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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1896.

so dafs auf der Ausreise befindliche Schiffe, wenn überhaupt in diesem Monat,
dann. in der Mitte und auf der afrikanischen Seite mitlaufendes Wasser erwarten
 dürfen.

11. November.

Das Gebiet der Nordwestwinde wird immer mehr eingeschränkt; sie sind
jetzt nur noch zwischen Suez und 24° N-Br zu erwarten. Südlich davon beginnt
schon das gelegentliche Auftreten der Südostwinde, welche von 20° N-Br an
bis Perim durchaus vorherrschen. Dabei sind die genannten Nordwestwinde
meist nur sehr leicht; bei den Südostwinden aber muls man von 16° N-Br an
südwärts gehend auf Windstärken von Beaufort-Skala 4 bis 7 rechnen. Im Golf
von Aden ist der Wind Ost und schwächer als zwischen 16° N-Br und Perim,
Windstillen sind nirgends sehr häufig, am ehesten noch in den Breiten
von etwa 20° zu gewärtigen. Sturmstärke andererseits ist nur aus Theil „H“
und „J“ d.h. dem südlichen Rothen Meere und der Perim-Gegend, gemeldet. —
Die beobachteten Stromversetzungen befinden sich in guter Uebereinstimmung
 mit den Windverhältnissen; sie sind im Rothen Meere zwischen Perim
und 22° N-Br vorwiegend nach NW gerichtet, und zwar in dem Theile zwischen
Perim und 18° N-Br öfters von einer 1/2 Knoten überschreitenden stündlichen
Geschwindigkeit. In der nördlichen, kleineren Hälfte sind, zumal zwischen
Daedalus-Untiefe und den „Brüdern“, Stromstillen sehr häufig, ganz im Norden
hat man schwachen Südstrom. Im Golf von Aden endlich ist überall Strom nach
West und WSW zu erwarten; nach der arabischen Seite hin, und zwar speziell
zwischen 46° und 48° O-Lg fließt er am stärksten, in der Mitte hat man oft
keinen Strom oder auch Andeutungen von Ostbewegungen.

12. Dezember.

Die Nordwestwinde reichen südwärts bis Djiddah und sind von geringer
Stärke. In dem Gebiet zwischen 22° und 18° N-Br sind die Winde sehr variabel
aus dem ganzen östlichen Halbkreis der Kompafsrose; erst südlich von 16° N-Br
an herrscht der SE fast ausschließlich und weht wiederum im südlichsten Rothen
Meere und dem Perimfeld durchschnittlich am frischesten; ebenda ist man auch
Stürmen begegnet. Im Aden-Golf weht eine leichte Briese aus Ost und NE.
Die Versetzungen sind auch in diesem Monate recht unregelmäfsig, wie
denn überhaupt in den Wintermonaten bei Weitem nicht die Einheitlichkeit der
Wasserbewegung erreicht wird, welche der Südwestmonsun des Indischen Oceans
auch im Rothen Meere zu veranlassen im Stande ist. Doch überwiegen jetzt,
zumal in der südlichen Hälfte, wie im Vormonate, Nordwestversetzungen von
Perim an bis nach Suez hinauf,'so dal also — was ja auch für den Januar besonders
 erwähnt wurde — in den Breiten nördlich von Djiddah der Strom eine
Tendenz hat, gegen den Wind zu setzen. Selten erreicht die Geschwindigkeit
1 Knoten in der Stunde. Im Golf von Aden herrscht wiederum unter der
arabischen Küste eine westliche Strömung, deren beträchtliche Stärke (manchmal
über 2 Knoten in der Stunde) in offenbarem Mifsverhältnifs zu der meist
schwachen Luftbewegung steht und wohl vom Monsun des offenen Indischen
Oceans herrührt; im südlichen Theil des Golfes sind die beobachteten Stromstärken
 gering und die Stromrichtungen sehr verschieden; eine einigermafsen
onstante östliche Gegenströmung ist kaum nachweisbar.

II. Barometerstände, Temperaturen des Wassers und der -Luft.
In dem englischen Kartenwerk sind, in Zollen und Grad Fahrenheit, Angaben
 über die den einzelnen Feldern zukommenden Mittelwerthe des Luftdruckes
und der Temperatur der Luft sowie des Wassers enthalten; wir geben diese
Zahlen in den folgenden Tabellen wieder, umgerechnet nach mm und Grad
Celsius. Für den direkten Gebrauch an Bord dürften besonders die Angaben
 der Luftdruckwerthe Bedeutung beanspruchen; der Schiffsführer kann,
wenn er diese Angaben mit seiner natürlich erst auf 0° C zu reducirenden
            
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