durch Vereinigung von 3
oder 5 in kurzen Zwischenräumen nacheinander gemessenen Höhen zu einer
Rechnung einen etwaigen Beobachtungsfehler möglichst zu verkleinern und bei
der Herleitung der wahren Höhe die aus der Tafel entnommene Korrektion für
Strahlenbrechung nach dem jeweiligen Stande des Barometers und Thermometers
zu verbessern.
Will man in gleicher Weise untersuchen, welchen Einflufs ein Fehler im
Stundenwinkel auf die damit berechnete Breite hat, so drücke man denselben
zunächst in Bogenminuten aus, dadurch erhält man den Längenunterschied (dl)
and multiplieire diesen mit cos %, so ist das Produkt (da) der Fehler in der
Abweichung, wodurch also der Fehler: im Stunden-
winkel graphisch dargestellt werden kann. Dann finde
man durch Rechnung oder mit Hülfe der Tafeln das
wahre Azimuth des beobachteten Gestirns und be-
stimme daraus die Lage der Standlinie AB des Schiffes
und lege sie durch den Punkt C, den mit Hülfe von
Schiffstagebuch und Beobachtung gefundenen Schiffsort
(Fig. 11). Nun trage man auf dem Breitenparallel
OW den Fehler in der Abweichung (da) von C bis E
ab und errichte in E eine Normale, welche die Stand-
linie in D, dem richtigen Schiffsorte, schneidet, dann
ist DE = de der Fehler in der Breite, der durch den
Fehler im Stundenwinkel erzeugt ist. In dem ent-
standenen, bei E rechtwinkligen ebenen Dreieck CDE
ist Z. DCE = ZZ. NCG (das Azimuth A des Gestirns),
weil beide den Winkel BCN zum Komplement haben, und wir erhalten aus dem-
selben nach den Regeln der ebenen Trigonometrie:
1)
de =— da-tgA
Substituirt man auch in dieser Gleichung für da den in (1) gefundenen
Werth, so erhält man:
(4)