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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Köppen: Die- Windhose- vom 5, (Juli: 1890- bei Oldenburg. 
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„Alle, die-ich darüber befragt habe, stimmen darir. überein, daß es in 
der‘ Windhose trocken gewesen wäre. Zur Seite aber, am. Umfange der Windhose, 
herrschte meistens ein gewaltiger. Sprühregen.!) Mit diesem dampfartigen Regen 
kamen auch die Gegenstände herunter, die die Windhose auf ihrem verheerenden 
Zuge mit sich nahm, wie todte Krähen, Lerchen, Staare, ferner Zweige, Pfähle etc. 
Die Zweige waren gänzlich zerbrochen, die zarte Rinde an vielen Stellen : ab- 
geschabt: Den Vögeln waren. die Flügel theilweise abgerissen, auch waren einigen 
die ‚Federn ausgerissen, aber nur theilweise.“ 
Dafs die aufgegriffenen Gegenstände theilweise ziemlich lange in der 
Windhose geblieben sind, dafür ist ein Espenzweig Zeuge, der vom Hofe des 
Herrn Maass bis zu jenem des Herrn Rastede getragen ist, der 2 km weiter 
nördlich 400 m rechts von der Bahn der Windhose liegt. 
_ In Sicht des Schulhauses Tweelbäke 1 weidende. Kühe wurden merkbar in 
die Höhe gehoben, eine von ihnen in den Graben geworfen. und der sie hütende 
Knabe, Emil Süuhr, eine Strecke von gut 25 Schritt halb gerollt, halb getragen. 
Als ihn die Windhose am Chausseedamm liegen liefs, ist der Junge niedergekniet 
und hat ein geistliches Lied angestimmt.‘ In der. Windhose war.es, nach seiner 
Angabe, heiß; er ist drin bei vollem. Bewulfstsein geblieben, hat aber keinen 
Laut von sich geben können... . 
Mehrere Leute haben versichert, dafs sie in der Umgebung der Windhose 
einen eigenthümlichen, widerlichen Geruch wahrgenommen hätten. Der interessante 
rasche Wechsel im’ Aussehen zwischen Fig. 2a.und 2b hat sich auf dem weiteren 
Wege der. Windhose ‚offenbar: öfters wiederholt. Wie schon diese Figuren an- 
deuten, und eine gute Korrespondenz in der „Oldenburger Zeitung“ vom 7. Juli 
ausführt, ist er wohl gröfstentheils durch die Beschaffenheit der Unterlage be- 
dingt. Die Mittheilung unter & Wüsting lautet: 
„Wir hatten Gelegenheit, das schaurig-grofsartige Auftreten dieser «freien 
Tochter der Natur» von Tweelbäke bis Moorhausen zu beobachten. Nach unserer 
Schätzung hatte der eigentliche Wirbelsturm einen Durchmesser von 70 bis 80 m, 
und sein Fortschreiten war etwa. die Geschwindigkeit eines langsam fahrenden 
Güterzuges. Man Konnte immer deutlich beobachten, wo. er in'seinem Fort- 
schreiten bald auf offenem Gelände ‚alles Kraut, Gras, Erde durch die Luft 
wirbelte, dafs es aussah, wie ein Bienenschwarm; bald wieder, wenn er Häuser 
und Gehöfte traf, mächtige Staubwolken erregte, Dachstücke, Stroh etc. hoch 
hob, Torf in die Luft führte, als wenn: mächtige Schaaren Krähen sich tummelten, 
bald wenn er über Bäche und die Hunte fegte, man das aufgesogene Wasser 
glänzend schimmern sah; Sämmtliche Gebäude, die von der Windhose getroffen 
wurden, sind sehr beschädigt, viele total zusammengebrochen:* - 
Von Drielakermoor her hat man hauptsächlich den Fufs der Hose beob- 
achtet, der wie Rauch aussah und nach oben immer spitzer wurde, wie die von 
einem. dortigen Landmann entworfene Fig. 3 andeutet. 
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. Die Oldenburg-Bremer Bahn wurde von der Windhose bei Neuenwegermoor, 
zwei Telegraphenpfähle östlich vom. Bahüwärterhause, überschritten. Die 
„1) Nach der früheren mündlichen Angabe desselben Herrn war am Schulhause,‘ 250 m ‘von 
der Bahn der Windhose, .„ während ihres Vorüberganges schwerer Regen, gleich nach; 4h, der‘ aber 
kaum: 5 Minuten andauerte, bis die. Windhose aufser Sicht war % -
	        
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