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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

A456 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1896. 
Durchgang der Hose trockene Witterung herrschte. Der Durchgang von Strück- 
hausen nach Esenshamm wird reichlich 30 bis 45 Minuten in Anspruch genommen 
haben, Wie von einem Augenzeugen, der die Hose in Strückhausen auf etwa 
50m Entfernung sah, mitgetheilt wurde, soll sich dieselbe etwa haushoch über 
dem Boden fortbewegt haben, trotzdem aber durch Aufwirbeln von Sand und 
sonstigen Gegenständen sich auch am Boden deutlich bemerkbar gemacht haben, 
Weitere Erkundigungen waren nicht zu machen, da dieselbe von hier aus nur 
von Wenigen gesehen worden ist.“ 
- 
Fig.Ba, 
Fig.13b%. 
Die Fig. 13 scheint im Wesentlichen mit Fig. 12b (und 11) überein- 
zustimmen, nur daß Herr Janssen die Bewegungen im Haupttrichter genauer 
wahrgenommen und dafür vielleicht kleinere „Regenzapfen“ daneben nicht 
beachtet hat. 
Da der Beobachter in keiner Weise von meteorologischen oder physi- 
kalischen Theorien beeinflußt sich zeigte, so verdienen diese scharfen Beob- 
achtungen grofses Interesse, weil sie über den Mechanismus des Wirbels Auf- 
schlufßs zu geben scheinen. 
In Uebereinstimmung mit der von, den Herren Behrmann und Janssen 
gemachten Beobachtung über den Fortfall des unteren Theiles der sichtbaren 
Wettersäule habe ich in Frischenmoor, das ich selbst besuchte, keine Zeichnung 
der Windsbraut und nur ziemlich unbestimmte Angaben über ihr Aussehen erhalten 
können. Doch scheint ein stumpfer Wolkenzapfen oben und ein Fufs aus Staub 
und Trümmern gesehen worden zu sein. Eine Frau, die im offenen Felde etwa 
300 m von der Bahn der Windsbraut beschäftigt war, sah diese herankommen, 
Heumassen hoch in der Luft umherwirbelnd, mit lautem Sausen. Auch bei ihr 
war der Wind so stark, dafs sie sich platt auf den Boden legen mufste; gleich 
nachher wurde es aber still, Vom Gehöfte von Fuhrken aus, wo der Wirbel 
die Ortschaft verliefs, sah man das Wasser aus dem Graben zweimannshoch 
spritzen, als ob es aufgeworfen würde, und boten die Wolken beim Abziehen 
einen wunderschönen Anblick; Genaueres über ihre Gestalt konnte ich aber 
nicht erfahren. Offenbar fehlte also die eigentliche Wettersäule. Trotzdem 
waren, wie schon erwähnt, die Wirkungen in Frischenmoor kaum schwächer als 
an den südlicheren Ortschaften, wo diese Säule voll sichtbar war; besonders die 
Versetzung des aus schweren Balken gezimmerten Fachwerks der neuen Scheune 
bei Ebeling (auf der Schrenckschen Karte Peters) um mehrere Fuß ist eine 
gewaltige Kraftäufserung. 
Bei und gleich nach dem Windstoß fiel in Frischenmoor kein oder fast 
kein Regen, !/s Stunde vorher aber regnete es stark. Der Wind wehte vor dem 
Stofßse aus SE. Das starke Sausen wurde auch von anderen Personen bestätigt. 
Weiter nach NW, auf Kötermoor zu, war der Wind wiederum nur schwach, wie 
auch östlich von der Windhose. . 
Von Rodenkirchen aus ist keine Hose gesehen worden, wohl aber Zapfen 
wie auf Fig. 12d und starke Bewegung in den Wolken. Dabei war dort Wind- 
stille und auch während, vor und nach dem Vorübergang kein Regen, sondern 
verhältnifsmäfsig gutes Wetter, obwohl der Tag im Ganzen regnerisch war und 
es auch .bald nachher regnete. Als Rogges Haus in Rodenkircherwurp gefafst 
wurde, sah es von hier etwa wie die „rotirenden Rauchmassen“. auf Fig. 12b
	        
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