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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1896. 
Die Breite der Verwüstungsspur konnte von mir an drei Stellen (Tweel- 
bäke, Neuenwege und Frischenmoor) ziemlich genau mit 92, 100 und 110 Schritt 
bestimmt werden; von Andern ist sie in Neuenbrook auf „kaum 40m“ oder 
sogar auf „weniger als 100 Fufs“, in Mittelhofschlag auf 200 Schritt und in 
Rodenkircherwurp auf 150 bis 200 Schritt geschätzt worden. Meist waren die 
Schäden in der Mitte der Spur am stärksten, an den Rändern geringer. Die 
Breite der sichtbaren Trombe selbst war an ihrem unteren Ende vielfach noch 
weit geringer; als sie die Hunte überschritt „schmäler als ein Heuhaufen“, 
Für freundliche Hülfe bei der Einsammlung der Nachrichten über diese 
Windhose bin ich den Herren E, Penning und Baurath Köppen in Oldenburg 
und Herrn Navigationsschuldirektor Dr. Behrmann in Elsfleth zu Dank verpflichtet. 
Die beiden ersten und die drei letzten in der Karte vermerkten Wind- 
schäden beziehen sich auf leichtere Gegenstände — Torfhaufen im Streeker Moor, 
Heuwagen und das Aufzeug von einem Ackerwagen in Esenshamm, Bohnenstangen 
in Königsfeld und Heu in Schützfeld -— und sind also noch keine Zeugen für 
aufserordentliche Kraft; dazwischen aber sind die Verwüstungen sehr grofs. Die 
getroffenen Gebäude sind theils umgeworfen, theils eines mehr oder weniger 
großen Theils des Daches beraubt, in einem Falle, in Frischenmoor, war eine 
mächtige, noch nicht fertige Scheune von ihrem Fundament abgehoben und um 
etwa 11/2 m verschoben. Dafs die Gewalt der Windhose auf der angegebenen 
Bahn in der That zuerst in Zunahme und zuletzt in Abnahme begriffen war, 
dafür zeugen die geringeren Verwüstungen am Südende von Tweelbäke und 
nördlich von Frischenmoor; in Rodenkircherwurp entwurzelte der Sturm in der 
Nähe der Schule einige Tannen und fafste er bei dem am meisten betroffenen 
Hause (Rogge) in zwei offen stehende Thüren des Ostgiebels, wodurch er über 
100 Dachpfannen auf der Nordseite hinauswarf; zugleich wurde ein Ast von 
Süden her über das hohe Haus hinüber geweht, sonst aber wenig Schaden gethan. 
Vom Nordende von Tweelbäke bis nach Frischenmoor scheint die Kraft des 
Wirbels dort, wo sich ihm Häuser entgegenstellten, ungefähr dieselbe gewesen 
zu sein. 
Ueberall, wo die Bahn der Windhose die langgestreckten Ansiedelungs- 
striche (Bauernschaften), wie sie dieser Gegend eigenthümlich sind (vgl. die 
Karte), schneidet, hat sie auch die Spuren ihrer verheerenden Kraft an den 
Bäumen der Gärten und kleinen Gehölze hinterlassen, welche die Bauernhöfe 
hier umgeben. Wälder hat sie nicht getroffen. Im Barneführer Holz, an der 
Hunte südlich der Ossenberge, ist sie noch nicht merklich gewesen, sondern 
nach den Berichten der Augernzeugen erst nördlich davon im Moor entstanden, 
wie dies noch näher auseinandergesetzt werden soll. 
Die Gesammtheit der von mir an entwurzelten oder gebrochenen Bäumen 
bestimmten Stofsrichtungen auf der Bahn dieser Windhose ordnet sich nach den 
Azimuten, wie folgt (Richtung, aus welcher der Stofs kam): 
Tweelbäke 
Neuenwege 
Frischenmoor . 
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33 | 155) 5 |E | 8818| HE 
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Ferner in Tweelbäke je 1 aus Ost NE und NNW, und 2 aus Nord. Es 
waren also nahezu alle Richtungen vertreten, am stärksten aber Süd, SSE und 
SE; die in Mittelhofschlag abgebrochenen Aeste und Baumkronen sollen aus SW 
getroffen worden sein. 
Da die Windhose zum gröfseren Theile über offenes Land ging, so liefs 
sich die Lage der Verwüstungen zur Mittellinie ihrer Bahn nicht überall fest- 
stellen. Wo dies aber mit einiger Sicherheit geschehen konnte, zeigte es sich, 
dafs am linken, westlichen Rande der Bahn der heftige Wind von der Westseite, 
am rechten, östlichen Rande aber von der südlichen und östlichen Seite des 
Horizonts kam, wie folgende Tabelle zeigt:
	        
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