150 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1896.
gewifßfs aber kein ausgebildeter Trichter und keine bis zur Erde reichende Hose
vorhanden war, Die von Herrn Dr. Assmann erhaltene Zeichnung aus dem
Crossener Orkan (vgl. „Met. Zeitschr.“ 1886, S. 443) hat, bis auf die auffallend
kleinen Dimensionen der Wolke darin, Aehnlichkeit mit unserer Fig, 14, wo die
Hose verschwunden war, nicht aber mit den vorhergehenden Figuren.
Ich will nun der Reihe nach, von Süd nach Nord fortschreitend, die yvor-
liegenden Nachrichten über den Anblick der Trombe und über das dabei beob-
achtete Wetter etc. aufzählen. ; .
In einer Mittheilung des Revierförsters zu Streek, die ich der Güte des
Herrn Bauraths Köppen in Oldenburg verdanke, heifst es: „Soweit ich vom
Fenster des Forsthauses beobachtet habe, muß die Windhose sich in gerader
östlicher Richtung von Streek gebildet haben. So viel ich gehört habe, hat sie
600 bis‘ 700 m östlich von Sandkrug ihren Anfangspunkt.“ ;
Nach mündlicher und brieflicher Mittheilung des Herrn Lehrers Duis in
Tweelbäke haben sich zuerst über dem Streeker Moor vier Zapfen in den Wolken
gebildet, die dem Anschein nach sich zu nähern suchten. „In Wolkenhöhe
schwebten sie anfangs in der Luft herum, bis sie nach und nach sich verbanden
und die Erde berührten. Schon bevor die Spitze die Erde berührte, wurden
mehrere Torfhaufen umgeworfen.“
Aehnlich erzählte man mir bei Borechers, auf dem ersten von der Wind-
hose getroffenen Bauernhof, dafs zwischen diesem und dem südlich davon gelegenen
Hof von Wencke zwei Zapfen sich vereinigt hätten. Bei Wencke ist so gut
wie kein Schaden geschehen; bei Borchers sind
Zweige gebrochen; bei den nordwärts folgenden Höfen
dagegen, Wichmann und Maass, haben bereits grofse
Verwüstungen stattgefunden.
Von hier stammt die erste der mitzutheilenden
Zeichnungen; ein Arbeiter, der bei dem Hause von
Maass (Ziffer 1 auf der Karte) stand, als die Scheune
10 Schritt davon. umbrach, gab die Hose in folgender
Form wieder (Fig. 1). Das Wetter war dabei trocken,
die Temperatur zeigte nichts Auffallendes.
Zwei sehr gute Skizzen des Aussehens der Hose,
als sie bei Ziffer 2 der Karte sich befand, entwarf
mir Herr Duis, der sie vom Schulhause I aus einer
Entfernung von 250 bis 400 m (von West her) beob-
achtete. Fig. 2a stellt die Hose dar, als sie über dem Bache sich befand, Fig. 2b
etwas später, über einem Kornfeld. Ihre Farbe war unten grau, nach oben zu
immer dunkler, bis zum Schwarz; sie zog mit der Schnelligkeit eines -Eisenbahn-
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Fig.2b
Fig.2a.
zuges nordwärts. Den Hintergrund der Figur bilden die Bäume an der Chaussee
nach Hatten. In dem -mit * bezeichneten Theile des Trichters wurden eine Menge
Vögel, Holzstücke etc. herumgewirbelt. . Herr Duis ergänzte mir seine inter-
essanten‘ mündlichen Mittheilungen brieflich, wie folgt: