‚Köppen: Die Windhose vom 5. .Juli. 1890 bei Oldenburg,
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Es sind also alle: Anzeichen für die Fortbewegung eines kleinen Wirbels
mit cyklonischer Drehung um vertikale Axe vorhanden. Unterstützt werden sie
durch das, was sich über die Aenderung der Sturmrichtung während des Vorüber-
gangs der Windhose feststellen läßt.
Fälle des Uebereinanderlagerns von Bäumen, aus denen man die: Aenderung
des Windes während der wenigen Minuten seiner orkanmäfsigen Stärke am Orte
sehen konnte, waren freilich bei der Baumarmuth des Landes nicht viele zu finden;
die immerhin lehrreiche Liste will ich in derselben kurzen Bezeichnungsweise
aufführen, welche ich für den Crossener Orkan angewandt habe; nämlich voran
die Richtung, aus welcher der zuoberst liegende Baum gestürzt ist, und darauf
durch Bruchstriche getrennt die Richtung der darunter liegenden Bäume. Reihen-
folge von. Süd nach Nord, r= rechter, 1= linker Rand, m= Mitte des 'Ver-
wüstungsstreifens. |
In Tweelbäke: SE/S (r), S/SzE/SE (r), SSW/S (r), W/NE (1). In Neuen-
wege, Dinklage: W/S2 (m); Menkens: SEzS/SEzS/ESE (r), S3/SE 2 (r), S/SSE/
SE/SE (m ?), SSE/SSE (m ?). Auf letzterem Anwesen lagen eine Menge ent-
wurzelter Bäume (mächtige Eichen ete.), von denen eine Anzahl in eigenthüm-
licher Weise nach dem Wurf so gedreht erschienen: pp (der Punkt deutet den
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Standort, der Strich den Stamm, der Kreis die Krone des Baumes an).
Es liegen also vom rechten Rande oder der Mitte acht Fälle einer Drehung
mit der Uhr und ein entgegengesetzter, vom linken überhaupt nur ’ein Fall vor,
und zwar einer gegen die Uhr, wie es dem Durchgange eines cyklonalen Wirbels
entspricht, ; Kt
B. Zeit, Verlauf und Natur der Erscheinung. _
a Das Interessanteste an dem Phänomen war jedenfalls die Anwesenheit
einer sichtbaren, gut ausgebildeten „Hose“ ‚oder „Trombe“ darin... Unzählige
Personen haben sie gesehen; eine Reihe derselben habe ich‘ auf meiner Unter-
suchungsreise selbst sprechen können und habe zwölf von ihnen, bei denen es
sich zeigte, dafs sie ein klares Bild von der Erscheinung erhalten und bewahrt
hatten, Papptafel und Bleistift in die Hand gedrückt mit der Aufforderung, das
Gesehene aufzuzeichnen. Auf diese Weise ist die Reihe guter und schlechter
Skizzen der Windhose entstanden, die im Folgenden wiedergegeben werden. Die
Originale sind Strich für Strich kopirt und nur, der Bequemlichkeit halber, auf
ungefähr gleiche Gröfse reducirt. Dazu kommen, als Fig. 11 und 14, etwas
später ausgeführte Zeichnungen von Augenzeugen, die ich durch die Herren
Dr. Behrmann in Elsfleth und Dr. Kreymborg in Rodenkirchen erhalten habe.
Diese Skizzen hatten für mich um so gröfseres Interesse, als es mir
weder bei der Gewitterböe vom 9. August 1881, noch beim Orkan von Crossen,
gelungen war, irgend eine Zeichnung der gesehenen Wolkenbildung zu erhalten,
da die Augenzeugen eine solche für unmöglich erklärten: es sei nur ein wildes
Durcheinander in den Wolken gewesen, das sich nicht wiedergeben lasse, Da
nun bei dem jetzt in Rede stehenden Phänomen jeder einfache Arbeiter, der die
Trombe von einem günstigen Standort gesehen hatte, mir eine wenn auch rohe
Zeichnung derselben geben konnte, so beweist dieses klar, dafs‘ in der That bei
den beiden früheren Stürmen kein.so bestimmt umrissenes Objekt, wie bei der
Oldenburger Trombe, zu sehen geweser ist und höchstens Zapfen an den Wolken,!)
; 1) Solche Zapfen sind, wie, ich gefunden‘ habe; unter dem Namen ‚, „Regentappen“ dem
Oldenburgischen Landvolke wohlbekannut.
Ans. d. Hydr. etc., 1896, Heft X.