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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

45% Annalen der Hydrographie‘ und Maritimen Meteorologie, Oktober 1896, 
Telegraphendrähte wurden nicht zerrissen, obwohl ein Pfahl umgestürzt wurde. 
Am Bahnwärterhause herrschte beim Vorübergang der Windhose starker Wind 
(aus SW ?), bei der Schule dagegen, die etwa 170 m weiter nach NW, ca. 300 m 
von der Bahnmitte im freien Felde liegt, soll sich dabei „kein Lüftchen“ geregt 
haben, aber etwas Hagel und vor- und nachher Regentropfen gefallen sein. 
Fig. 4 giebt die Zeichnung des Bahnwärters, Fig. 5 die des Schullehrers wieder; 
nach Angabe des Letzteren war die kreisend aufsteigende Bewegung durch die 
mitgeführten Aeste sehr deutlich, selbst ganze Tannen flogen hoch hinauf, auch 
ein Storchnest; am „oberen Ende“ der Windhose wurden die Gegenstände hinaus- 
geschleudert auf eine Weite von ca. 200 m. Der Bahnwärter schilderte die Be- 
wegung in. der Windhose als „auf und ab, wie ein Violinbogen“, er sah die 
Telegraphenstange zuerst gehoben und dann nach Nord gestürzt werden; dabei 
war weder Regen noch Hagel, auch in 40 m Abstand fast still; 10 Minuten vorher 
blitzte und regnete es. 
Als die Windhose die Bahn überschritt, war die wirbelnde Bewegung in 
ihr auch vom Oldenburger Bahnhof aus gut wahrzunehmen. 
Auf dem grofsen Gewese von Dinklage, das die Trombe zunächst nach 
ihrem Uebergang über den Bahndamm traf und verwüstete, soll beim Hause, 
1 km nördlich von der Bahn, zur Zeit starker Regen und Hagel gewesen sein. 
Auf ihrem weiteren Wege über den Hunte-Flufs und die dahinter liegenden 
Wiesen (die „Pfänder“) ist die Trombe von vielen Personen gesehen worden, 
deren einige ich das Glück hatte, zu treffen, als ich am 12. Juli 1890 diese 
Gegend besuchte, Von diesen rühren die Zeichnungen Fig. 6 bis 10. Alle sind 
von .Westen her aufgenommen. 
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Fig.8. 
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16,9, 
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. Fig. 6 stellt das Aussehen der Hose von Kloster Blankenburg her dar, 
aus etwa !/4 km Abstand; während ihres Vorüberganges fiel hier mäfsiger Regen. 
Die Windhose überschritt die Hunte bei Go6osehörne, einem altem rechtsseitigen 
Huntelauf unterhalb Blankenburg. Auf der Hunte sog sie Wasser auf; hob von 
einem Baggerprahm die zusammenhängenden Laufdielen ab, warf diese ins Wasser, 
und entführte den Oelrock eines Arbeiters, den man nicht wieder aufgefunden
	        
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