Am
OD
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1896.
ader
da = — dh + cosec A
und wenn man für da den in (1) gefundenen Werth einführt:
dt + cos @? = — dh - cosec A
mithin
(3)
dt = -— dh + sec w + cosec A
Dafs hier dh das Zeichen — erhalten mufß, könnte ınan dem Schüler
vielleicht dadurch am besten klar machen, dafs man die Lage von CI mit der
Lage von CE in der vorigen Figur vergleicht, wo der angenommene Fehler in
der Breite dasselbe Zeichen hatte, seine Wirkung auf den Stundenwinkel aber
nach der entgegengesetzten Seite vom Meridian fiel. So ist auch diese Differential-
formel durch die Konstruktion richtig zur Darstellung gebracht.
Denkt man sich auch hier wieder die beiden Standlinien mit CG- fest ver-
bunden und um C gedreht, so wird man leicht bemerken, daß CV, d. h. der
durch eine fehlerhafte Höhe in der Abweichung, durch welche der Fehler im
Stundenwinkel graphisch dargestellt ist, erzeugte Fehler, um so kleiner wird, je
näher das Azimuth an 90° liegt; indessen verschwindet derselbe niemals völlig,
sondern die Figur zeigt klar, dafs der Fehler in der Höhe im günstigsten Falle,
i. e. wenn das Azimuth — 90° ist, mit seinem vollen Betrage in den Stunden-
winkel übergeht, sonst aber immer vergrößert.
Will man ein Urtheil darüber gewinnen, wie beide Fehler vereint auf den
Stundenwinkel einwirken, d. h. wann sie mit ihrer Summe, und unter welchen
Umständen sie mit ihrem Unterschiede zur Wirkung gelangen, so kann dies
leicht geschehen, indem man beide in einer einzigen Figur zur Darstellung bringt;
Ze .- dann aber acht Fälle zu unterscheiden, die dabei vorkommen können,
nämlich:
Sind die Fehler in Breite und Höhe gleichnamig, d. h. sind diese Argumente
in der Rechnung entweder beide zu grofs oder beide zu klein angenommen, so
kann das Azimuth spitz oder stumpf, Ost oder West sein; daraus ergeben sich
vier verschiedene Fälle, die in den Figuren 3 bis 6 dargestellt sind. Ebenso
viele ergeben sich aber, wenn die Fehler in Breite und Höhe ungleichnamig
sind; diese sind in den Figuren 7 bis 10 zur Darstellung gebracht. Die Be-
trachtung der Figuren lehrt Folgendes:
Die Fehler in Breite und Höhe wirken nach derselben Richtung, kommen
also mit ihrer Summe auf den berechneten Stundenwinkel zur Geltung:
1. wenn beide Fehler gleichnamig sind und das Azimuth stumpf ist
(Fig. 4 und 6);
wenn beide Fehler ungleichnamig sind und das Azimuth spitz ist
(Fig, 7 und 9).
ze
— 9
Fig, 4.
Fiz. 6.
Fig. 7.
Fig. 9.
Die Fehler in Breite und Höhe wirken nach entgegengesetzten Richtungen,
kommen also mit ihrem Unterschiede auf den berechneten Stundenwinkel zur
Geltung:
1. wenn beide Fehler gleichnamig sind und das Azimuth spitz ist
(Fig, 3 und 5);