Köppen:‘ Die Windhöse vom 5. Juli 1890: bei Oldenburg, 453
hat; man‘ sah: ihn. noch: höch in der Luft als schwarzen Fleck.‘ ‘Fig. 7. wurde
mir. von einem Baggermann gezeichnet; es ist sehr bemerkenswerth, dafs in. dieser,
ebenfalls: von West aufgenommenen Figur ebenso, wie in Fig. 6, die untere Spitze
nach Norden, also vorwärts, geneigt ist. und ‚nicht. etwa nachgeschleppt wird,
wie man es erwatten . sollte, “In den beiden folgenden Figuren, 8 und 9, ist
dagegen die Hose als mehrfach geknickt dargestellt. Sie stammen beide‘ von
Arbeitern aus. Donnerschwee her, Der Zeichner von Fig. 8, Will Brücker,
hat von der Knochenmühle aus die Hose über die Hunte. und über‘ das. Schiff
hinweggehen sehen. Alle vier betonten das spitze untere Ende, bei Fig. 7. soll
es „schmäler als: ein. Heuhaufen“, bei Fig. 9 „dem: Aussehen .nach nur 2 Fuß
breit“ gewesen sein; die Aehnlichkeit mit einem Elephantenrüssel wurde von den
Urhebern von Fig. 6. und Fig. 8. speciell hervorgehoben. („wie ‚beim Elephanten
die. Nase“); 5 .
Möglicherweise «stellen. diese vier Figuren die Windhose vor. ihrem Ueber-
gang über die Hüunte dar, denn gleich nach dem Passiren der Hunte scheint die
Hose. einen breiten Fulßs gezeigt zu haben. Die neben-
stehende Fig. 10 ist vom Tischler Hauken in Donner-
schwee in.meiner Gegenwart entworfen und stellt
die Hose dar, als sie eben „die Hunte passirt hatte
ind aus der Höhe in die Hose sich schwarze Wolken-
massen hineinsenkten“.: Die. zur Orientirung mit
dargestellte. Holler Kirche war dabei gut zu sehen.
In Donnerschwee war ‚zu . dieser Zeit kein
Regen, ‘ wohl aber eine. Stunde vorher schwerer
Regen, darauf Gewitter und noch !/4 Stunde vor
der Hose leichter: Regen.‘. Die Hose befand sich am
hinteren Rande eines Gewitterschauers, der aber nur
östlich von Donnerschwee Regen gab. Vom Hunte-
Bagger aus sah man sowohl beim Nahen der Wind-
hose auf dem Blankenburger Felde als bei ihrer
Entfernung über. dem Ohmsteder Felde.das Heu in
die Höhe gesogen werden und das: Wasser’ aus den
Gräben emporspritzen. ©
Nach Angabe‘ der Baggerleute ist bald nach (?) der Windhose ein
äufserordentlich starker, kurzer Regen gefallen, dann will man ein sehr starkes
Durcheinander- und Gegeneinander-Treiben der Wolken beobachtet haben und
schliefslich in nordöstlicher Richtung von Blankenburg drei „Regenzapfen“, welche
nach und nach entstanden; No, 1 stark und dunkel, No. 2 heller, No. 3 wieder
dunkel‘ und’ kräftig; jeder Zapfen von wenigen Minuten Dauer, aber schnell auf-
einanderfolgend, so dafs schliefslich fast gleichzeitig alle drei zu sehen waren,
Von Moorhausen, wo die Windhose die Scheune des Schlengenmeisters
Bohlen abgedacht, eine Menge Bäume umgerissen und eine Brücke zerstört
hat, besitze ich keine näheren Nachrichten. Auch die Verwüstungen am anderen
Ende des „Moorriems“, in Neuenbrook-Oberhörne, habe ich aus Zeitmangel nicht
besuchen können, wohl aber durch je einen Brief des Lehrers daselbst, Herrn
Meyer und des Herrn Navigationsschuldirektors Dr. Behrmann in Elsfleth
interessante Angaben von dort erhalten, Letzterer hat Oberhörne und Altendorf
am 14. Juli zusammen mit Herrn Dr. Romberg aus Bremen zur Besichtigung
der Wirkungen der. Windhose ‘besucht. ..
Der Trichter der Hose ersehier in Neuenbrook nach Herrn Meyers Mit-
theilung nebelgrau und stand nach oben mit tiefschwarzen Wolken in Verbindung;
seine Spitze soll sich „aufsteigend — verengert, absteigend — erweitert haben;
von: einem :Fulse der Windhose‘ hat hier Niemand etwas gesehen. Der Zuzug
der Wolken zur Hose kam aus Westen, nicht aus‘ Osten“,
; In Oberhörne hat die Windhose zuerst, vom Ipweger Moor kommend, das
Stühmersche Haus getroffen und dieses 27 m lange und 15m breite Gebäude
zu ?2/s zerstört. ; Die Frau- des ‘Bewohners, Heuermanns Hellmers, hat von
einer freien Stelle 40-bis 50 Schritt weit ONO vom Hause auf der Chaussee die
Windhose herahkommen - sehen. Diese ‘sei über. ein Kleines ; Gehölz;, welches
500 m vom Hause entfernt‘ ist, 'hinweggegangen, ohne den Bäumen Schaden züzu-
fügen, und’ habe sich dann “zuf ihr Haus niedergelassen. In der Windhose‘ sei